| Geburtsdatum: | 17.10.1981 |
| Nationalität: | Deutsch |
| Größe: | 189 |
| Gewicht: | 88 |
| Vereine: | * |
| Position: | Tor |
Timo Ochs: »An die erste Elf herangerückt«
August 2011 - Vor fünf Jahren hat Timo Ochs (29) die Löwen in Richtung Salzburg verlassen. Jetzt ist der Keeper zurück - als ehrgeizige Nummer Zwei hinter Gabor Kiraly. Viel Erfahrung und eine starke Persönlichkeit zeichnen ihn aus.
Als Timo Ochs im ersten Zweitligajahr 2004 vom VfL Osnabrück zu den Löwen wechselte, verpflichtete man ihn als jungen, talentierten Torwart. Mit sehr viel Perspektive. Zunächst als Backup für die damalige Nummer Eins Michael Hofmann vorgesehen, musste er erst einmal auf seine Chance warten. Diese kam dann aber - verletzungsbedingt - schneller als gedacht.
Bereits ab der Rückrunde in seiner ersten Löwen-Saison stand der gebürtige Göttinger zwischen den Pfosten. Stammkeeper blieb er bis zum Ende der Saison 2005/2006, bis er den TSV 1860 verließ, um bei Red Bull Salzburg eine neue Herausforderung anzunehmen. Für die Mannschaft wurde er zum stabilen Rückhalt. Von Anfang an beeindruckte er aber nicht nur durch seine starken Leistungen auf dem Platz, sondern im Besonderen durch seine Ausstrahlung: ruhig, zielstrebig, konsequent, offen, mit dem scharfen Blick über den Tellerrand des Fußballkosmos hinaus und dabei immer sympathisch.
Zu einer echten Persönlichkeit gereift
Daran hat sich bis heute nichts geändert, im Gegenteil. Timo Ochs ist zu einer echten Persönlichkeit gereift. Und er hat in den vergangenen fünf Jahren eine Menge Erfahrungen gemacht - sehr viele positive, aber zuletzt auch einige richtig negative. „Die letzten zwei Jahre sind ganz gewiss nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt habe." Los ging das Malheur mit einer Verletzung, die er sich in seiner dritten Saison bei RB Salzburg zugezogen hatte. Eine Muskelverletzung Anfang Oktober 2008 zwang ihn zunächst einmal zu vier Wochen Pause. Er kehrte zurück ins Tor, verletzte sich dann aber am 6. Dezember im letzten Spiel vor der Winterpause erneut und fiel anschließend vier lange Monate aufgrund eines komplizierten Muskelbündelrisses im Oberschenkelansatz aus. Bis dato kannte der Keeper Verletzungen nur in der Theorie, jetzt wurde er umso härter damit konfrontiert. „Diese allererste Verletzung hat mich eine ganze Ecke nach hinten geschmissen." Der Bullen-Klub verpflichtete in dieser Situation nämlich nicht nur einen Ersatzmann, sondern verlängerte auch nicht den zum Ende der Saison auslaufenden Vertrag mit seinem über zwei Jahre lang unumstrittenen Stammtorhüter.
Zwei Meisterschaften und ein Vizetitel in Österreichs Bundesliga, 85 nationale und 18 internationale Einsätze für die Salzburger zählten am Ende nichts. Auch heute noch spürt man bei Timo Ochs eine gewisse Enttäuschung, wenn er über sein Aus bei Red Bullspricht. „Natürlich erhofft man sich als Stammtorwart nach einer so schwierigen Zeit mehr Unterstützung." Seine Gesamtbilanz sieht trotzdem positiv aus: „Es war eine super Zeit. Salzburg ist ein toller Verein mit einem klasse Umfeld. Was einem als Spieler dort geboten wird, ist überragend." Gleichwohl, nach drei Saisons, in denen er als Nummer Eins wesentlich zu den Erfolgen des Klubs beigetragen hat, stand er im Alter von 27 Jahren erstmals ohne Job, ohne Vertrag da. Mit seiner Familie, seiner Frau Jana und seinem 2009 geborenen Sohn Mika, wohnte er erst einmal weiter in der Mozartstadt. Mit einem Privattrainer hielt er sich fit - und wartete auf eine neue Aufgabe.
