Kauczinski trifft mit den Löwen auf seinen Ex-Klub Wehen Wiesbaden.

Löwen-Trainer Markus Kauczinski fordert Kopf und Leidenschaft bei seinem Team, um die entscheidenden Momente im Spiel zu nutzen.
Zuletzt feierten die Löwen fünf Siege in Folge. Das war zum letzten Mal in der Saison 2022/2023 der Fall gewesen. „Wenn man gewinnt, ist die Stimmung immer gut“, kommentierte Löwen-Chefcoach Markus Kauczinski die Serie. „Wir sind dadurch in einen Bereich geklettert, in dem acht, neun Mannschaften um das begehrte Ziel spielen.“ Das A-Wort nahm er dabei bewusst nicht in den Mund.
Im Training sei festzustellen, „dass es sich zuspitzt, dass der Kader in den letzten Wochen wieder größer geworden ist, durch die, die zurückgekommen sind.“ Entsprechend sei der Konkurrenzdruck groß. „Jeder muss an sein Limit gehen.“ Trotzdem bleibt der 56-Jährige seinem Naturell treu, fängt nicht an zu rechnen und schon gar nicht von Endspielen zu reden. „Nach einem Endspiel kommt nichts mehr“, stellt er richtigerweise fest. Zehn Partien stehen noch in dieser Saison auf dem Programm. „Die Basis ist unsere Leistung, um alles andere kümmere ich mich nicht“, sagt Kauczinski, „mit dem Rechnen fange ich erst gar nicht an!“
Er freue sich auf die Schlussphase der Saison. „Wir sind in die Zielgerade eingebogen, schauen langsam aufs Ende.“ Er rate seiner Mannschaft, „alles mitzunehmen, was wir kriegen können. Wir müssen den Fuß in jeden kleinen Spalt reinstellen“, so seine Devise. Kauczinski selbst spüre keine Nervosität in dieser Phase, „sondern ein Kribbeln, eine Vorfreude, weil ich spüre, dass die Mannschaft solche engen Spiele annimmt, sie gewinnen will.“ Auch wenn es inhaltlich immer noch Dinge gibt, die sein Team besser machen könne, sei etwas in den vergangenen Wochen gewachsen. „Wir haben die individuelle Klasse, Spiele für uns zu entscheiden“, sieht er sein Team auf dem Weg zur Spitzen-Mannschaft. „Wir haben eine Struktur gefunden, in der wir wenig zulassen. Dabei müssen wir nicht besser als der Gegner spielen, sondern nur die Momente, die sich ergeben, mit Kopf und Leidenschaft nutzen.“
Mit dem SV Wehen Wiesbaden verbindet der Löwen-Trainer eine erfolgreiche Vergangenheit. 2023 stieg er mit dem Team aus der hessischen Landeshauptstadt in die Zweite Liga auf. „Es war eine schöne, intensive Zeit, auf die ich gerne zurückblicke. Aber ich bin eher ein Typ, der nach vorne schaut. Trotzdem freue ich mich darauf, Leute zu sehen, die damals schon da waren.“ Zwischen beiden Vereinen sehe er viele Schnittmengen. „Das Umfeld ist hier wie dort professionell und zielgerichtet.“ Der größte Unterschied liege in der Fan-Base, dem zahlenmäßigen Besuch im Stadion und dadurch in der öffentlichen Wahrnehmung.
Er selbst hat eine fast makellose Bilanz gegen seinen Ex-Klub. Vier Liga-Spiele, vier Siege. Nur im Pokal mit St. Pauli gab es eine Niederlage. Dagegen ist die Bilanz der Löwen negativ. Zudem kommt Wehen Wiesbaden als zweitbestes Rückrundenteam nach Giesing. „Es ist eine starke Mannschaft, für mich sind sie ein Geheimtipp, fliegen etwas unterm Radar. Gerade nach vorne haben sie starke Leute, stehen gut uns sind körperlich robust. Es wird ein 50:50-Spiel“, erwartet Kauczinski einen harten Kampf. „Es gilt, diesen einen Gegner zu analysieren und alles reinzuwerfen. Wir wollen alles geben, um unsere Fans glücklich zu machen.“
Im Vergleich zum Auswärtsspiel bei Viktoria Köln muss Kauczinski eine Änderung vornehmen. Für den gelbgesperrten Thore Jacobsen rückt Damjan Dordan in die Startelf. „Er wird spielen, es ist überschaubar, was wir an Möglichkeiten haben“, legte sich Kauczinski schon im Vorfeld fest. „Loris Husic hat letzte Woche auf Herrenniveau in der U21 Spielpraxis gesammelt, aber Damjan hat die Nase vorne“, begründet er5 seine Entscheidung. Ein weiterer Wechsel in der Startelf könnte möglich sein, denn Raphael Schifferl ist wieder „einsatzfähig“, wie der Trainer betont. Dann müsste Lasse Faßmann wiechen. Ansonsten gäbe es keine Gründe, so der Trainer, „die Mannschaft komplett auf den Kopf zu stellen.“
MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN
1860: 21 Dähne (Tor) – 37 Schifferl, 16 Reinthaler, 3 Voet – 2 Danhof, 23 Dordan, 26 Maier, 29 Rittmüller – 31 Volland – 8 Philipp, 22 Haugen.
Ersatz: 12 Qela, 40 Bachmann (beide Tor) – 4 Verlaat, 7 Niederlechner, 9 Steinkötter, 17 Schröter, 27 Pfeifer, 30 Wolfram, 33 Faßmann, 34 Hobsch, 41 Lippmann, 44 Husic.
Es fehlen: 5 Jacobsen, 13 Christiansen, 18 Jakob, 20 Althaus, 25 Dulic, 36 Deniz, 42 Klose, 43 Fuchs.
WIE: 31 Brdar (Tor) – 27 Gillekens, Suarez, 15 Janitzek – 4 Mockenhaupt, 11 Gözüsirin, 6 Fechner, 18 Greilinger – 29 Kaya, 37 Schleimer – 28 Flotho.
Ersatz: 30 Broll, 41 Ludwig (beide Tor) – 7 Franjic, 8 Bogicevic, 9 Stehle, 10 Kalem, 17 Nink, 20 Johansson, 21 Wohlers, 22 Nejad, 24 Neubert, 25 Agrafiotis, 26 Lewald, 36 El Ouarti, 44 Becker, 45 Ati Allah, 47 Suarez.
Es fehlen: 5 May, 14 Kiomourtzoglou, 16 Stritzel, 19 Hübner.
Schiedsrichter: Sebastian Hilsberg (Mainz); Assistenten: Timo Frenger (Kaiserslautern), Jason Lieser (Hetzerath/Eifel); Vierter Offizieller: Johannes Wagner (Ingolstadt).
