Personalnot hält an – Kauczinski: „Wir müssen das Beste draus machen!“

Auf Löwen-Trainer Markus Kauczinski wirkt sein Team trotz der Verletztenmisere geschlossen.
Wie schon vorm Essen-Spiel wurde Löwen-Trainer Markus Kauczinski als erstes zur angespannten Personalsituation befragt. Der 55-Jährige konnte nur bedingt Entwarnung geben. „Thomas Dähne steht wieder zur Verfügung und Thore Jacobsen hat seine Sperre abgesessen.“ Gleichzeitig musste der Coach mit Maximilian Wolfram einen weiteren Ausfall vermelden. „Er gesellt sich dazu, hat einen Infekt.“ Damit reduziert sich die Ausfallliste von elf lediglich um einen auf zehn Spieler.
Weiterhin wird Sigurd Haugen im Aufgebot fehlen. Der Stürmer stand zwar die Woche wieder auf dem Platz, ist aber längst kein Kandidat für den Spieltag. „Siggi will mehr, fühlt sich jetzt schon bereit“, scherzte Kauczinski über die Ungeduld des Norwegers. „Aber der Kiefer muss zuerst komplett verwachsen. Wir müssen das immer wieder röntgen lassen und schauen, wie es mit den Zweikämpfen ist.“ Bis dahin steht für ihn Training ohne Körperkontakt auf dem Programm.
Also wird sich der 20-Mann-Kader für die Partie bei den Niedersachsen nicht großartig verändern. Noch einmal betonte Kauczinski, dass er in seiner langen Trainerkarrieren schon öfter solche Momente erlebt habe. „Wir müssen das Beste draus machen. Jeder, der auf dem Platz steht, hat den Anspruch, in der ersten Elf zu sein. Deshalb gibt es keine Ausreden oder Rummgejammere, sondern jeder muss Gas geben und das Beste zeigen!“
Auch nach Osnabrück fahre man, um zu gewinnen. „Das ist immer unser Ziel!“ Zwar sei die Tabelle in dieser Saisonphase noch nicht von Belang, „aber um dranzubleiben, müssen wir punkten. Wir werden alles dafür tun, dass uns das gelingt“, so der Trainer.
Bei der Frage nach seiner Erinnerung an die Bremer Brücke fielen dem Löwen-Coach spontan nur Niederlagen und ein 0:0 mit dem KSC ein. „Das war ein ziemliches Gegurke!“ Hoffnung macht dagegen der 3:1-Heimerfolg im Hinspiel und die durchwachsene Bilanz der Lila-Weißen im eigenen Stadion (Platz 14 in der Heimtabelle). Trotzdem wird das Auswärtsspiel eine Herausforderung. „Osnabrück ist ein homogenes Team, das geschlossen auftritt. In jeder Spielphase hat es Kontrolle und immer gute Abstände. Es ist immer in der Lage, nach vorne zu agieren und hat dabei eine gute Restverteidigung. Eigentlich alles, was Fußball ausmacht.“ Dazu hätte sich der VfL mit Julian Kania in der Winterpause im Sturm gut verstärkt. „Es ist ein richtig gutes Team mit wenig Schwächen.“
Bis zum 2. Februar 2026 ist das Transferfenster noch offen. „Wir haben noch genug Zeit, um zu reagieren. Im Sturm ist die Idee, noch etwas zu machen, am ehesten gegeben. Aber es bleibt dabei: Ein Kandidat muss uns sofort weiterhelfen“, erklärt Kauczinski. Momentan gehe es primär darum, die nächsten drei, vier Wochen zu überstehen, bis die ersten Spieler zurückkehren.“ Als nächstes rechnet er – abgesehen von Wolfram und Morris Schröter –, dass Jesper Verlaat, Manuel Pfeifer, Florian Niederlechner und Samuel Althaus ins Lauftraining einsteigen. „Die Jungs brauchen aber unterschiedlich Zeit, um wieder in die Performance zu kommen. Deswegen bringt es meiner Meinung nach nichts, jemand zu holen, der Zeit braucht.“
Zumal der 1860-Coach mit der Leistung seines Rumpfteams beim 1:1 gegen Essen trotz des Ausfalls von elf Spielern zufrieden war. „Wir waren sehr fokussiert und konzentriert, haben gut verteidigt.“ Am Ende sei etwas die Power verloren gegangen. „Wir müssen das 90 Minuten durchziehen und bei unseren Aktionen nach vorne gefährlicher werden, besser nachschieben und flanken, mehr Leute in die Box bringen“, lautet die Forderung von Kauczinski, der sich auch mit dem Debüt von Damjan Dordan im Mittelfeld zufrieden zeigte. Seine Auswechslung begründete er damit, dass den 23-Jährigen gegen Ende Krämpfe geplagt hätten. Eigentlich stand U17-Vizeweltmeister Loris Husic bereits bereit. „Ich wollte ihn einwechseln, doch in dem Moment fällt das Gegentor.“ Kauczinski disponierte um, brachte mit Justin Steinkötter einen Stürmer. „Ich habe es Loris erklärt, er hat das verstanden. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“
Der Löwen-Trainer traut seinen Jungs auch in Osnabrück einiges zu. „Die Mannschaft wirkt geschlossen, nimmt die Situation an. Ich bin mir sicher, dass die Jungs alles dafür tun werden, um dranzubleiben.“ Zur Unterstützung machen 1.400 Löwen-Fans die 650 Kilometer einfache Fahrt nach Niedersachsen mit.
MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN
VFL: 21 Jonsson (Tor) – 4 Karademir, 24 Müller, 25 Wiemann – 31 Kammerbauer, 8 Tesche, 26 Wagner, 3 Christensen – 11 Meißner, 18 Kehl – 9 Kania.
Ersatz: 1 Sauter (Tor) – 6 Henning, 10 Pröger, 13 Schumacher, 14 Ihorst, 19 Wiethaup, 20 Janotta, 22 Riesselmann, 23 Lesueur, 29 Kopacz, 37 Badjie.
Es fehlen: 15 Jacobsen, 27 Fabinski.
1860: 21 Dähne (Tor) – 37 Schifferl, 16 Reinthaler, 3 Voet – 41 Lippmann, 26 Maier, 5 Jacobsen, 18 Jakob – 31 Volland – 34 Hobsch, 8 Philipp.
Ersatz: 12 Qela, 40 Bachmann (beide Tor) – 2 Danhof, 9 Steinkötter, 19 Erdogan, 23 Dordan, 29 Rittmüller, 33 Faßmann, 43 Fuchs, 44 Husic, 45 Klose.
Es fehlen: 4 Verlaat, 7 Niederlechner, 13 Christiansen, 17 Schröter, 20 Althaus, 22 Haugen, 25 Dulic, 27 Pfeifer, 30 Wolfram, 36 Deniz.
Schiedsrichter: Nico Fuchs (Dürscheid); Assistenten: Tobias Esch (Oberpleis), Christoph Kluge (Bremen): Vierter Offizieller: Henry Schröder (Hiddesen).