Kurzes Engagement bei der Hertha
Mit Hertha BSC Berlin fand Timo Ochs ab September 2009 zwar einen neuen Verein in der Bundesliga. Doch auch hier lief nicht wirklich viel nach Plan. Weder sportlich - die Alte Dame musste am Ende dieser Saison den Gang in die Zweite Liga antreten - noch persönlich. Gleich in seinem zweiten Einsatz für die Berliner am 8. Spieltag verletzte sich der Torwart erneut, wieder an der gleichen Stelle, wieder musste er rund drei Monate pausieren. Ein herber Rückschlag mit vielen Fragezeichen und Zweifeln für den Profi. „Ich hatte meine Verletzung auskuriert, hatte keine Probleme mehr, und es passierte trotzdem wieder. Und, wie lange muss ich diesmal aussetzen? Damit hatte ich schon ein mentales Problem", erzählt die Nummer 22 der Löwen rückblickend.
Das Engagement bei den Hauptstädtern blieb bis zum Schluss ohne positive Wendung, ein Einsatz in der Bundesliga kam nicht mehr dazu, im Wechsel saß er dort auf der Bank. Lediglich für die U23 der Berliner stand er zum Schluss noch in einigen Partien im Tor und konnte damit wenigstens Spielpraxis sammeln, was „für den Kopf schon wichtig war". Ansonsten bleiben „keine guten Erinnerungen" an seine kurze Station bei der Hertha, „alles in allem war das ganz brutal, so ein Abstiegsjahr mit so einem großen Verein bleibt bei jedem im Kopf hängen".
Die zwischenzeitlich angedachte Option, mit Hertha BSC Berlin auch in Liga zwei weiterzumachen, hat sich am Ende jener Spielzeit ebenso zerschlagen wie das Ziel, zum Saisonstart einen neuen Verein zu finden. Diesmal musste Timo Ochs sogar noch länger warten.
Erst kurz vor der Winterpause, zum 1. Dezember 2010, erhielt er beim 1. FC Nürnberg einen Vertrag bis Saisonende. Die Franken reagierten mit seiner Verpflichtung auf die akute Verletztensituation ihrer beiden Ersatz-Torleute. Club-Trainer Dieter Hecking kannte Timo Ochs noch aus der gemeinsamen Zeit bei Hannover 96, „er kannte mich als Typ und konnte mich daher gut einschätzen". Obwohl er beim 1. FCN „nur" als dritter Schlussmann vorgesehen war, sah er hier eine sehr gute Chance, „in einem professionellen Umfeld arbeiten zu dürfen". Timo Ochs hat erfahren müssen, dass es eben nicht selbstverständlich sein muss, „jeden Tag ein Training auf hohem Niveau angeboten zu bekommen, um körperlich auf einem Toplevel zu bleiben". Dinge, die er inzwischen längst zu schätzen weiß. „Ich wollte, dass meine Karriere vernünftig weiter geht." Um die vielen unseriösen Anfragen und vermeintlichen Angebote, gerade aus dem Ausland, hat er deshalb stets einen weiten Bogen gemacht.
Umso glücklicher ist der 29-Jährige nun, dass es in diesem Sommer mit seiner Rückkehr zum TSV 1860 geklappt hat. Wohl gefühlt hat er sich an der Grünwalder Straße schon bei seinem ersten Gastspiel, „ich habe immer sehr gerne für 1860 gespielt", betont er. Dass er 2006 die Löwen verlassen hat, lag zum einen an dem reizvollen Gesamtpaket, das Red Bull Salzburg bieten konnte - sportlich und natürlich auch wirtschaftlich. Für die Löwen selbst war die Tatsache, mit diesem Transfer eine Ablöse zu erzielen, ebenfalls sehr attraktiv. Für immerhin rund 600.000 Euro wechselte der Keeper damals nach Österreich, eine Summe, die „für einen Torwart außergewöhnlich" war. „Es war nicht so, dass wir im Bösen auseinander gegangen sind. Letztendlich haben beide Seiten profitiert."
