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Kauczinski vor Waldhof: „Wir sind schon seit Monaten zum Siegen verdammt!“

Die Löwen empfangen am Osterwochenende den SV Waldhof Mannheim. Anpfiff im Grünwalder Stadion ist am Karsamstag, 4. April 2026 um 14.03 Uhr. Die Partie ist wie immer live bei MagentaSport zu sehen. Außerdem überträgt der BR das Spiel im analogen Fernsehen sowie im Internet unter www.ardmediathek.de/br/live/ als Stream. Ebenso ist das Löwen-Radio live dabei.
Löwen-Trainer Markus Kauczinski ist Pragmatiker, weiß dass die spielerische Klasse nicht immer über den Erfolg entscheidet.

Löwen-Trainer Markus Kauczinski ist Pragmatiker, weiß dass die spielerische Klasse nicht immer über den Erfolg entscheidet.

Zu Beginn der Löwenrunde gab Trainer Markus Kauczinski zunächst das obligatorische Personal-Update. Neben den langzeitverletzten Tunay Deniz, Max Christiansen, Kilian Jakob, Sean Dulic und Jesper Verlaat fällt Thore Jacobsen wegen seiner Gelb-Roten Karte aus. Wer den Kapitän ersetzt, ist noch offen. „Bei Damjan Dordan geht es von Tag zu Tag besser“, findet der 56-Coach. Beim Test in Dingolfing stand der 23-Jährige schon wieder auf dem Platz. „Es war nicht das perfekte Spiel, um reinzukommen gegen einen ambitionierten Gegner“, fand Kauczinski. Neben Dordan hat er für die Jacobsen-Position mit Samuel Althaus und Loris Husic weitere Alternativen. „Alle sind Kandidaten“, bestätigt er.

Auch die Position rechts hinten in der Viererkette ist offen. Lasse Faßmann hatte in der Liga die letzten drei Spiele dort verteidigt, im Toto-Pokal-Halbfinale in Regensburg ersetzte ihn Raphael Schifferl sehr erfolgreich. „Lasse hat das gut gemacht“, erklärt Kauczinski. Er wollte dem 19-Jährigen im Pokal eine Pause gönnen. Faßmann sei „eng zusammen“ mit Schifferl. „Es gibt Argumente für beide. Ich habe mich noch nicht final entschieden, wer am Samstag beginnt“, erklärt Kauczinski.

Zuletzt war den Löwen etwas die Torgefährlichkeit abhandengekommen. Im Heimspiel gegen Wiesbaden gab’s keinen Treffer, in Duisburg nur einen, ebenso im Toto-Pokal-Spiel in Regensburg. „Wir haben verschiedene Konstellationen gehabt, unterschiedliche Dinge ausprobiert“, so Kauczinski – ohne durchschlagenden Erfolg. „Wenn wir nicht gefährlich werden, müssen wir es schaffen, dass ein Tor reicht“, lautet deshalb seine Maxime. Das hat in Duisburg nicht geklappt, in Regensburg sehr wohl. Zuletzt stieß Kauczinski bitter auf, dass sein Team bei Standardsituationen die Gefährlichkeit vermissen ließ, die es phasenweise unter ihm schon gezeigt hatte. „Das ist unbefriedigend für mich. Entweder kommen die Bälle nicht gut oder die Räume sind nicht besetzt, obwohl wir im Training daran arbeiten“, kritisierte er.

