Kauczinski fordert bei Hoffenheim II Konsequenz & Entschlossenheit.

Löwen-Trainer Markus Kauczinski Liebt Englische Wochen, wenn es „Schlag auf Schlag“ geht.
Langsam lichten sich die Reihen im Löwenlazarett. Kapitän Jesper Verlaat saß zuletzt bereits wieder auf der Bank, Manuel Pfeifer machte diese Woche Teile des Trainings mit, wenngleich Chefcoach Markus Kauczinski sagt: „Es ist noch zu früh, um über eine Kadernominierung nachzudenken!“
Entwarnung konnte der 56-Jährige bei Thore Jacobsen vermelden. „Er war gegen Rostock auf die Hüfte gefallen. So weit ist wieder alles in Ordnung, es sollte überstanden sein.“ Auch Maximilian Wolfram ist wieder ein Kader-kandidat, nachdem er zuletzt wegen einer Magen-/Darm-Erkrankung ausgefallen war. „Er hat am Mittwoch mittrainiert“, erklärt Kauczinski.
Dagegen ist Sean Dulic noch kein Thema. „Ich rechne in zwei Wochen mit ihm“, so der Löwen-Coach. „Es hat sich zwischendurch verzögert, aber in der letzten Woche hat er Schritte nach vorne gemacht. Ich rechne damit, dass er nach der Englischen Woche wieder auf dem Platz steht.“ Dagegen sei Samuel Althaus schon weiter. „Wir werden die Intensität nach und nach steigern.“
Ungern erinnern sich die Löwen an das Hinspiel, das im Grünwalder Stadion mit 1:5 verloren ging. Revanchegelüste verspürt Kauczinski persönlich keine, zumal er damals noch nicht Trainer der Sechzger war. „Wenn das bei den Jungs so ist, dann sollten sie es ausleben“, findet er. „Für mich ist der Gegner egal, ich will unbedingt gewinnen.“
Jedes Spiel habe seine besonderen Anforderungen“, weiß Kauczinski. „Hoffenheim II ist ein spielstarker Gegner, der individuell gut besetzt ist, auch wenn sich die Mannschaft im Vergleich zur Vorrunde verändert hat.“ Leichter würde es dadurch keineswegs. „Hoffenheim verlangt unseren vollen Fokus. Wir müssen ähnlich konsequent und entschlossen wie gegen Rostock auftreten, wenn wir dranbeleiben wollen.“
Über 2.000 Löwenfans werden das Team nach Sinsheim begleiten und die Partie zu einem Heimspiel machen. Kauczinski wurde gefragt, ob er die Anhänger während des Spiels überhaupt wahrnimmt? „Das bekomme ich schon mit, auch wenn ich auf das Geschehen auf dem Platz fokussiert bin“, erzählt er. „Oft sind es einzelne Flashlights, wie in Havelse, wo ich die Fans habe schunkeln sehen und singen hören: ‚Nie mehr 3. Liga!‘“ Ebenso erinnert er sich gerne an das letzte Heimspiel. „Da haben wir uns gegenseitig angefunkt. Das ist schon geil!“
Bisher haben sich die Löwen gegen Reserveteams schwergetan. „Wir müssen nur drei Wochen zurückschauen“, warnt deshalb Kauczinski. In Aspach gegen den VfB Stuttgart II gab es eine 1:2-Niederlage. „Wichtig ist es, die Aufgabe anzunehmen. Wir dürfen uns keinerlei Schwächen erlauben!“ Nur wenn man Leidenschaft und Konsequenz an den Tag lege, könne man in der Tabelle an den oberen Plätzen dranbleiben. „Wir müssen weitermachen“, verweist er auf die sechs Punkte aus den letzten beiden Spielen, „der Rest ist egal.“