Zurück an der Grünwalder Straße
Der Kontakt zu Reiner Maurer, jenem Trainer, unter dem er sich einst bei den Löwen als Nummer Eins etabliert hatte, blieb die ganze Zeit über bestehen. Eine neuerliche Zusammenarbeit klappte bis dahin allerdings nicht, „die Konstellation hat nie gepasst". Wie vor rund einem Jahr, als der damalige Ersatzkeeper Philipp Tschauner laut über einen Wechsel nachdachte, am Ende aber doch blieb. Im Frühjahr 2011 wurde die Option, nach München zurück zu kehren, dann ziemlich konkret. Zwar gab es auch mit Dieter Hecking Gespräche über einen Verbleib beim „Club", aber eine echte sportliche Perspektive sah er dort - trotz Bundesliga - nicht. „Ich wollte wieder näher an die Mannschaft, an die ersten Elf heran", beschreibt Timo Ochs seine klare Zielsetzung, „in Nürnberg war ich davon weit weg". Dies ist ihm mit dem Wechsel zu 1860 gelungen.
An der Grünwalder Straße schätzt man die Qualität und die Erfahrung von Timo Ochs. „Wir brauchen einen Torwart, den wir blind reinstellen können, falls Gabor Kiraly mal ausfallen sollte", ist Reiner Maurer von seiner neuen Nummer Zwei überzeugt. Mit der klaren Hierarchie, die es aktuell in der Torwartfrage gibt, hat der Neuzugang überhaupt kein Problem. Im Gegenteil: „Ich gebe unter der Woche mein Bestes und trage so meinen Teil dazu bei, dass die Qualität im Training hoch ist." Dass er sich innerhalb der Mannschaft ausgerechnet mit seinem „Konkurrenten" am besten versteht, ist wiederum bemerkenswert. „Es ist unter Torleuten relativ normal, dass man auf dem Platz ein gutes Verhältnis hat. Außerhalb des Platzes aber über private Dinge zu reden, ist sicher nicht selbstverständlich." Bei Timo Ochs und Gabor Kiraly dagegen schon. Es sind nicht zuletzt gewisse Werte, die die beiden vereint. Werte wie Respekt, Höflichkeit, soziales Verhalten innerhalb einer Mannschaft.
Vereint ist Timo Ochs auch bald wieder mit seiner Familie. Der Umzug von Göttingen nach München steht in der nächsten Woche an, ab September gibt es endlich einen gemeinsamen Wohnsitz. „Ich freue mich richtig darauf, dass wir alle wieder zusammen sind." Eineinhalb Jahre Fernbeziehung gehören dann endlich wieder der Vergangenheit an. Eine glücklichere sportliche Zukunft hat der Keeper bei den Löwen schließlich bereits begonnen.
| Pl. | Name | Tore |
|---|---|---|
| 1 | Kevin Volland | 14 |
| 2 | Stefan Aigner | 11 |
| 3 | Benjamin Lauth | 11 |
| 4 | Daniel Bierofka | 6 |
| 5 | Djordje Rakic | 5 |
| 6 | Daniel Halfar | 3 |
| 7 | Guillermo Vallori | 2 |
| 8 | Dominik Stahl | 1 |
| 9 | Kai Bülow | 1 |
| 10 | Necat Aygün | 1 |
| 11 | Stefan Buck | 1 |
| 12 | Christopher Schindler | 1 |
| 13 | Sandro Kaiser | 1 |
| 14 | Vitus Eicher | 0 |
| 15 | Antonio Rukavina | 0 |
| 16 | Benjamin Schwarz | 0 |
| 17 | Arne Feick | 0 |
| 18 | Marcel Kappelmaier | 0 |
| 19 | Daniel Hofstetter | 0 |
| 20 | Phillipp Steinhart | 0 |
| 21 | Sebastian Maier | 0 |
| 22 | Collin Benjamin | 0 |
| 23 | Jonatan Kotzke | 0 |
| 24 | Bobby Wood | 0 |
| 25 | Daniel Jais | 0 |
| 26 | Markus Ziereis | 0 |
| 27 | Maximilian Nicu | 0 |
| 28 | Gabor Kiraly | 0 |
| 29 | Timo Ochs | 0 |