Der Fokus liegt für Kauczinski und seiner Mannschaft klar auf der Meisterschaft, das Erreichen des Toto-Pokal-Endspiels sei aber ein schöner Nebeneffekt. „Es hat uns an dem Tag einen Push gegeben, aber wir sind schon wieder im Tunnel zu Waldhof.“ Im Halbfinale hätte man gemerkt, „dass Regensburg alles in das Spiel gelegt hat.“ Sein Team sei sehr wechselhaft zu Werke gegangen. „Wir hatten gut angefangen, dann aber viele kleine Fehler gemacht, die sich dann aufaddieren. Wir sind sehr wechselhaft in den Dingen. Aber man hat auch gesehen, dass das Spielerische nicht immer entscheidend ist.“

Gegen Waldhof rechnet der Löwen-Trainer mit einem „hochmotivierten Gegner. Mannheim ist in Schlagdistanz, verfügt mit Lohkemper und Boyd über eine starke Offensive.“ Im Hinspiel unterlagen die Löwen im Carl-Benz-Stadion nach 1:0-Führung noch mit 1:3. Als Blaupause sieht Kauczinski dieses Spiel nicht. „Es haben sich Dinge verändert, bei uns und beim Gegner“, so seine Einschätzung. „Aber wir haben in diesem Spiel gesehen, dass der Waldhof eine gute Mannschaft hat mit individuell starken Spielern in seinen Reihen.“ Standards und Rückraumverteidigung sei nach den Erfahrungen aus dem Hinspiel aber schon ein Thema im Training und der Spielvorbereitung gewesen.

Der Wichtigkeit der Partie gegen die Kurpfälzer ist sich Kauczinski bewusst, zum Endspiel möchte er es aber nicht hochstilisieren. „Wir sind schon seit Monaten zum Siegen verdammt, stehen in jedem Spiel unter Druck“, sagt der Löwen-Trainer über die Konstellation. „Das ist für mich aber nichts Negatives. Je mehr sich die Dinge zuspitzen, umso fokussierter bin ich. Die Mannschaft ist heiß, das sieht man im Training. Da geht’s rauf und runter.“ Zudem steht die nächste Englische Woche an. „Da kommt Spiel auf Spiel, da bleibt keine Zeit zum Überlegen. Wir wissen, dass wir da sein müssen.“ Auch wenn spielerisch nicht alles immer nach Wunsch läuft, weiß Kauczinski, dass er sich auf seine Jungs verlassen kann. „Die Mannschaft hat immer eine gute Einstellung gehabt, Herz und Leidenschaft gezeigt.“ Nicht mehr und nicht weniger erwartet der Trainer für den Rest der Saison. 

MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN 

1860: 21 Dähne (Tor) – 37 Schifferl, 16 Reinthaler, 3 Voet – 2 Danhof, 23 Dordan, 26 Maier, 29 Rittmüller – 31 Volland – 8 Philipp, 22 Haugen.
Ersatz: 12 Qela, 40 Bachmann (beide Tor) – 4 Verlaat, 7 Niederlechner, 9 Steinkötter, 17 Schröter, 20 Althaus, 27 Pfeifer, 30 Wolfram, 33 Faßmann, 34 Hobsch, 41 Lippmann, 44 Husic.
Es fehlen: 5 Jacobsen, 13 Christiansen, 18 Jakob, 25 Dulic, 36 Deniz, 42 Klose, 43 Fuchs.

SVW: 1 Nijhuis (Tor) – 25 Ba, 24 Klünter, 5 Ogbemudia, 17 Abifade – 22 Sietan, 8 Thalhammer – 7 Bierschenk, 28 Michel, 12 Thill – 9 Lohkemper.
Ersatz: 16 Niemann (Tor) – 2 Voelcke, 4 Sechelmann, 6 Hoffmann, 13 Boyd, 14 Iwe, 18 Yigit, 20 Asallari, 21 Rieckmann, 27 Diakhaby, 29 Muteba N'Tumba, 35 Mendes, 38 Masca, 41 Kryeziu.
Es fehlen: 10 Ferati, 19 Brandt, 30 Hawryluk.

Schiedsrichter: Jarno Wienefeld (Hamburg); Assistenten: Mario Hildenbrand (Wertheim-Nassig), Stefan Zielsdorf (Haselünne); Vierte Offizielle: Davina Lutz (Poppenhausen).