Löwen mit schmeichelhaftem Punkt beim torlosen Remis in Saarbrücken.

Die Löwen Raphael Schifferl (li.) und Samuel Althaus (re.) haben in dieser Szene den Saarbrücker Kai Brünker sicher im Griff.
Personal: Im Auswärtsspiel beim 1. FC Saarbrücken musste Löwen-Trainer Markus Kauczinski verletzungsbedingt auf Jesper Verlaat, Max Christiansen, Max Reinthaler, Kilian Jakob, Sean Dulic, Lasse Faßmann und Tunay Deniz verzichten. Noah Klose und Finn Fuchs spielten am Abend zuvor in der U21 gegen Kirchanschöring. Nicht im 20er-Kader standen der dritte Torhüter Miran Qela und Clemens Lippmann.
Spielverlauf: Den ersten Abschluss hatten die Gastgeber. Ein Linksschuss von Tim Civeja aus 17 Metern ging aber weit über das Tor von Thomas Dähne (2.). Ansonsten tat sich in der Anfangsphase wenig vor den Toren. Ein Abschluss von Florian Pick halblinks im Strafraum wurde zur Ecke geblockt (11.). Bei einem Eckball von rechts, den Niko Bretschneider mit viel Schnitt aufs Tor gedreht hatte, musste Dähne sich in einer Traube von Spielern Platz verschaffen, um die Kugel auf der Linie wegfausten zu können (14.). Civeja passte in der 17. Minute in die Gasse auf Maurice Multhaup, der kam am rechten Fünfmetereck zum Schuss, Dähne tauchte ab, lenkte den Abschluss ans Außennetz des kurzen Ecks. Nach einer Ringereinlage von Kai Brünker gegen Raphael Schifferl im Mittelfeld kam Pick an die Kugel, ging Richtung Tor, wurde im Strafraum aber von Schifferl gestellt, der die Situation bereinigte (24.). Kurz danach passte Patrick Sontheimer den Ball in den Strafraum, Multhaupt kam halblinks aus neun Metern gegen Dähne zum Abschluss, brachte aber die Kugel nicht am glänzend reagierenden Löwen-Keeper vorbei (25.). Nach Civeja-Pass kam Pick halblinks mit rechts aus 17 Metern zum Abschluss, zielte aber erneut deutlich übers 1860-Tor (28.). Die Sechzger waren in dieser Phase viel zu passiv, ließen den Saarländern große Räume zum Kontern. Drei Minuten später eine Riesenchance von Brünker. Im Anschluss auf ein Zuspiel von Sebastian Vassiliadis ließ er Schifferl stehen, umkurvte Dähne und zielte rechts aus spitzem Winkel aufs Tor, doch Philipp Maier rettete für seinen geschlagenen Keeper auf der Linie (31.). Ein 22-Meter-Freistoß von Kevin Volland auf der anderen Seite landete in der Mauer (36.). Nach einem Steckpass von Volland grätschte Florian Niederlechner rechts am Fünfmetereck den Ball aufs Tor, scheiterte aber an Keeper Philipp Menzel, der ihm entgegengekommen war (39.). Auf der anderen Seite lief Multhaupt auf der linken Seite Simen Voet davon, kam aus spitzem Winkel zum Abschluss, doch Dähne parierte den Schuss aus zwölf Metern zur Ecke (40.). Die Löwen hatten es letztlich Dähne zu verdanken, dass es zur Pause noch 0:0 stand. Beim Eckenverhältnis führte Saarbrücken nach 45 Minuten mit 7:0.
In der 2. Halbzeit stellten die Sechzger auf eine Viererkette um. Tim Danhof kam für Maier in die Partie. In der 50. Minute kam Brünker zur nächsten Großchance. Nach einem Steckpass von Pick hatte der Stürmer im Zentrum freie Bahn, zögerte aber etwas zu lange mit seinem Abschluss, so dass Schifferl den Zehn-Meter-Schuss blocken konnte. Fast aus dem Nichts heraus plötzlich eine Mehrfachchance für die Löwen. Danhof hatte von der rechten Grundlinie geflankt, Vollands Fallrückzieher missriet, Althaus nahm den Ball halbrechts aus elf Metern direkt, Menzel wehrte ihn mit einem Reflex ab, auch der anschließende Flugkopfball von Niederlechner konnte der FCS-Keeper zur Ecke parieren (56.). In der 71. Minute konnte sich Vasiliadis auf der rechten Seite bis zur Grundlinie durcharbeiten, seinen Pass in die Mitte klärte Dähne zur Ecke (67.). Pick vergab eine Riesenchance für die Saarländer im Strafraum durch ein schlampiges Zuspiel, das Schifferl klären konnte (71.). Eine Hereingabe von links durch Justin Steinkötter erreichte der eingelaufene Volland zwar im Zentrum, konnte den Ball aber bedrängt nicht mehr aufs Tor platzieren (78.). Wieder stand Pick in der 80. Minute im Mittelpunkt. Dominic Baumann spielte tief den Stürmer an, der vor Schifferl am rechten Fünfmetereck am Ball war, Dähne kam ihm entgegen, machte sich groß, Pick fiel und forderte Elfmeter. Doch Schiedsrichter Cristian Ballweg winkte ab (81.). Einen Schuss von Sontheimer halblinks von der Strafraumkante aufs kurze Eck wehrte Dähne zur Ecke ab (84.). Nach Zuspiel von Patrick Hobsch kam Justin Steinkötter halblinks im Strafraum aus sieben Metern zum Abschluss, verlor aber das Gleichgewicht und setzte die Kugel in aussichtsreicher Position weit am Tor vorbei (90.+1). Auf der anderen Seite war es Sontheimer, der eine Möglichkeit kläglich vergab (90.+2). In der 9. Minute der Nachspielzeit hätte Manuel Pfeifer für den Lucky-Punch sorgen können, seine Direktabnahme aus 15 Metern ging aber über die Querlatte. Am Ende ergatterten sich die Löwen einen unterm Strich schmeichelhaften Punkt im Saarland.
