Löwen empfangen Schanzer: Trainer wünscht sich mehr Mut & Entertaining.

Löwen-Trainer Markus Kauczinski muss sich gegen Ingolstadt durch die Ausfälle im Mittelfeld einiges einfallen lassen.
Zum Ende der Saison wird die Personaldecke bei den Löwen immer dünner. Bei der Aufzählung fing 1860-Chefcoach mit den langzeitverletzten Tunay Deniz, Max Reinthaler, Philipp Maier und Jesper Verlaat an. „Sie stehen definitiv nicht zur Verfügung!“ Doch damit nicht genug. Thore Jacobsen hat einen Schlag im Training abbekommen, wird ebenfalls ausfallen. Genauso Kevin Volland. „Er hat schon länger muskuläre Probleme“, erklärt Kauczinski. „Wir haben Angst, dass mehr passieren kann. Wir hoffen, dass er in zwei Wochen wieder fit ist, uns im Endspiel des Landespokals zur Verfügung steht.“ Ebenfalls nicht spielen kann Damjan Dordan, der Mittelfeldspieler ist umgeknickt.
Es gibt aber auch gute Nachrichten. Torhüter Thomas Dähne, der zwei Tage mit dem Training pausierte, steht zur Verfügung. „Es war nur eine leichte Erkältung“, klärt Kauczinski auf. „Wir wollen Thomas für das Pokalspiel im Rhythmus halten, deshalb haben wir davon abgesehen, Paul Bachmann Spielzeit zu geben.“ Zurückkehren werden zudem Max Christiansen, Kilian Jakob und Lasse Faßmann nach Verletzung. „Sie werden Teil des Kaders sein“, kündigt der 56-Jährige an.
Gerade im defensiven Mittelfeld ist die Personalnot nach den Ausfällen von Jacobsen, Maier und Dordan am größten. „Es wird sich einiges verschieben, vom Personal und der Herangehensweise“, kündigt Kauczinski an. „Im Mittelfeld sind wir etwas dünn besetzt. Xaver Kiefersauer hat gute Chancen, von Anfang an zu spielen, ebenso Samu Althaus.“ Dazu kommt Loris Husic, „auch wenn er wegen seines Abiturs nicht immer im Training ist“, und eben Christiansen als weitere Alternativen.
Kauczinski kann die Unzufriedenheit der Fans über die zuletzt gezeigten Leistungen verstehen. „Ich bin ja selbst unzufrieden“, lautet seine Antwort. „In Schweinfurt haben wir, bis auf die ersten 20 Minuten, schlecht Fußball gespielt, uns nicht mehr gut bewegt. Wir haben immer in Phasen unsere Probleme.“ Trotzdem sei er nicht komplett enttäuscht. „Ich will aber mehr!“
Die Unzufriedenheit hätte mit der Englischen Woche und den Niederlagen in Duisburg und Cottbus angefangen. „Da ist der Faden gerissen, ergebnistechnisch haben wir es einigermaßen hingekriegt.“ Überraschenderweise gab es in der Rückrunde lediglich drei Niederlagen bei sechs Siegen und acht Unentschieden. „Ich wünsche mir aber auch mehr Mut und Entertaining. Alle Verantwortlichen sind sich einig, dass wir besser Fußball spielen müssen“, blickt er auf die kommende Saison voraus. „Wir wollen eine Mannschaft auf die Beine stellen, mit der sich die Fans identifizieren können.“
Zuletzt riss dem Trainer auch im Training der Geduldsfaden. Er ist keiner, der es einfach austrudeln lassen möchte. „Es ist in der momentanen Gemengelage sicher nicht einfach“, spricht er den Umstand an, dass einige Spieler den Klub verlassen müssen. „Trotzdem muss man das Beste für den Verein geben. Das ist das, was ich erwarte und selbst vorlebe!“
Der Trainer wurde gefragt, ob eine Chance besteht, dass der nach vier Jahren bei den Löwen scheidende Kapitän Jesper Verlaat nochmals in dieser Saison aufläuft. „Ich gehe nicht davon aus. Jesper reagiert auf jede Belastungssteigerung, deshalb wird er nicht mehr auf dem Platz stehen können.“
Übrigens: Die Verabschiedung der Spieler erfolgt gegen 13.40 Uhr, bereits 20 Minuten vor dem Anpfiff. Das sei eine Auflage des DFB, wie 1860-Pressesprecher Rainer Kmeth erklärt. Einer wird bei der Verabschiedung nicht dabei sein, obwohl er noch keinen neuen Vertag hat: Tim Danhof. „Wir sind in Gesprächen“, sagt dazu Kauczinski, „wir können uns vorstellen, mit ihm weiterzumachen. Aber über den genauen Stand kann ich nichts sagen.“ Der Verhandlungsstand sei derzeit „ergebnisoffen“, so der Löwen-Coach.
MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN
1860: 21 Dähne (Tor) – 25 Dulic, 37 Schifferl, 3 Voet – 2 Danhof, 35 Kiefersauer, 20 Althaus, 27 Pfeifer – 8 Philipp – 22 Haugen, 7 Niederlechner.
Ersatz: 12 Qela, 40 Bachmann (beide Tor) – 9 Steinkötter, 13 Christiansen, 17 Schröter, 18 Jakob, 29 Rittmüller, 30 Wolfram, 33 Faßmann, 34 Hobsch, 44 Husic.
Es fehlen: 4 Verlaat, 5 Jacobsen, 16 Reinthaler, 23 Dordan, 26 Maier, 31 Volland, 36 Deniz, 41 Lippmann, 42 Klose, 43 Fuchs.
FCI: 25 Eisele (Tor) – 2 Hoppe, 6 Antzoulas, 32 Lorenz, 15 Scholz, 19 Rosenlöcher – 17 Besuschkow, 8 Carlsen – 44 Kehrer, 7 Sturm – 22 Costly.
Ersatz: 47 Klein (Tor) – 5 Gül, 10 Kaygin, 11 F. Christensen, 14 Plath, 23 Maljojoki, 29 Kügel, 30 Drakulic, 34 Fröde, 39 Öztürk.
Es fehlen: 1 Ponath, 13 Toye, 20 Deichmann, 24 G. Christensen.
Schiedsrichter: Yannick Sager (Dortmund); Assistenten: Timo Frenger (Kaiserslautern), Dominic Stock (Herzebrock-Clarholz); Vierter Offizieller: Manuel Bergmann (Laupheim).
