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Keine Experimente: Kauczinski fährt nach Saarbrücken, um zu gewinnen.

Die Löwen reisen am 34. Spieltag zum 1. FC Saarbrücken. Anpfiff im Ludwigsparkstadion ist am Samstag, 18. April 2026 um 14.03 Uhr. Die Partie ist wie immer live bei MagentaSport zu sehen. Außerdem überträgt der BR das Spiel im analogen Fernsehen sowie im Internet unter www.ardmediathek.de/br/live/ als Stream.
Löwen-Trainer Markus Kauczinski hat immer noch Platz vier im Visier, will den bestmöglichen Spieltagskader auf den Platz schicken.

Löwen-Trainer Markus Kauczinski hat immer noch Platz vier im Visier, will den bestmöglichen Spieltagskader auf den Platz schicken.

Seit fünf Spielen warten die Löwen auf einen Dreier. „Es wird Zeit, dass wir mal wieder ein Spiel gewinnen“, sagt deshalb 1860-Chefcoach Markus Kauczinski. Zuletzt – bis auf das Spiel in Cottbus – habe man nicht enttäuscht, findet der 56-Jährige, aber auch keinen Dreier geholt. „Wir müssen den Fans vermitteln, dass wir alles dafür tun, um Spiele zu gewinnen“, fordert er. Schließlich ist die Unterstützung nach wie vor ungebrochen. So begleiten am Samstag 1.700 Sechzger-Anhänger die Mannschaft ins Saarland.

Nachdem der Aufstieg mehr oder weniger abgehakt ist, würde die Möglichkeit zum Experimentieren im Hinblick auf die neue Saison bestehen. Dem erteilt Kauczinski jedoch eine klare Absage. „Ich habe vor Regensburg Änderungen vorgenommen, weil ich mit dem Spiel in Cottbus nicht zufrieden war.“ Das Spiel gegen die Oberpfälzer sei in Ordnung gewesen, vor allem die Einstellung in der 2. Halbzeit. Der Löwen-Trainer bekräftigte nochmals, dass er nicht einfach Spieler aufgrund ihres jugendlichen Alters einsetzen werde. „Sie müssen sich im Training anbieten. Ich werde die für den Spieltag die bestmögliche Mannschaft aufstellen. Wir wollen noch Punkte holen.“ Zudem hat Kauczinski Platz vier, der direkt zur Qualifikation für den DFB-Pokal berechtigt, noch nicht abgehakt. „Deswegen wird es keinen Erdrutsch oder Experimente geben.“ 

Saarbrücken war wie die Löwen mit großen Ambitionen in die Saison gestartet. Nach 33 Spieltagen stehen die Saarländer auf dem ersten Platz über dem Strich, haben acht Punkte Vorsprung vor dem TSV Havelse, der sich als Siebzehnter auf dem ersten Abstiegsplatz befindet. „Überraschen tut mich im Fußball gar nichts“, bewertet er die Lage des Kontrahenten und fügt an. „Wir sind auch Aufstiegskandidat gewesen. Dass wir beide unser Ziel nicht erreicht haben, zeigt, dass das alles nur Einschätzungen sind – bei Saarbrücken ist der Fall noch extremer als bei uns.“ Trotzdem habe er nicht das Gefühl, „dass das eine Mannschaft ist, die absteigt.“

Mittlerweile sitzt auf der Bank von Saarbrücken mit Argirios Giannikis ein alter Bekannter. Etwas mehr als ein Jahr trainierte der 45-Jährige von Januar 2024 bis Januar 2025 die Löwen, stand bei 39 Drittligaspielen an der Seitenlinie. Auch für Kauczinski ist es ein Wiedersehen. „Wir hatten gemeinsam eine erfolgreiche Zeit beim KSC“, erzählt er. Angefangen habe dies in der U19, wo Giannikis sein Co-Trainer war. Kauczinski nahm ihn dann mit zu den Profis. „Es war immer eine vertrauensvolle Zusammenarbeit“, erinnert er sich. Das gelte auch für Gaëtan Krebs, der Giannikis Assistent in Saarbrücken ist. „Er war in Karlsruhe mein Spieler. Ich freue mich, die beiden wieder zu sehen.“

Personell gibt es vor der Partie im Saarland wieder einige Veränderungen. Fehlen werden weiterhin die langzeitverletzten Max Christiansen, Kilian Jakob und Tunay Deniz, der am Donnerstag seinen Vertrag bei den Löwen verlängert hat. Sean Dulic steht auf dem Sprung, hat diese Woche bereits zwei Einheiten mit der Mannschaft absolviert. „Ich plane, dass er nächste Woche voll einsteigt“, erzählt Kauczinski. Der nächste Kandidat für eine Rückkehr sei dann Jesper Verlaat. 