TRAINERSTIMMEN
Löwen-Trainer Markus Kauczinski war nicht zufrieden, schon gar nicht mit der 1. Halbzeit. „Wir sind überhaupt nicht gefährlich geworden. waren viel zu pomadig. Selbst wenn wir nach vorne gespielt haben, waren wir zu weit auseinander, um zweite Bälle zu holen, um vielleicht zu einer zweiten Welle zu kommen, sondern sind immer wieder ins Leere gelaufen.“ Timing und Energie hätten gefehlt. „Die 2. Halbzeit war ordentlich. Unterm Strich müssen wir mehr als mit dem Punkt zufrieden sein. Saarbrücken hatte so viele Möglichkeiten, vor allem am Anfang. Da kann auch gerne mal einer reingehen. Ich muss mich bei Thomas bedanken, er hat uns im Spiel gehalten“, sagte er über seinen Keeper Thomas Dähne. Auch für Abwehrchef Raphael Schifferl fand der 56-Jährige nur lobende Worte. „Rapha hat die Abwehr zusammengehalten, hat viele Zweikämpfe gewonnen, ordentlich nach vorne gespielt. Er hat es heute einfach gut gemacht!“
„Es ist schade für die Fans“, fand Saarbrückens Coach Argirios Giannikis nach dem 0:0. „Wir haben ein tolles Spiel gemacht, vor allen Dingen in der 1. Halbzeit sehr viele Chancen herausgespielt. Ich glaube, wir hatten 8:0-Ecken, einmal wurde auf der Linie vom Gegner gerettet, mehrmals musste der Torwart von Sechzig seine Klasse zeigen, damit es bei der Null bleibt. Im Endeffekt ist es schade, sonst wäre es ein toller Nachmittag für uns gewesen.“ Trotz der mageren Chancenverwertung sah der ehemalige 1860-Coach bei seinem Team spielerisch Fortschritte. „Wenn ich sehe, wie wir mittlerweile Fußball spielen, dass eine Mannschaft wie Sechzig erst in der 2. Halbzeit zu zwei Chancen kommt, auch nicht mehr hat im gesamten Spiel und wir die totale Kontrolle haben, dann ist es bitter, dass wir uns nicht mit drei Punkten belohnen. Nichtsdestotrotz halten wir das Positive bei, nehmen es mit und machen weiter!“
STENOGRAMM, 34. Spieltag, 18.04.2026, 14.03 Uhr
1. FC Saarbrücken – TSV 1860 München 0:0
FCS: 13 Menzel (Tor) – 2 Fahrner, 18 Wilhelm, 27 Bichsel, 28 Bretschneider – 23 Civeja, 6 Sontheimer – 11 Multhaup, 19 Vasiliadis, 20 Pick – 9 Brünker.
Ersatz: 27 Nickisch (Tor) – 4 Sonnenberg, 5 Krahn, 8 Zeitz, 17 Elongo-Yombo, 25 Naifi, 30 Baumann, 32 Bormuth, 33 Schumacher.
1860: 21 Dähne (Tor) – 26 Maier, 37 Schifferl, 3 Voet – 29 Rittmüller, 5 Jacobsen, 20 Althaus, 27 Pfeifer – 31 Volland – 7 Niederlechner, 22 Haugen.
Ersatz: 40 Bachmann (Tor) – 2 Danhof, 8 Philipp, 9 Steinkötter, 17 Schröter, 23 Dordan, 30 Wolfram, 34 Hobsch, 44 Husic.
Wechsel: Baumann für Brünker (68.), Elongo-Yombo für Vasiliadis (68.), Krahn für Civeja (79.), Naifi für Multhaupt (90.) – Danhof für Maier (46.), Dordan für Althaus (68.), Hobsch für Haugen (68.), Steinkötter für Niederlechner (68.), Husic für Rittmüller (88.).
Tore: –.
Gelbe Karten: Fahrner – Althaus, Volland, Pfeifer.
Zuschauer: 14.744 Ludwigsparkstadion.
Schiedsrichter: Cristian Ballweg (Zwingenberg); Assistenten: Tim Waldinger (Marburg), Maximilian Prölss (Ober-Ramstadt); Vierter Offizieller: Tobias Esch (Königswinter).
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