Löwen gehen auf dem Zahnfleisch: Saisonabschluss mit 17 Feldspielern in Verl.

Löwen-Trainer Markus Kauczinski erwartet von seinen Spielern in Verl, dass sie ihr Bestes geben und sich für das Toto-Pokal-Finale einspielen.
Die Löwen gehen stark geschwächt ins Spiel beim SC Verl. Gerade mal 17 Feldspieler brachte Trainer Markus Kauczinski für das letzte Punktspiel der Saison zusammen. Neben den Langzeitverletzten fällt weiterhin Thore Jacobsen aus, Florian Niederlechner klagt seit dem Ingolstadt-Spiel über Probleme mit dem Knie und Manuel Pfeifer hat in der letzten Partie einen Schlag abbekommen. „Wir können nicht abschätzen, wie lange das dauert“, so Kauczinski. Alle drei stehen jedenfalls in Verl nicht zur Verfügung. