Kauczinski fordert gegen Ulm: „Gas geben und uns gut verkaufen!“

Löwen-Trainer Markus Kauczinski fordert gegen Ulm mehr Energie und Leidenschaft von seiner Mannschaft.
Nachdem tags zuvor bekannt wurde, dass die Verträge mit Maximilian Wolfram, Morris Schröter, David Philipp, Raphael Schifferl, Thore Jacobsen und Jesper Verlaat nicht verlängert werden, wurde 1860-Cheftrainer Markus Kauczinski zu Beginn der Löwenrunde gefragt, ob er im restlichen Saisonverlauf auf das Sextett verzichten werde. „Ich stelle ganz normal nach Leistung auf, egal ob jemand Vertrag hat oder nicht“, erklärte der 56-Jährige. Das sei im Fall von Clemens Lippmann, der sich von sich aus entschlossen hatte, die Löwen zu verlassen, etwas anderes. „Ich habe ihm das erklärt, aber vielleicht geht für ihn noch ein Fenster auf. Auf seiner Position haben wir mit Tim Danhof rechts und Manuel Pfeifer links zwei Spieler, die nächstes Jahr noch ein Thema sind.“
Kauczinski sprach in Bezug auf die Nicht-Verlängerung der Verträge des Sextetts von einer „gemeinsamen Entscheidung, zu der ich stehe. Wir hatten das Gefühl, was verändern zu müssen.“ Diese Veränderungen bräuchten Raum, um neue Impulse setzen zu können. „Wie es zuletzt war, hatte ich nicht den Eindruck, dass wir unsere Ziele erreichen können. Es gab viele Dinge, die wir angestoßen haben. Diese konnten wir nur phasenweise umsetzen. Wir haben es nicht geschafft, die Dinge konstant abzurufen. Deswegen war es keine Option, mit der gleichen Konstellation in die neue Saison zu gehen.“ Gleichzeitig habe er Verständnis für die teilweise emotionalen Reaktionen der Fans. „Jeder hat seine Vorlieben, gerade mit Jesper identifizieren sich viele. Das ist verständlich.“
Auch wenn es in der Liga um nichts mehr geht, erwartet Kauczinski von seinen Spielern, „dass sie weiter Gas geben und sich als Mannschaft gut verkaufen.“ Das hätte das Team in Saarbrücken in der 1. Halbzeit nicht hinbekommen. „Jeder hat noch die Chance, sich zu zeigen, um dann auch im Landespokalfinale gegen Würzburg dabei zu sein“, setzt der Trainer auf sportliche Anreize.
Außerdem gehe es gegen Ulm auch um Fairness den anderen Teams gegenüber, die sich im Abstiegskampf befinden. Für die Spatzen ist es vielleicht der letzte Strohhalm in München im Kampf um den Klassenerhalt. „Wir schauen auf uns, wollen unbedingt gewinnen. In Saarbrücken war ich von der Energie und Leidenschaft der Mannschaft enttäuscht. Ich erwarte ein anderes Auftreten am Samstag. Wir spielen zu Hause, möchten den Fans zeigen, dass sie uns wichtig sind. Gegen Ulm sind wir in der Verantwortung, unser bestes Spiel zu zeigen!“ Kauczinski erwartet einen Gegner, der mit viel „Wille und Energie“ ins Grünwalder Stadion kommen wird nach dem Sieg am letzten Spieltag. „Wir müssen da was entgegensetzten, viel investieren, wenn wir den Platz als Sieger verlassen wollen.“
Die Verletztenliste ist, gerade in der Defensive, nach dem Ausfall von Philipp Maier noch länger geworden. Neben ihm fehlen weiterhin Jesper Verlaat, Max Christiansen, Max Reinthaler, Kilian Jakob, Lasse Faßmann und Tunay Deniz. Damit stehen Kauczinski mit Raphael Schifferl und Simen Voet nur noch zwei gelernte Innenverteidiger zur Verfügung. „Die Viererkette ist eine Option“, denkt Kauczinski über eine Systemumstellung nach. „Es kann aber auch jemand rein- oder rausfallen in die Dreierkette, wie in der 2. Halbzeit in Saarbrücken“, wo Damjan Dordan den Part von Maier übernommen hatte.
Mittlerweile bietet sich auch Sean Dulic wieder als Alternative an. „Er wird erstmals im Spieltagskader stehen“, kündigt der Trainer an, schränkt jedoch ein: „Wir haben uns entschieden, ihn nach der ersten Trainingswoche nicht von Anfang an spielen zu lassen.“ Der 20-Jährige sei eher ein Kandidat für einen Einsatz ab der 60. oder 70. Minute.
MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN
1860: 21 Dähne (Tor) – 29 Rittmüller, 37 Schifferl, 3 Voet, 27 Pfeifer – 5 Jacobsen, 20 Althaus – 7 Niederlechner, 31 Volland, 30 Wolfram – 22 Haugen.
Ersatz: 12 Qela, 40 Bachmann (beide Tor) – 2 Danhof, 8 Philipp, 9 Steinkötter, 17 Schröter, 23 Dordan, 25 Dulic, 34 Hobsch, 44 Husic.
Es fehlen: 4 Verlaat, 13 Christiansen, 16 Reinthaler, 18 Jakob, 26 Maier, 33 Faßmann, 36 Deniz, 41 Lippmann, 42 Klose, 43 Fuchs.
ULM: 30 Ortag (Tor) – 18 Bazzoli, 14 Dressel, 21 Seegert – 19 Meier, 32 Kölle – 20 Pepic, 23 Brandt – 11 Chessa, 43 Dajaku – 9 Röser.
Ersatz: 1 Schmitt, 12 Seybold (beide Tor) – 2 Görlich, 3 Vukancic, 7 Aksakal, 8 Westermeier, 24 Crnovrsanin, 25 Löder, 26 El-Zein, 27 Mazagg, 30 Vater, 31 Ehe, 33 Brown, 45 Mamba, 49 Becker.
Es fehlen: 5 Reichert, 6 Wenig, 10 Martinovic, 15 David, 34 Boller.
Schiedsrichter: Nico Fuchs (Bergisch Gladbach); Assistenten: Tobias Esch (Königswinter), Lukas Koch (Erkelenz); Vierter Offizieller: Kenny Abieba (Nürnberg).