Vier Minuten Tiefschlaf: Löwen unterliegen Energie Cottbus mit 0:3.

Löwen-Torhüter Thomas Dähne versuchte nach den beiden Gegentoren innerhalb von vier Minuten seine Kollegen nochmals einzuschwören.
Personal: Im Auswärtsspiel bei Energie Cottbus musste Löwen-Trainer Markus Kauczinski verletzungsbedingt auf Jesper Verlaat, Max Christiansen, Kilian Jakob, Sean Dulic und Tunay Deniz verzichten. Noah Klose war zuletzt krank, Finn Fuchs und Loris Husic spielten am Ostermontag in der U21 beim 4:0-Sieg über den SV Erlbach. Nicht im 20er-Kader standen der dritte Torhüter Miran Qela, Morris Schröter und Maximilian Wolfram.
Spielverlauf: Erstmals gefährlich vor dem Löwen-Tor wurde es in der 6. Minute. Tolcay Cigerci hatte auf Jannis Boziaris durchgesteckt, dessen scharfe Hereingabe von rechts blockt Max Reinthaler, klärte sie zur Ecke. Ansonsten war viel Tempo, aber auch Nervosität in den Aktionen beider Teams. Tolcay Cigerci eroberte den Ball im Mittelfeld gegen Kevin Volland, leitete ihn weiter zu Boziaris, der sprintete diagonal vom Zentrum in den Strafraum, schloss halblinks aus 13 Metern ab, doch Raphael Schifferl grätschte den Schuss übers eigene Tor (16.). Nach einem Fehlpass von Volland brachte Axel Borgmann auf der linken Seite Moritz Hannemann in Position, der legte den Ball Richtung Elfmeterpunkt, wo Boziaris zwar mit links aus zwölf Metern abschloss, aber mit seinem zentralen Schuss an Thomas Dähne scheiterte (21.). Fast an der Mittellinie verlor Reinthaler gegen Erik Engelhardt ein Kopfballduell, der Cottbuser Stürmer schnappte sich die Kugel, lief Richtung 1860-Tor, schloss an der Strafraumkante ab, doch erneut konnte Dähne den Schuss parieren (27.). Zwei Minuten später war der Löwen-Schlussmann machtlos. Dominik Pelivan hatte nach rechts raus auf Boziaris abgelegt, der flankte mit viel Gefühlt an den zweiten Pfosten geflankt, der eingelaufene Engelhardt war mit dem Kopf zur Stelle, drückte die Kugel aus kurzer Distanz über die Linie (29.). Vier Minuten später sogar das 2:0 für die Lausitzer. Lukas Michelbrink nutzte eine Unordnung in der 1860-Hintermannschaft, kam an der rechten Fünfmeterraumseite bis zur Grundlinie, passte scharf nach innen, wo der eingelaufene Engelhardt nur noch den Fuß hinstellen musste, aus kurzer Distanz vollendete (33.). Im Anschluss an einen Ballverlust von Philipp Maier vorm eigenen Strafraum kam Tolgay Cigerci aus 17 Metern zum Abschluss, setzte die Kugel aber links am Tor vorbei (42.). Erst kurz vor der Pause hatten die Löwen den ersten Torabschluss. Volland spielte von der Mittellinie den gestarteten Justin Steinkötter hoch an, der nahm im Zweikampf gegen King Manu den Ball mit der Brust mit, schloss an der Strafraumkante ab, setzte die Kugel aber deutlich übers Energie-Tor (45.+1). Kurz danach war Pause.
Die Löwen versuchten zu Beginn der 2. Halbzeit, den Anschlusstreffer zu erzielen, attackierten früher und zeigten eine andere Körpersprache. Trotzdem hatten die Gastgeber die erste Chance im Durchgang zwei. Michelbrink setzte sich per Beinschuss rechts im Strafraum gegen Reinthaler durch, sein Schuss aus spitzem Winkel landete jedoch am Außennetz (51.). Auf der anderen Seite wurde zunächst ein Steinkötter-Schuss aus 15 Metern in zentraler Position geblockt, auch der Nachschuss von Samuel Althaus konnte Borgmann mit dem Körper abwehren. Die Kugel landete bei Tim Danhof, der von rechts am Fünfmeterraum zurück auf Volland legte, dessen 13 Meter-Schuss aufs lange Eck klärte Manu für seinen geschlagenen Keeper Marius Funk vor der Linie (53.). In der 58. Minute musste Dähne außerhalb seines eigenen Strafraums eine zu kurze Rückgabe von Simen Voet gegen Boziaris klären. Der Abpraller fiel Tolcay Cigerci vor die Füße, sein Lupfer aufs leere Tor konnte jedoch der zurückgeeilte Lasse Faßmann vor der Linie retten (58.). Wenn es nicht läuft, dann kommt auch noch Pech dazu: Nach einem Konter kam der Ball von rechts in den Fünfmeterraum, Justin Butler verlängerte die Hereingabe mit der Hacke, Engelhardt schoss aufs Tor, Dähne schien die Kugel bereits zu haben, sie rutschte ihm aber durch die Finger, so dass der nachsetzende Engelhardt ihn aus kurzer Distanz zum 3:0 ins Tor bugsierte (66.). Die Sechzger hatten an diesem Abend auch einfach kein Glück. In der 73. Minute rettete Nyamekye Awortwie-Grant auf der Linie. Ein Schuss von Clemens Lippmann hatte Keeper Funk mit dem Fuß abgewehrt, Volland legte per Fallrückzieher für Florian Niederlechner vor, dessen Schuss aus fünf Meter blockte der Energie-Verteidiger für seinen geschlagenen Torwart. Vier Minuten später stand der Pfosten einem 1860-Tor im Wege. Ein Zuspiel von Volland nahm Niederlechner halbrechts im Strafraum aus der Drehung direkt, traf aber nur das Aluminium des langen Ecks (77.). Noch besser die Chance in der 86. Minute. Nach einer Flanke von rechts durch Marvin Rittmüller setzte Sigurd Haugen aus fünf Metern die Kugel über die Latte (86.). Mit einem Ehrentreffer sollte es an diesem Abend nichts werden, obwohl die Sechzger bis zum Abpfiff alles versuchten. Damit rückt der Relegationsplatz in weite Ferne. Energie hat als Dritter nun zehn Punkte Vorsprung auf die Löwen.
