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Fragen und Antworten zur Entwicklung in der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA.

Die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA wird aufgrund eines nicht fristgerecht erbrachten Liquiditätsnachweises die erforderliche Zulassung für die 3. Liga nicht erhalten. Ursächlich dafür ist eine nicht erfüllte Finanzierungszusage unseres Gesellschafters Hasan Ismaik und der mit ihm verbundenen Unternehmen. Nachstehend beantworten wir damit zusammenhängende Fragen.

Wie ist der TSV 1860 München im Bereich des Lizenzfußballs organisiert?

Die TSV München von 1860 GmbH & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) wurde im Jahr 2002 mit dem Ziel gegründet, den Spielbetrieb der professionellen Fußballmannschaften des TSV München von 1860 e. V. sowie die damit verbundenen wirtschaftlichen Aktivitäten zu unterhalten.

Seit dem Jahr 2011 sind die HAM International Limited, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate, sowie der TSV München von 1860 e. V., München, Gesellschafter der KGaA. Komplementärin und alleinberechtigte Geschäftsführerin ist die TSV München von 1860 Geschäftsführungs-GmbH, München, die durch ihren Geschäftsführer vertreten wird und deren Alleingesellschafter der TSV München von 1860 e. V. ist.

Die Geschäftstätigkeit umfasst den Spielbetrieb der professionellen Herren-Fußballmannschaft, der U21-Mannschaft (Bayernliga Süd) sowie der U19-Junioren (U19-DFB-Nachwuchsliga). Die Mannschaften unterhalb der U19-Junioren sind organisatorisch dem Gesellschafter TSV München von 1860 e. V. angegliedert. Mit diesem besteht hinsichtlich des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) eine Kooperation. Das Nachwuchsleistungszentrum, das Trainingsgelände und die Verwaltung befinden sich auf dem Erbpachtgelände in der Grünwalder Straße 114 in München.

Seit 2011 regelt ein Kooperationsvertrag die Zusammenarbeit zwischen der HAM International Limited und dem TSV München von 1860 e. V. Darin ist unter anderem festgehalten, dass der Mitgesellschafter Hasan Ismaik die erforderlichen finanziellen Mittel für den Spielbetrieb der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA zur Verfügung stellt, sofern die Eigenmittel der Gesellschaft dafür nicht ausreichen. 

 

Wer hat die Budgethoheit im Bereich des Lizenzfußballs beim TSV 1860 München?

Die Budgethoheit für die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA liegt seit 2021 ausschließlich beim Aufsichtsrat der Gesellschaft. In diesem Gremium hat der Gesellschafter HAM International seit 15 Jahren nicht nur den Vorsitz inne, sondern verfügt auch über die Stimmenmehrheit.

Die Aufwandsseite der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA ist aufgrund der Laufzeit von Verträgen bereits vor Beginn einer Spielzeit weitgehend festgelegt. Insbesondere sind die fixen Personalkosten durch den Abschluss von Verträgen, die in der Regel mindestens bis zum Ende der Spielzeit gültig sind, sowie die Spielbetriebskosten (u. a. für die Stadionnutzung) frühzeitig definiert.

Die Finanzplanung für die Spielzeiten 2025/2026 und 2026/2027 wurde im Aufsichtsrat der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA im Juni 2025 mehrheitlich durch die Vertreter der HAM International beschlossen. Sie bildete auch die Grundlage für die positive Fortführungsprognose im Oktober 2025. Die Beschlussfassung erfolgte seinerzeit gegen die Stimmen der e. V.-Vertreter im Aufsichtsrat, die in der Sitzung ausdrücklich vor einer möglichen finanziellen Überforderung warnten.

Auf ihre Einwände entgegnete das damalige Aufsichtsratsmitglied Yahya Ismaik, die Vergangenheit habe gezeigt, dass notwendige Darlehensmittel stets zur Verfügung gestellt wurden und es keinen Grund gebe, anzunehmen, dass dies zukünftig nicht mehr der Fall sein werde. Yahya Ismaik war von April 2018 (als Nachfolger von Hasan Ismaik) bis zu seiner Abberufung durch seinen Bruder im Juli 2025 Aufsichtsratsmitglied der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA.

 

Warum ist die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA bilanziell überschuldet?

Die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA ist bilanziell überschuldet, da ihre Verbindlichkeiten seit Jahren ihr Vermögen übersteigen. Kurz gesagt hat die Gesellschaft über einen langen Zeitraum hinweg mehr Geld ausgegeben als eingenommen. Während der Zeit in der 2. Bundesliga führten Transferaufwendungen, hohe Personalkosten, Mietzahlungen für die Allianz Arena und die Verfehlung sportlicher Ziele zu wiederkehrenden Jahresfehlbeträgen und einem sich immer weiter aufbauenden negativen Eigenkapital.

