Kauczinski will gegen Regensburg verlorenes Vertrauen zurückgewinnen.

Löwen-Trainer Markus Kauczinski will die Saison vernünftig zu Ende bringen.
Auch drei Tage nach der 0:3-Niederlage bei Energie Cottbus war Löwen-Trainer Markus Kauczinski die Enttäuschung noch anzumerken. „Es war nicht nur für mich schwer, auch für den Staff, für die ganze Mannschaft. Wir konnten in dem Spiel nicht überzeugen, keiner ist an sein Maximum gekommen“, so der 56-Jährige. In der Konsequenz habe man dadurch endgültig den Anschluss verloren.
Trotz des Frustes gehe der Blick nach vorne. „Wir wollen die Saison gut zu Ende spielen und versuchen, jeden möglichen Platz gutzumachen.“ Kauczinski mahnt Leidenschaft, Einstellung und Körpersprache an. „Wir müssen auch den Fans gegenüber unser Gesicht wahren. Außerdem haben wir das Landespokal-Finale noch vor der Brust. Auch deshalb ist es wichtig, die Saison vernünftig zu Ende zu spielen.“
Ob er nun vermehrt junge Spieler einsetze, wurde Kauczinski gefragt. „Es wird keine Geschenke geben, es geht immer um Leistung“, stellt er klar. „Veränderungen wird es geben, das trifft aber nicht nur junge Spieler, die ihre Chancen bekommen.“ So sei zum Beispiel auch Florian Niederlechner ein Startelf-Kandidat für Regensburg.
Kein Kandidat ist vorerst Jesper Verlaat. Der Kapitän hätte beim Toto-Pokal-Halbfinale gegen Regensburg sein Comeback geben sollen, eine Einblutung im Knie bremste ihn. „Das Knie reagiert immer noch auf die Belastungssteigerung. Wir müssen deshalb von Woche zu Woche schauen, wann das Knie reizfrei ist“, erklärt Kauczinski.
Ohnehin verwehrt sich der Löwen-Coach entschieden, die restliche Saison zum Experimentieren zu verwenden. „Wir wollen den Zyklus so gut wie möglich beenden, danach entsteht was Neues.“ Dass 16 Verträge auslaufen, sieht er nicht als Problem. „Wir haben trotzdem einen Stamm an Spielern, die da sind.“ Außerdem wären in der abgelaufenen Saison einige Spieler „nachgewachsen, die künftig ein Teil des neuen Teams seien können. Klar wird es einen Schnitt geben. Wir kommen langsam auf die Zielgerade, wo wir Entscheidungen treffen müssen.“
Im Heimspiel gegen Regensburg gehe es auch darum, dass gegen Cottbus verlorene Vertrauen zurückzugewinnen. „Wir haben gesehen, dass uns bestimmte Dinge fehlen“, stellte Kauczinski fest. „Über Wille und Energie haben wir Vieles in der Saison ausgeglichen. In Cottbus war das anders, da ist was kaputtgegangen. Wir haben es nicht geschafft, in der Prime Time dabei zu sein, in der Phase, wo sich nochmals alles zuspitzt.“
Über die gesamte Saison sei es nicht gelungen, „ein Spitzenteam zu werden. Wir konnten es immer nur phasenweise andeuteten“, lautet die ernüchternde Bilanz des Trainers. In Cottbus wären die Probleme kumuliert aufgetreten, auch weil der Gegner diese durch seine Spielweise schonungslos aufgedeckt habe. „Jeder hat sein Bestes gegeben, aber am Ende muss man sagen, dass es nicht gut genug war“, zog er Bilanz.
Kauczinski, der während der Saison kam, ist Realist. „Du kommst als Trainer, wenn es nicht läuft oder brennt“, sagt er über sein Engagement. Nun geht es für ihn darum, das künftige Löwen-Team mitzugestalten. „Ich gehe das positiv an“, so Kauczinski. „Entscheidend ist nicht immer nur das Geld. Es geht auch um eine Idee, dass alle Bock haben, was auf die Beine zu stellen“, sieht er die kommende Spielzeit als Herausforderung, der er sich gerne stellt. Energie, Intensität und Leidenschaft seien oft wichtiger als individuelle Klasse. „Wir werden spielerisch einen Schritt nach vorne machen müssen, in dieser Saison haben wir das nie konstant fertiggebracht. Für mich ist es spannend, aus der Qualität von Einzelnen eine Mannschaft zu formen. Da reizt mich total!“
MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN
1860: 21 Dähne (Tor) – 37 Schifferl, 16 Reinthaler, 3 Voet – 2 Danhof, 5 Jacobsen, 26 Maier, 41 Lippmann – 31 Volland –34 Hobsch, 22 Haugen.
Ersatz: 12 Qela, 40 Bachmann (beide Tor) – 7 Niederlechner, 8 Philipp, 9 Steinkötter, 17 Schröter, 20 Althaus, 23 Dordan, 27 Pfeifer, 29 Rittmüller, 30 Wolfram, 33 Faßmann, 42 Klose, 43 Fuchs, 44 Husic.
Es fehlen: 4 Verlaat, 13 Christiansen, 18 Jakob, 25 Dulic, 36 Deniz.
SSV: 1 Gebhardt (Tor) – 37 Wurm, 44 Karbstein, 33 Seidel – 25 Oliveira, 5 Müller, 29 Fein, 26 Bauer – 30 Kühlwetter, 11 Eichinger – 21 Hottmann.
Ersatz: 12 Wechsel, 23 Pollersbeck (beide Tor) – 4 Strauss, 6 Saller, 7 Schönfelder, 8 Geipl, 10 Beckhoff, 13 Dietz, 14 Ziegele, 20 Posselt, 27 Hermes, 31 Mätzler.
Es fehlen: 22 Stolze, 35 Hingerl, 40 Seibold.
Schiedsrichter: Daniel Bartnitzki (Erfurt); Assistenten: Johannes Drößler (Gotha), Benjamin Strebinger (Erfurt); Vierter Offizieller: Felix Grund (Haidlfing).