TRAINERSTIMMEN
Löwen-Trainer Markus Kauczinski sprach von einer verdienten Niederlage. „Wir haben in der 1. Halbzeit überhaupt kein Mittel gefunden, konnten das Tempo von Cottbus nicht mitgehen. Heute haben wir unsere Grenzen gesehen. Wir hatten dann 20, 25 Minuten in der 2. Halbzeit, wo wir das Spiel ausgeglichen gestalten, wo wir vielleicht die eine oder andere Chance hatten, um heranzukommen, aber insgesamt war der Sieg von Cottbus hochverdient!“ Energie sei einfach zu stark für sein Team gewesen. „Wir waren nicht präsent, wir waren in den Zweikämpfen nicht hart genug und deswegen geht es am Ende nicht darum, dass wir ein Tor hätten machen können.“ Kauczinski monierte das fehlende Spieltempo. „Gewisse Sachen konnten wir über die Zeit kaschieren – heute leider nicht“, lautete sein bitteres Fazit. Für den 56-Jährigen ist das Thema Aufstieg abgehakt. „Wenn man die anderen Ergebnisse sieht und dass wir hier nicht unsere Leistung abrufen konnten dann brauchen wir darüber nicht mehr reden“, stellte der 1860-Trainer klar.
Cottbus Coach Claus-Dieter „Pelé“ Wollitz zeigte sich über die Spielfreude, die Energie, Intensität, das Gegenpressing und die totale Fokussierung seiner Mannschaft begeistert. „Das 3:0 war hochverdient. Nur danach haben wir gesehen, dass so ein Spiel nie zu Ende ist. Wir hatten ein bisschen Glück, aber ich glaube bis zum 3:0 war das auch mehr als verdient, weil wir einfach eine höhere Intensität als der Gegner hatten. Hintenraus haben wir ein etwas nachgelassen, vielleicht auch aufgrund der Englischen Woche.“
STENOGRAMM, 32. Spieltag, 07.04.2026, 18.60 Uhr
FC Energie Cottbus – TSV 1860 München 3:0 (2:0)
FCE: 33 Funk (Tor) – 44 Straudi, 2 Manu, 23 Awortwie-Grant, 20 Borgmann – 5 Pelivan, 10 Tolc. Cigerci, 19 Boziaris, 8 Michelbrink – 18 Engelhardt, 11 Hannemann.
Ersatz: 1 Sebald (Tor) – 3 Rorig, 4 Campulka, 17 Moustfa, 22 Cvjetinovic, 24 Lucoqui, 25 Tattermusch, 31 Butler, 37 Biankadi.
1860: 21 Dähne (Tor) – 37 Schifferl, 16 Reinthaler, 3 Voet – 2 Danhof, 5 Jacobsen, 26 Maier, 41 Lippmann – 31 Volland – 9 Steinkötter, 22 Haugen.
Ersatz: 40 Bachmann (Tor) – 7 Niederlechner, 8 Philipp, 20 Althaus, 23 Dordan, 27 Pfeifer, 29 Rittmüller, 33 Faßmann, 34 Hobsch.
Wechsel: Rorig für Hannemann (60.), Butler für Boziaris (60.), Tattermusch für Engelhardt (78.), Cvjetinovic für Michelbrink (78.), Lucoqui für Straudi (87.) – Faßmann für Schifferl (46.), Althaus für Maier (46.), Niederlechner für Steinkötter (65.), Rittmüller für Danhof (65.), Hobsch für Volland (82.).
Tore: 1:0 Engelhardt (29.)2:0 Engelhardt (33.), 3:0 Engelhardt (66.).
Gelbe Karten: Engelhardt – Schifferl.
Zuschauer: 16.273 im LEAG Energie Stadion.
Schiedsrichter: Florian Lechner (Insel Poel); Assistenten: Julius Martenstein (Marburg), Kevin Behrens (Berlin); Vierter Offizieller: Robert Wessel (Berlin).
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