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spielbericht

Auswärtsfluch beendet: Löwen siegen nach „Blitztor“ 1:0 in Ulm.

Die Löwen feierten mit dem 1:0-Auswärtserfolg beim SSV Ulm 1846 den ersten Sieg in der Fremde nach zuvor fünf Niederlagen am Stück. Das „Tor des Tages“ erzielte Sigurd Haugen bereits nach 22 Sekunden. Es war auch unter Trainer Markus Kauczinski der erste Sig im fremden Stadion.
Kevin Volland glänzte einmal mehr als Vorbereiter, assistierte beim Führungstreffer von Sigurd Haugen.

Kevin Volland glänzte einmal mehr als Vorbereiter, assistierte beim Führungstreffer von Sigurd Haugen.

Personal: Im Auswärtsspiel in Ulm musste Trainer Markus Kauczinski verletzungsbedingt auf Jesper Verlaat, Morris Schröter, Manuel Pfeifer, Tunay Deniz und Raphael Schifferl verzichten. Nicht im 20er-Kader standen Torhüter Miran Qela, Emre Erdogan und Lasse Faßmann.

Spielverlauf: Der Auftakt begann mit einem Paukenschlag der Löwen. Kevin Volland hatte rechts auf Sigurd Haugen durchgesteckt, der kam halbrechts im Strafraum frei zum Abschluss, ließ nach 22 Sekunden Christian Ortag im Ulmer Tor mit einem Flachschuss aus zehn Metern zum 1:0 ins kurze Eck keine Chance (1.). Erstmals wurden die Spatzen in der 8. Minute gefährlich. Nach einem Ball in die Tiefe auf Leon Dajaku kam dieser auf der linken Strafraumseite gegen Sean Dulic zum Flanken, doch Max Reinthaler war in der Mitte vor Lucas Röser am Ball, wurde von diesem gefoult. Vier Minuten später spielte Haugen steil auf Patrick Hobsch, der aber vom Ex-Löwen Dennis Dressel als letzten Mann abgelaufen wurde (12.). Einen Freistoß aus dem Halbfeld hob Dennis Chessa an den linken Pfosten auf Marcel Seegert, der aber erst hinter der Toraus-Linie an die Kugel kam (17.). Ulm versuchte in dieser Phase, die Initiative zu übernehmen, während die Löwen auf Konter lauerten. Das passte Trainer Markus Kauczinski nicht ganz, der mehr Aktivitäten von seinem Team in der gegnerischen Hälfte forderte. Erstmals wurde Thomas Dähne mit einem Fernschuss von über 30 Metern durch Mirnes Pepic geprüft, den der 1860-Torwart aber souverän über die Querlatte wischte (28.). Im letzten Moment konnte zwei Minuten später Simen Voet einen Drehschuss von Dajaku im Strafraum zur Ecke abblocken (30.). Nach einem Freistoß von Thore Jacobsen aus dem Halbfeld nahm Reinthaler links im Strafraum den Ball unbedrängt an, schloss mit dem zweiten Kontakt ab, zielte aber aus spitzem Winkel knapp übers Ulmer Tor (33.). Im Anschluss einen Ballgewinn an der Mittellinie konterten die Löwen, Haugen passte tief auf Volland, der halbrechts im Strafraum aus acht Metern zum Abschluss kam, doch der grätschende Niklas Kölle wehrte den Schuss ab, verletzte dabei seinen eigenen Keeper (39.). Für den ging’s nach kurzer Behandlungspause weiter. Eine Flanke von der rechten Grundlinie durch Volland erreichte Haugen, doch sein Kopfball wurde zur Ecke geblockt (44.). In der 2. Minute der Nachspielzeit musste Reinthaler bei einer Flanke von rechts durch Max Scholze am kurzen Pfosten eingreifen, klärte per Kopf zur Ecke. Diese wehrten die Sechzger ab und danach pfiff Schiedsrichter Leonidas Exuzidis zur Pause.

Ohne Wechsel ging’s in die 2. Halbzeit. Eine fast identische Situation zum Führungstreffer gab es in der 49. Minute, doch diesmal traf Haugen vor Ortag von der rechten Strafraumkante nur das Außennetz. Auf der anderen Seite zielte Max Brandt aus 19 Metern knapp übers 1860-Tor (55.). Nach einer Flanke aus dem linken Halbfeld nahm Röser an der Strafraumkante mit einem Stoß in den Rücken Volland aus dem Spiel, der Unparteiische ließ jedoch weiterlaufen, zum Glück war der anschließende Schuss des Ulmer Stürmers so schwach, dass Dähne damit keine Probleme hatte (58.). Die Gastgeber erarbeiteten sich eine Vielzahl an Ecken, die aber von den Löwen gut verteidigt wurden. In der 63. Minute kam Marvin Rittmüller nach Haugen-Pass rechts im Strafraum gegen Kölle zu Fall, die Sechzger-Fans forderten lautstark Elfmeter, aber Schiedsrichter Exuzidis winkte ab, ließ weiterspielen. Zwei Minuten später passte Patrick Hobsch fast von der rechten Außenlinie zurück auf Clemens Lippmann, doch der bekam die Kugel nicht unter Kontrolle, so dass die Abwehr der Gastgeber klären konnte (65.). Nur hauchdünn verpasste Haugen eine Rechtsflanke von Volland mit dem Kopf im Fünfmeterraum (70.). Aus dem Nichts heraus hatten die Spatzen in der 83. Minute die Chance zum Ausgleich. Paul-Philipp Besong hatte von der rechten Grundlinie zurückgelegt, der heranrauschende Elias Löder kam an der Strafraumkante zum Schuss, doch Dähne war zur Stelle. Fünf Minuten gab’s nach Ablauf der 90 Minuten obendrauf, doch auch die Nachspielzeit überstanden die Sechzger unbeschadet, konnten nach fünf Niederlagen in der Fremde in Folge wieder einen Auswärtssieg feiern – den ersten unter Markus Kauczinski.