Nach dem Absturz aus dem Profifußball 2017 brachen Fernsehgelder und andere Erlöse deutlich ein. Die sportliche Rückkehr in die 3. Liga verbesserte die Lage nur teilweise; die Altlasten blieben bestehen. Zur Finanzierung des laufenden Betriebs wurden durch Hasan Ismaik und seine Gesellschaften weitere Darlehen und Darlehensverlängerungen gewährt. Diese Kredite verhinderten die Zahlungsunfähigkeit der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA. Der Betrieb konnte fortgeführt werden. Zudem stundete der TSV München von 1860 e. V. fällige Kompensationszahlungen für den Betrieb des Nachwuchsleistungszentrums. 

 

Warum ist die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA trotz bilanzieller Überschuldung bislang nicht insolvent?

Eine Gesellschaft kann trotz negativem Eigenkapital weiter bestehen, wenn sie ihre Rechnungen bezahlen kann (ausreichend Liquidität vorhanden ist) und eine positive Fortführungsprognose besteht, d. h., wenn die Finanzierung für die kommenden Jahre gesichert erscheint. Bei der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA prüfen externe Wirtschaftsprüfer deshalb regelmäßig, ob die Finanzierung durch die Gesellschafter und Kreditgeber hinreichend gesichert ist.

 

Warum konnte die TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA trotz positiver Fortführungsprognose zum Stichtag 3. Juni 2026 keinen Liquiditätsnachweis für die kommende Spielzeit in der 3. Liga erbringen?

Hasan Ismaik und mit ihm verbundene Unternehmen haben bestehende Darlehen am 21. Mai 2026 – also 13 Tage vor Ablauf der Frist zur Erbringung des Liquiditätsnachweises im Rahmen des Zulassungsverfahrens zur 3. Liga – ohne jegliche Vorwarnung und Vorverhandlung gekündigt und im gleichen Atemzug einen umfangreichen Forderungskatalog an die KGaA und den e. V. übergeben.

Es ist nicht nachvollziehbar und auch nicht redlich, nun, da die Mittel erwartungsgemäß abgerufen werden, der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA die vereinbarten Darlehen zu kündigen. Zu dieser Feststellung gelangen auch drei renommierte und unabhängige Rechtsanwaltskanzleien. Sie kommen übereinstimmend zu dem Schluss, dass die Kündigung der Darlehen unwirksam ist. Zur Wahrung der Interessen der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA sind gerichtliche Schritte beabsichtigt.

Die Vereinsvertreter kritisieren die Kündigung der bestehenden Zahlungsvereinbarungen hinsichtlich ihrer Form, ihres Inhalts sowie der gewählten zeitlichen Abfolge. Noch im Februar 2026 versicherte Hasan Ismaiks Vertreter in München, Aufsichtsratsmitglied Biel Ballester Relat, ausdrücklich und schriftlich, dass HAM International seine finanziellen Verpflichtungen erfüllen werde. 

In enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung haben beide Gesellschafter ein Kostensenkungsprogramm entwickelt, im Aufsichtsrat gemeinsam beschlossen, um den erforderlichen Finanzierungsrahmen so gering wie möglich zu halten. Das im März 2026 erarbeitete Reformpaket umfasst zahlreiche Einsparungen und Optimierungen in unterschiedlichen Unternehmensbereichen. Gleichzeitig konnte auch die Erlössituation und die Umsatzentwicklung verbessert werden. Dadurch ließ sich das ursprünglich für die Saison 2026/2027 erwartete Defizit deutlich reduzieren.

 

Ist plötzlich eine Finanzierungslücke bei der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA aufgetreten? 

Nein, das ist nicht der Fall. Alle zu leistenden Zahlungen und die für die Lizenzierung erforderlichen Liquiditätsnachweise waren in der Finanzplanung klar prognostiziert und wurden vom Aufsichtsrat der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA beschlossen.

 

Was hat es mit den publik gewordenen Forderungen von Hasan Ismaik auf sich?

Die von HAM International in den Bereichen Compliance-Richtlinien und Finanzberichterstattung geforderten organisatorischen Veränderungen wurden und werden in weiten Teilen sogar von den Vereinsvertretern unterstützt. Der von unserem Mitgesellschafter erweckte Eindruck, die Vereinsvertreter würden sich an dieser Stelle verwehren, entspricht nicht den Tatsachen. 

