Drittes Remis in Folge: Löwen spielen nur 2:2 gegen Alemannia Aachen.

Philipp Maier verschuldete erst einen Elfmeter und glich dann fünf Minuten später zum 1:1 aus.
Personal: Im Heimspiel gegen Aachen musste Löwen-Trainer Markus Kauczinski Jesper Verlaat, Florian Niederlechner, Max Christiansen, Morris Schröter, Samuel Althaus, Sean Dulic, Manuel Pfeifer und Tunay Deniz verletzungsbedingt ersetzen. Nicht im 20-Mann-Kader standen Torhüter Miran Qela, Luan Klose und Finn Fuchs.
Spielverlauf: Die Partie begann mit einer Gedenkminute für den ehemaligen Schiedsrichter Eugen Strigel. Beide Mannschaften waren in der Anfangsphase zunächst auf Torsicherung bedacht, scheuten das Risiko im Spiel nach vorne. Den ersten Aufreger in der 8. Minute gab es, nachdem David Philipp auf Zuspiel von Thore Jacobsen im Alemannia-Strafraum zu Fall gekommen war. Schiedsrichter Martin Wilke ließ jedoch weiterspielen. Eine Freistoßflanke von Kevin Volland zehn Meter vorm rechten Strafraumeck erwischte Patrick Hobsch im Rückwärtslaufen mit dem Kopf, brachte dadurch aber nicht genügend Druck aufs Spielgerät, um Torhüter Fotios Pseftis vor Probleme zu stellen (11.). Überraschend gab es in der 17. Minute für Aachen Elfmeter. Nach einem schwach verteidigten Angriff der Alemannia riss Philipp Maier im Strafraum Mika Schroers um. Lars Gindorf schritt zur Tat, verlud Thomas Dähne und schob ins linke untere Eck zur 1:0-Gästeführung ein (18.). Es war bereits der 15. Saisontreffer des Top-Stürmers der 3. Liga. In der Folge schwammen die Sechzger etwas in der Defensiv, fuhren drei Minuten später aber einen sehenswerten Konter, den ein Aachener Spieler im letzten Moment gegen Philipp am Fünfmeterraum zur Ecke klären konnte (21.). Diese brachte Volland von links nach innen, Maier nahm die Kugel an der Fünfmeterkante volley aus der Luft, abgefälscht durch Gianluca Gaudinio schlug sie zum 1:1 ins rechte Eck ein (22.). Raphael Schifferl kam in der 34. Minute nach Linksflanke von Volland relativ frei zum Kopfball, setzte aber aus neun Metern die Kugel genau in die Arme von Pseftis. Zwei Minuten später wurde Philipp beim Abschluss in der Nähe des Elfmeterpunkts im letzten Moment gestoppt (36.). Wenn die Gäste zu Chancen kamen, dann meist nach Fehlern der Sechzger. So auch in der 38. Minute, als Jakob eine Flanke genau vor die Füße von Schroers klärte, dessen Schuss von der Fünfmeterkante ging aber übers 1860-Tor. Pseftis musste nach Pass in die Tiefe von Thore Jacobsen gegen Clemens Lippmann im Strafraum Kopf und Kragen riskieren, um vor dem Sechzger an der Kugel zu sein (45.). Im Gegenzug kam Mehdi Loune aus neun Metern zum Abschluss, schoss aber seinen eigenen Mitspieler an (45.+1). So ging es mit 1:1 in die Kabine.
Die beiden gelb vorbelasteten Jakob und Maier kamen nicht mehr zur 2. Halbzeit. Für sie schickte Löwen-Trainer Markus Kauczinski Damjan Dordan und Marvin Rittmüller aufs Feld. Nach einem Eckball von rechts durch Gaudino, den dieser als Aufsetzer in den Rückraum passte, schloss Pierre Nadjombe aus 18 Metern ab, zielte aber weit übers 1860-Tor (49.). Auf der anderen Seite versprang Pseftis nach einem Rückpass der Ball, Patrick Hobsch ging dazwischen, kam zu Fall, diesmal pfiff der Schiedsrichter Wilke Elfmeter und zeigte dem Keeper Gelb (53.). Jacobsen lief an, schickte Pseftis ins rechte Eck und vollendete sicher zum 2:1 in die Mitte (54.). Aus heiterem Himmel glichen die Kaiserstädter aus. Nach einem Einwurf zog Schroers aus 25 Metern einfach ab, die Kugel landete unhaltbar für Dähne zum 2:2 im linken Kreuzeck (61.). Beinahe wäre die Alemannia eine Minute später in Führung gegangen, doch der völlig frei am rechten Fünfmetereck zum Abschluss gekommene Faton Ademi traf nur das Außennetz (62.). In der 72. Minute ging der Löwen-Trainer ins Risiko, brachte „Maskenmann“ Sigurd Haugen für Hobsch in die Partie und Justin Steinkötter für Philipp. Ein Flugball von Schifferl legte in der 80. Minute Haugen sich im Strafraum mit der Brust vor, kam dann aus acht Meter zum Abschluss, die Kugel ging, leicht abgefälscht, übers Aachener Tor. Ansonsten war es weiterhin ein zerfahrenes Spiel mit vielen technischen Fehlern. In der 2. Minute der Nachspielzeit kam Haugen im Zweikampf mit Marius Wegmann zu Fall, vehement forderten die Löwen Strafstoß, doch Schiedsrichter Wilke ließ weiterspielen. Damit blieb es beim 2:2 und dem dritten Remis für die Sechzger in diesem Jahr.