Mittlerweile hat Kauczinski gerade im Angriff wieder reichlich Alternativen. Zuletzt mussten Patrick Hobsch und Florian Niederlechner auf der Bank Platz nehmen. „Jeder hat Startelf-Ansprüche, das muss man entsprechend untermauern“, fordert er eine Konkurrenz-Situation. Die sei auch gegeben: „Die Jungs geben alles, die Plätze sind hart umkämpft.“ Einer, der zuletzt die Nase vorne hatte, ist David Philipp. Ihm attestierte Kauczinski gute Leistungen. „Es ist alles sehr eng, aber auch gut, dass wir nachlegen und auf bestimmte Gegebenheiten reagieren können. Ich kann leider nur elf Spieler aufstellen, bin aber transparent in meinen Entscheidungen.“
Zuletzt hat sich auch Justin Steinkötter positioniert. Der Stürmer erzielte gegen Havelse sein erstes Drittliga-Tor. „Er hat seine Qualitäten in der Vergangenheit im Training immer mal aufblitzen lassen, aber nie konstant abgerufen. Seit Januar hat er angefangen, im Training mehr solcher Momente zu haben, die ein Stürmer braucht.“ Das habe auch dazu geführt, ihm mehr Einsatzzeiten zu geben. „Justin hat das Gefühl für den Raum, ist zuletzt mutiger im Abschluss geworden“, charakterisiert Kauczinski den 26-Jährigen. „In der aktuellen Form tut er uns gut. Er ist eine Alternative, um mit Tempo nachzulegen.“
Auch Rückkehrer Verlaat, der sich hintenanstellen muss, wurde thematisiert. „Ich hoffe, dass wir weiter stabil stehen“, sieht der Coach nach zuletzt zwei Spielen ohne Gegentor wenig Bedarf, seine Dreierkette zu verändern. „Trotzdem bin ich froh, dass ich jemand wie Jesper mit seiner Präsenz im Kader habe.“ Mit Blick auf die Nachwuchsspieler sagt er mit einem Augenzwinkern: „Es ist etwas anderes, wenn ich einen gestandenen Spieler mit seinem Körper einwechseln kann.“
Die Hoffenheimer Reserve stellt das schlechteste Rückrunden-Team. Aus sechs Spielen gab es nur einen Punkt. Von dem ganzen Gerede und von Statistik hält Kauczinski ohnehin wenig, verweist darauf, dass Stuttgart II auch vor dem Spiel gegen sein Team dreimal in Folge verloren hatte. „Wir müssen am Freitagabend konsequent verteidigen, aber auch gut Fußball spielen, wie wir es in der 2. Halbzeit gegen Rostock geschafft haben. Hoffenheim ist nach wie vor auf dem Flügel sehr gefährlich, weshalb wir unsere taktische Marschroute durchziehen müssen.“
MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN
TSGII: 32 Philipp (Tor) – 13 Abraha, 5 Frees, 49 Lührs, 6 Lässig – 17 Engelns, 10 Duric, 11 Hennrich, 23 Honajzer, 38 Zeitler – 31 Eduardo.
Ersatz: 33 Lade, 34 Onohiol (beide Tor) – 8 Dagdeviren, 14 Micheler, 16 Hör, 18 Onoa, 19 Hencke, 22 Llugiqi, 24 Erlein, 29 Makanda, 30 El-Jindaoui, 39 Bähr, 40 Donkor, 45 Labes.
Es fehlen: 4 Strobl, 20 Poller, 27 Krasniqi.
1860: 21 Dähne (Tor) – 37 Schifferl, 16 Reinthaler, 3 Voet – 2 Danhof, 26 Maier, 5 Jacobsen, 41 Lippmann – 31 Volland – 8 Philipp, 22 Haugen.
Ersatz: 12 Qela, 40 Bachmann (beide Tor) – 4 Verlaat, 7 Niederlechner, 9 Steinkötter, 17 Schröter, 23 Dordan, 29 Rittmüller, 30 Wolfram, 33 Faßmann, 34 Hobsch, 42 Klose, 43 Fuchs, 44 Husic.
Es fehlen: 13 Christiansen, 18 Jakob, 20 Althaus, 25 Dulic, 27 Pfeifer, 36 Deniz.
Schiedsrichter: Jonah Besong (Duisburg); Assistenten: Maximilian Lotz (Marburg); Jan Peter Weßels (Scherpenberg); Vierter Offizieller: Asmir Osmanagic (Stuttgart).