Das bislang zur Anwendung gekommene Reporting-System wurde von HAM-Vertreter Anthony Power selbst implementiert. HAM International hätte eine Erweiterung oder Modifikation nebst der dafür erforderlichen Finanzierung mit ihrer Mehrheit im Aufsichtsrat jederzeit beschließen können. Dafür hätte es nicht einmal der Stimmen der e. V.-Vertreter bedurft. Gleiches gilt für die Umsetzung eines wie auch immer gearteten Restrukturierungsplans. Wenn die Vertreter von HAM International an dieser Stelle organisatorische Defizite vermuten, hätten sie in der Vergangenheit längst nach ihren Wünschen handeln können.

Allerdings enthalten die publik gewordenen Forderungen von Hasan Ismaik auch Elemente, die mutmaßlich gegen Verbandsrichtlinien und insbesondere gegen die 50+1-Regelung verstoßen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat Bedenken angemeldet. Vor diesem Hintergrund durften sich weder die Vereinsvertreter noch die Geschäftsführung der TSV München von 1860 GmbH dem Ansinnen von HAM International vorbehaltlos unterwerfen.

 

Haben Hasan Ismaik und/oder seine Vertreter eine alternative Finanzierung angeboten?

Die HAM International brachte eine anderweitige Finanzierungsmöglichkeit grundsätzlich ins Gespräch. Da einzelne der damit verbundenden Forderungen aus grundlegenden juristischen und wirtschaftlichen Gründen für den TSV München von 1860 e. V. nicht als zustimmungsfähig angesehen werden konnten, ließ sich die vorgeschlagene Finanzierungslösung nicht realisieren. 

 

Haben sich die Vereinsvertreter um eine mögliche alternative Finanzierung bemüht?

Die Vereinsvertreter haben sich intensiv um die Prüfung und Erschließung möglicher alternativer Finanzierungsoptionen bemüht. Eine grundsätzlich in Betracht kommende Finanzierungslösung hätte jedoch die Stellung entsprechender Sicherheiten vorausgesetzt. Da hierfür die Mitwirkung aller beteiligten Gesellschafter erforderlich gewesen wäre und eine entsprechende Zustimmung der HAM International nicht erreicht werden konnte, ließ sich diese Finanzierungsalternative letztlich nicht umsetzen.

 

Was geschieht nun weiter mit der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA?

Die Geschäftsführung, die bereits im Bereich der Notgeschäftsführung agiert, arbeitet derzeit eng mit erfahrenen Sachverständigen und Beratern aus dem Bereichen Insolvenzrecht zusammen, um den Geschäftsbetrieb geordnet aufrechtzuerhalten. Parallel dazu werden verschiedene Optionen geprüft und Konzepte erarbeitet, die eine nachhaltige Fortführung des Spielbetriebs ermöglichen. Ziel ist es, gemeinsam mit unseren Sponsoringpartnern eine tragfähige Perspektive für die Zukunft zu entwickeln und den laufenden Betrieb bestmöglich zu sichern. Dabei hat neben der Fortführung des Spielbetriebs auch der Erhalt der Arbeitsplätze der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hohe Priorität.

 

Ist der Mutterverein des TSV 1860 München von den finanziellen Verwerfungen in der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA betroffen?

Nein, der eingetragene Verein ist davon nicht betroffen. 

 

Was geschieht mit meiner bereits bezahlten Dauerkarte für die Drittliga-Saison 2026/2027?

Wir arbeiten derzeit intensiv an einer Lösung, um eine angemessene Kompensation für bereits bezahlte Dauerkarten zu finden. Dabei steht die Zufriedenheit unserer Dauerkarteninhaber für uns im Fokus. Sobald die Details feststehen, werden wir alle Betroffenen umgehend informieren und bitten bis dahin um Verständnis und Geduld.

 

Was können Mitglieder und Fans jetzt tun zur Unterstützung des TSV 1860 München?

Wahre Verbundenheit und Freundschaft zeigen sich nicht in Zeiten des Erfolgs, sondern in Stunden der Bewährung. Der TSV 1860 München durchlebt derzeit eine schwierige Phase, die am Ende aber auch eine Befreiung bringen kann. Jetzt ist nicht die Zeit, sich abzuwenden. Jetzt ist die Zeit, zusammenzurücken und zu kämpfen. Jede Unterstützung zählt: auf den Rängen, in den sozialen Medien, bei Veranstaltungen, durch Mitgliedschaften oder einfach durch ein klares Bekenntnis zu den Löwen. Die Geschichte unseres Vereins wurde nie von Einzelnen, sondern von Menschen geschrieben, die zusammenstanden, wenn es darauf ankam.