TRAINERSTIMMEN

„Es war harte Arbeit, vor allen Dingen in der 1. Halbzeit nach der frühen Führung“, bilanzierte Löwen-Coach Markus Kauczinski. „Wir hatten viele schwierige Situationen zu bestehen und bis zum Ende zittern müssen, wenngleich die 2. Halbzeit dann besser war.“ Der 55-Jährige monierte, dass sein Team die Chancen zum zweiten Treffer nicht genutzt habe. „Dann wird‘s natürlich noch mal schwerer am Ende. Das heute war ein Arbeitssieg, ein harter Kampf. Vor allen Dingen waren wir vor der Pause am Ball nicht so gut, wie wir sein können und haben dem Gegner relativ viel Ballbesitz gestattet. Der Gegner war sehr beweglich, zeitweise sind wir gar nicht nach vorne gekommen“, monierte er. „Wir haben es nicht geschafft, Bälle zu halten oder Bälle durchzuspielen, mal Ruhephasen zu haben. In der 2. Halbzeit war es dann besser. Leider haben wir es mit den beiden Chancen von Sigurd Haugen verpasst, für Ruhe zu sorgen.“ Kauczinski freute sich über den ersten Auswärtssieg unter seiner Regie. „Das sind so Erfolge, die wichtig sind in dieser Liga, wenn du nicht durch dramatische Schönspielerei gewinnst, sondern durch harte Arbeit. Das war heute sicher nicht vergnügungssteuerpflichtig. Wir haben dadurch etwas vom Rucksack weggenommen.“

Ulms Coach Pavel Dotchev erkannte trotz der Niederlage eine Leistungssteigerung bei seiner Mannschaft. „Generell ist unser Matchplan aufgegangen, bis auf die 1. Minute, wo wir das Gegentor bekommen haben. Das war eine kalte Dusche für uns. Die Jungs haben ein bisschen Zeit gebraucht, um das auszuschütteln.“  Sein Team hätte noch genügend Zeit gehabt, um die Partie zu drehen „und mindestens einen Punkt zu holen“. Dotchev hatte aber noch einige Defizite bei seinem Team gesehen, vor allem beim Pass im letzten Drittel. „Da fehlt mir die Überzeugung, das hängt vielleicht auch bisschen an unserer Situation. Verglichen mit dem Spiel zuvor, bin ich absolut optimistisch für die restliche Spiele und ich weiß, dass wir von Woche zu Woche besser werden und die Defizite aufarbeiten.“

STENOGRAMM, 16. Spieltag, 29.11.2025, 14.03 Uhr

SSV Ulm 1846 – TSV 1860 München 0:1 (0:1)

ULM: 39 Ortag (Tor) – 28 Scholze, 21 Seegert, 27 Mazagg, 32 Kölle – 14 Dressel, 23 Brandt, 11 Chessa, 20 Pepic, 43 Dajaku – 9 Röser. 
Ersatz: 1 Schmitt (Tor) – 7 Aksakal, 8 Westermeier, 17 Besong, 19 Meier, 25 Löder, 30 Vater, 34 Boller, 49 Becker.

1860: 21 Dähne (Tor) – 25 Dulic, 16 Reinthaler, 3 Voet – 29 Rittmüller, 26 Maier, 5 Jacobsen, 41 Lippmann – 31 Volland – 22 Haugen, 34 Hobsch.
Ersatz: 40 Bachmann (Tor) – 2 Danhof, 7 Niederlechner, 8 Philipp, 9 Steinkötter, 13 Christiansen, 18 Jakob, 20 Althaus, 30 Wolfram.

Wechsel: Besong für Pepic (69.), Löder für Röser (69.), Aksanal für Dajaku (78.), Becker für Chessa (84.), Boller für Seegert (84.) – Niederlechner für Haugen (75.). Philipp für Volland (75.), Danhof für Rittmüller (84.).

Tor: 0:1 Haugen (1.).
Gelbe Karten:  Scholze, Löder – Philipp. 
Zuschauer: 17.400 im Donaustadion Ulm.
Schiedsrichter: Leonidas Exuzidis (Ickern); Assistenten: Tarik Damar (Hürth), Jannik Schneider (Laboe); Vierter Offizieller: Martin Wilke (Merzhausen).

Bildergalerie

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