Beide hätte der Trainer schon dieses Wochenende gut gebrauchen können, fallen doch mit Max Reinthaler und Lasse Faßmann zwei wichtige Säulen der Dreierkette in Saarbrücken weg. „Sie stehen aufgrund ihrer Verletzungen nicht zur Verfügung“, so Kauczinski. Damit bleiben nur noch zwei etatmäßige Innenverteidiger mit Raphael Schifferl und Simen Voet übrig. „Philipp Maier hat schon in der Dreierkette gespielt, auch Damjan Dordan hat das im Training gemacht und in den letzten fünf Minuten gegen Regensburg.“ Es gäbe aber auch Überlegungen, das System zu ändern. 

Immer wieder wird Kauczinski in den Löwenrunden auf die auslaufenden Verträge angesprochen und ob er in der neuen Saison überhaupt eine konkurrenzfähige Mannschaft zur Verfügung habe. Der erfahrene Coach macht dabei nicht den Eindruck, dass ihn die gegenwärtige Situation sonderlich beunruhigt. „Jetzt ist die Phase, wo man die Dinge abarbeitet“, erklärt er. „Wasserstandsmeldungen wird es keine geben. Wir sind mitten im Prozess.“ Ohnehin könne man auf einen guten „Bestandskader“ aufbauen. 

Die Verlängerung von Thomas Dähne wertet Kauczinski als wichtiges Signal. „Thomas hat eine starke Saison gespielt, ist einer der besten Torhüter der 3. Liga. Es ist ein Zeichen, dass wir in der Lage sind, solche Leute zu halten“, findet er. Außerdem hat Sigurd Haugen nach dem Regensburg-Spiel gegenüber den Medienvertretern erklärt, in München bleiben zu wollen. „Ich weiß, dass er Begehrlichkeiten weckt. Aber Siggi hat Vertrag und sich ganz klar zu einem Verbleib bei Sechzig geäußert. Ich plane mit ihm“, stellt der Trainer klar. Dazu wurde kurz nach der Löwenrunde die Verlängerung von Tunay Deniz öffentlich gemacht. 

Es besteht also kein Grund in Hektik zu verfallen. „Wir machen uns Gedanken auf verschiedenen Ebenen. Wichtig ist, dass wir künftig besser in Ballbesitz werden, aktiver sind und ein besseres Gegenpressing haben. Es wird wichtig sein, die Dinge konstanter abzurufen“, gibt Kauczinski als Zielsetzung für die kommende Spielzeit aus. 

MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN 

FCS: 13 Menzel (Tor) – 2 Fahrner, 18 Wilhelm, 27 Bichsel, 28 Bretschneider – 23 Civeja, 6 Sontheimer – 11 Multhaup, 22 Caliskaner, 20 Pick – 9 Brünker.
Ersatz: 1 Paterok, 27 Nickisch (beide Tor) – 4 Sonnenberg, 5 Krahn, 8 Zeitz, 10 Rabihic, 17 Elongo-Yombo, 19 Vasiliadis, 24 Wollschläger, 25 Naifi, 26 Groune, 30 Baumann, 32 Bormuth, 33 Schumacher, 39 Schmidt.
Es fehlen: 7 Rizzuto, 15 Kamara, 31 Neudecker.

1860: 21 Dähne (Tor) – 37 Schifferl, 26 Maier, 3 Voet – 29 Rittmüller, 5 Jacobsen, 20 Althaus, 27 Pfeifer – 31 Volland – 9 Steinkötter, 22 Haugen.
Ersatz: 12 Qela, 40 Bachmann (beide Tor) – 2 Danhof, 7 Niederlechner, 8 Philipp, 17 Schröter, 23 Dordan, 30 Wolfram, 34 Hobsch, 41 Lippmann, 42 Klose, 43 Fuchs, 44 Husic.
Es fehlen: 4 Verlaat, 13 Christiansen, 16 Reinthaler, 18 Jakob, 25 Dulic, 33 Faßmann, 36 Deniz.

Schiedsrichter: Cristian Ballweg (Zwingenberg); Assistenten: Tim Waldinger (Marburg), Maximilian Prölss (Ober-Ramstadt); Vierter Offizieller: Tobias Esch (Königswinter).