TRAINERSTIMMEN
„Losgelöst von einzelnen Spielphasen, kann ich nicht zufrieden sein“, lautete das Fazit von Löwen-Trainer Markus Kauczinski. Seiner Meinung nach hätte sein Team viel zu viel nach hinten gespielt, nach vorne die nötige Konsequenz vermissen lassen. „Wir haben heute nicht die Basics auf den Platz gebracht. Es war der schlechteste von den drei Auftritten in diesem Jahr. Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht und am Ende nicht mehr als den einen Punkt verdient.“ Dabei wollte er die nicht gegebenen Elfmeter bei Fouls gegen David Philipp und Sigurd Haugen als Entschuldigung anführen. Die Entscheidung, dass der Norweger im Kader stand, sei beim Abschlusstraining gefallen, „weil er ohne Angst mit dem Kopf bei den Standards hingegangen ist“. Kauczinski lobte die Einstellung des Stürmers. „Was er mit seiner Power und Energie bringt, das konnte man sehen. Das hilft uns unheimlich weiter!“
Für Aachens Coach Mersad Selimbegovic war es ein „gutes und intensives Spiel auf schwierigem Boden. Wir sind gut reingekommen und haben das durchgezogen, was wir uns vorgenommen haben.“ Die Führung sei seiner Meinung nach verdient gewesen. Der Ausgleich sei überraschend gefallen. „Sechzig braucht nicht viel, hat uns sofort bestraft“, lautete sein Kommentar. Die Führung der Löwen bezeichnete Selimbegovic als „Geschenk, das der Gegner angenommen hat. Aber meine Mannschaft hat nicht aufgegeben, das 2:2 mit einem Traumtor erzielt. Danach hatten wir noch einige Möglichkeiten. Am Ende ist es nur ein Punkt. Wir hätten nach dem Verlauf mehr verdient!“
STENOGRAMM, 22. Spieltag, 31.01.2 026, 14 Uhr
TSV 1860 München – Alemannia Aachen 2:2 (1:1)
1860: 21 Dähne (Tor) – 37 Schifferl, 16 Reinthaler, 3 Voet – 41 Lippmann, 26 Maier, 5 Jacobsen, 18 Jakob – 31 Volland – 34 Hobsch, 8 Philipp.
Ersatz: 40 Bachmann (beide Tor) – 2 Danhof, 9 Steinkötter, 22 Haugen, 23 Dordan, 29 Rittmüller, 30 Wolfram, 33 Faßmann, 44 Husic.
AAC: 22 Pseftis (Tor) – 33 Wegmann, 28 Wiebe, 2 Bagalianis – 29 Nadjombe, 10 Gaudino, 36 Ademi, 7 Scepanik – 11 Loune, 23 Gindorf – 27 Schroers.
Ersatz: 1 Riemann (Tor) – 3 Wagner, 4 Meyer, 8 Bahn, 9 Sulejmani, 18 Wriedt, 25 Yarbrough, 30 Winter, 44 Castelle.
Wechsel: Dordan für Maier (46.), Rittmüller für Jakob (46.), Haugen für Hobsch (72.), Steinkötter für Philipp (72.) – Bahn für Loune (84.), Yarbrough für Gaudino (84.), Wriedt für Ademi (88.), Castelle für Schroers (88.).
Tore: 0:1 Gindorf (18., Foulelfmeter), 1:1 Maier (22.), 2:1 Jacobsen (54., Foulelfmeter), 2:2 Schroers (61.).
Gelbe Karten: Maier, Jakob, Dordan – Gindorf, Pseftis, Wiebe, Wriedt.
Zuschauer: 15.000 im Grünwalder Stadion (ausverkauft).
Schiedsrichter: Martin Wilke (Merzhausen); Assistenten: Mathias Heilig (Erzingen), Mika Forster (Flehingen); Vierter Offizieller: Jonas Krzyzanowski (Neuburg/Donau).
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