Bereit für Duisburg – Kauczinski: „Der Gegner wird uns alles abverlangen!“

Löwen-Trainer Markus Kauczinski wird in Duisburg seine eigene Fan-Base im Stadion haben.
Die Spiele bis zum Saisonende werden immer weniger. „Es kribbelt, ich freue mich auf Duisburg“, erklärt Löwen-Trainer Markus Kauczinski. „Langsam bin ich im Tunnel, mein Puls ist aber noch in Ordnung“, beruhigte der 56-Jährige die Journalisten der Löwenrunde. Die Mannschaft sei konzentriert und fokussiert. „Jeder ist sich bewusst, dass wir uns in einer entscheidenden Phase befinden.“
Die Reise in den Ruhrpott werden die langzeitverletzten Max Christiansen, Kilian Jakob, und Tunay Deniz nicht mit antreten. Dazu kommt Sean Dulic, den Kauczinski bald zurück im Mannschaftstraining erwartet. Es gehe bei ihm Schritt für Schritt vorwärts. „Ich hoffe, dass er nächste Woche Teile des Trainings mitmachen kann.“ Damjan Dordan steht wegen der Knieverletzung aus dem Wiesbaden-Spiel ebenso in Duisburg nicht zur Verfügung, wie Noah Klose, der sich bei der U21 eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte, und Loris Husic. Der 18-Jährige fehlt krankheitsbedingt. Alle drei sind aber kommende Woche wohl wieder dabei.
Die Zebras sind zu Hause eine Macht. In der Heimtabelle nehmen sie nach 14 Spielen mit 34 Punkten Platz eins ein. Damit haben sie in heimischen Gefilden genau doppelt so viele Punkte wie in der Fremde erzielt. „Duisburg hat eine gute Mannschaft“, sagt Kauczinski, „mit vielen beweglichen und schnellen Spielern und viel Power. Ich erwarte, dass sie uns unter Druck setzen werden.“ Trotzdem sieht Kauczinski sein Team in der Lage, „dass wir beim MSV was holen. Dazu müssen wir einen guten Tag erwischen, nach vorne gefährlicher sein als gegen Wiesbaden und hinten erneut gut stehen.“
Zuletzt ist den Meiderichern etwas die Souveränität verloren gegangen. In den letzten vier Partien gab’s nur einen Sieg. Dazu kam am vergangenen Wochenende die deutliche 1:5-Niederlage in Rostock, was Zweifel an der Systematik der Zebras laut werden ließ. Der Löwen-Coach weiß deshalb nicht, „was uns taktisch erwartet. Duisburg ist eine Mannschaft, die aufs Gaspedal drückt, die uns alles abverlangen wird. Wir müssen deshalb versuchen, die Momente auf unsere Seite zu bringen und die eine oder andere Situation besser ausspielen als gegen Wiesbaden“, fordert Kauczinski. „Wir dürfen sie keinesfalls ins Rollen kommen lassen, dann sind sie unheimlich gefährlich und unberechenbar.“ Gerade mit Lex Tyger Lobinger, der die Vorrunde noch für Viktoria Köln spielte, hätten sie im Winter „nochmals einen Stürmer dazubekommen mit viel Tempo“.
Kauczinski und sein Trainerteam haben unter der Woche viele Dinge ausprobiert. „Es wird auf alle Fälle Veränderungen geben“, kündigt der Coach an. Dazu zählt er aber nicht die Personalie Thore Jacobsen, der nach seiner Sperre ins Team zurückkehrt. „Durch ihn wird sich die Ausrichtung grundsätzlich nicht verändern, wenngleich er sehr präsent ist und den offensiveren Part neben Philipp Maier einnimmt.“ Da Husic als Back up ausfällt, wird Samuel Althaus erstmals nach seiner Verletzung wieder im Profi-Kader stehen. Xaver Kiefersauer, der Kapitän der U21, hatte zwar die Woche über mittrainiert und Kauczinski zeigte sich von den Fähigkeiten des 20-Jährigen auch angetan („Er macht einen guten Eindruck, ist körperlich robust und hat Akzente gesetzt.“), aber Althaus hätte mehr Bindung zum Team.
In den Ruhrpott werden die Löwen mindesten 1.600 Fans begleiten. Für den 1860-Cheftrainer ein wichtiger Faktor. „Der Support pusht uns“, erklärt er. „Gerade wenn es nicht so lief, war die Unterstützung da“, lobte er den Sechzger-Anhang. „Es ist was entstanden“, sagt Kauczinski über die Chemie zwischen Mannschaft und Fans. Der gebürtige Gelsenkirchner wird aber eine eigene Fan-Base im Duisburger Stadion haben. „Es haben sich einige Freunde von mir angesagt.“
Der Löwen-Trainer verspricht, alles dafür tun zu wollen, um das Spiel zu gewinnen. Trotzdem wehrt er sich gegen das Prädikat „richtungsweisend“. „Es ist eins von noch neun Spielen. Jede Partie ist gleich wichtig. Die Jungs sind bereit für die nächste Herausforderung.“ Aber sowohl für sein Team als auch für Duisburg gelte: „Jeder Moment, jeder Punkt zählt. Entscheidend ist, dass wir es besser als der Gegner machen!“
MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN
MSV: 1 Braune (Tor) – 29 Bitter, 5 Fleckstein, 42 Hahn, 27 Coskun – 18 Meuer, 19 Müller – 23 Symalla, 10 Viet, 14 Noß – 45 Lobinger.
Ersatz: 24 Paris (Tor) – 7 Bookjans, 8 Casar, 9 Heike, 17 Göckan, 20 Jessen, 22 Töpken, 26 Krüger, 28 Egerer, 31 Kother, 33 Tugbenyo, 38 Sadlek, 40 Schlicke.
Es fehlen: 6 Bulic, 11 Dittgen, 13 Hanin, 25 Borkowski, 37 Sussek.
1860: 21 Dähne (Tor) – 33 Faßmann, 16 Reinthaler, 3 Voet – 2 Danhof, 26 Maier, 5 Jacobsen, 29 Rittmüller – 31 Volland – 8 Philipp, 22 Haugen.
Ersatz: 12 Qela, 40 Bachmann (beide Tor) – 4 Verlaat, 7 Niederlechner, 9 Steinkötter, 17 Schröter, 20 Althaus, 27 Pfeifer, 30 Wolfram, 34 Hobsch, 37 Schifferl, 41 Lippmann.
Es fehlen: 13 Christiansen, 18 Jakob, 23 Dordan, 25 Dulic, 36 Deniz, 42 Klose, 43 Fuchs, 44 Husic.
Schiedsrichter: Richard Hempel (Dresden); Assistenten: Tim Kohnert (Gerwisch), Steven Greif (Gotha); Vierter Offizieller: Justin Hasmann (Neunkirchen).
