Elf Ausfälle gegen Rot-Weiss Essen: Kauczinski bleibt zuversichtlich.

Löwen-Trainer Markus Kauczinski bleibt trotz der angespannten Personallage positiv.
Zu der ohnehin schon langen Ausfallliste gesellten sich zuletzt drei weitere Namen: Florian Niederlechner wird wegen Problemen im Hüftbeuger ebenso nicht zur Verfügung stehen, wie Thomas Dähne wegen eines grippalen Infekts. „Er war die ganze Woche im Bett gelegen“, erzählt Trainer Markus Kauczinski. „An einen Einsatz ist nicht zu denken.“ Morris Schröter wird ebenfalls nicht dabei sein. „Er fühlt sich nach seiner Verletzung noch nicht bereit“, erklärt der Löwen-Coach. Damit fehlt gegen Essen eine komplette Mannschaft. Zehn Verletzte plus Thore Jacobsen, der nach seiner 5. Gelben Karte gesperrt pausieren muss.
Schon am Mittwoch musste Samuel Althaus passen. Er war eigentlich als Sechser vorgesehen gewesen, verletzte sich aber im Training am Hüftbeuger. Manuel Pfeifer und Jesper Verlaat hatten schon im Trainingslager einen Rückfall, Sean Dulic erwischte es beim 4:1-Testspielerfolg gegen den FC Winterthur. Dazu kommen die langzeitverletzten Max Christiansen, Sigurd Haugen und Tunay Deniz.
Trotz dieser Misere gibt es für den Trainer keinen Grund zum Lamentieren, wahrscheinlich auch, weil diese Situation für ihn nicht neu ist. „Ich habe sowas schon erlebt“, sagt er, „bei Wehen Wiesbaden hatte ich nur noch 14 oder 15 Leute. Trotzdem haben wir 3:0 gegen Waldhof Mannheim gewonnen“, erinnert er sich. Natürlich betrieb er zusammen mit seinem Trainerteam und der medizinischen Abteilung Ursachenforschung. Etwas Bestimmtes konnte dabei aber nicht ermittelt werden. „Es ist ein Mischmasch von vielen Dingen“, erklärt Kauczinski. „Es ist eben so, aber wir sind immer noch in der Lage, eine gute Mannschaft zu stellen“, sagt er fast trotzig und kündigt an: „Auf einer Position wird es zum ersten Drittliga-Einsatz kommen.“
Dabei dürfte es sich um den zweiten Sechser handeln. Althaus war dafür die erste Option, nun stehen dafür Damjan Dordan und U17-Vizeweltmeister Loris Husic parat. Es passt, dass Kauczinski beide mit ins Trainingslager nach Belek genommen hatte, Dordan schon zuvor mehrere Wochen mit den Profis trainierte. Das gilt auch für Noah Klose. Lediglich Finn Fuchs, der für Schröter in den Spieltagskader rückt, war nicht in der Türkei dabei, hat aber auch schon in der Vergangenheit einige Trainingseinheiten bei der Drittliga-Mannschaft absolviert. Somit verfügt Kauczinski – anders als zu seiner Zeit bei Wehen Wiesbaden – über einen kompletten 20-Mann-Kader. „Ich sehe bei den jungen Spielen sehr viel Unbekümmertheit und Frechheit, die mir Spaß machen.“ Schon im Test gegen den Schweizer Erstligisten Winterthur hätten die Neulinge ihr Talent unter Beweis gestellt. „Ich hoffe, dass die Fans die Spieler, die ihren ersten Einsatz haben, besonders unterstützen. Wenn der Rest stimmt, dann kann man auch einen jungen Spieler mittragen!“
Trotzdem wird am Samstag keine Nachwuchsmannschaft auflaufen. „Wir haben mit Hobsch, Volland, Maier, Philipp oder Reinthaler immer noch viele erfahrene Spieler auf dem Platz“, verweist der Trainer auf die Altersstruktur. Dazu wird der 35-jährige René Vollath zwischen den Pfosten stehen. Der Torwart-Trainer erhält den Vorzug vor dem jungen Paul Bachmann. „Paul ist ein aufstrebendes Talent“, hält Kauczinski große Stücke auf den 20-Jährigen, „hat aber das Trainingslager verpasst. Deswegen gab es für mich keine große Überlegung. René hat immer bewiesen, dass man sich auf ihn verlassen kann. Gegen Winterthur hat er gezeigt, dass er das Verständnis und die Grundfitness trotz seines fortgeschrittenen Alters mitbringt.“
Mit Rot-Weiss Essen kommt ein Team nach Giesing, das in der Tabelle als Vierter vier Plätze vor den Löwen steht und vier Punkte mehr auf dem Konto hat. Kauczinski bezeichnet den Gegner als gute Mannschaft. „Es ist ein Spitzenteam, das um den Aufstieg mitspielt und über eine gute Balance verfügt.“ Beide Teams stünden für eine Mischung aus Kampf und Spiel. „Deswegen wird es eine spannende Aufgabe.“
Ob er unter den aktuellen Voraussetzungen mit einem Unentschieden zufrieden wäre, wurde der 55-jährige Löwen-Coach gefragt. „Ich spiele immer, um zu gewinnen. Alles andere muss man hinterher analysieren“, lautet Kauczinskis Credo. Es gehe gegen Essen um „Kompaktheit in allen Zonen. Wir müssen die Basics auf den Platz bringen. Das wird entscheidend sein. Ich freue mich auf ein intensives Spiel zu Hause. Wir wollen eine gute Partie hinlegen. alles geben und versuchen, dem Gegner das Leben so schwer wir möglich zu machen!“
MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN
1860: 11 Vollath (Tor) – 37 Schifferl, 16 Reinthaler, 3 Voet – 41 Lippmann, 26 Maier, 23 Dordan, 18 Jakob – 31 Volland – 34 Hobsch, 8 Philipp.
Ersatz: 12 Qela, 40 Bachmann (beide Tor) – 2 Danhof, 9 Steinkötter, 19 Erdogan, 29 Rittmüller, 30 Wolfram, 33 Faßmann, 43 Fuchs, 44 Husic, 45 Klose.
Es fehlen: 4 Verlaat, 5 Jacobsen, 7 Niederlechner, 13 Christiansen, 17 Schröter, 20 Althaus, 21 Dähne, 22 Haugen, 25 Dulic, 27 Pfeifer, 36 Deniz.
RWE: 1 Golz (Tor) – 23 Rios Alonso, 4 Schultz, 33 Kraulich – 2 Kostka, 39 Swajkowski, 26 Müsel, 14 Brumme – 7 Safi, 24 Mizuta – 22 Schmidt
Ersatz: 25 Brüning, 35 Wienand (beide Tor) – 6 Arslan, 10 Obuz, 15 Hüning, 18 Kaiser, 19 Bouebari, 20 Janssen, 29 Mause, 30 Owusu, 38 Schulte-Kellinghaus.
Es fehlen: 8 Gjasula, 9 Cuber Potocnik, 28 Moustier, 37 Hofmann.
Schiedsrichter: Felix Weller (Neunkirchen); Assistenten: Fabian Porsch (Barsbüttel), Gerhard Alexander Ludolph (Hoisbüttel); Vierter offizieller: Manuel Bergmann (Erbach).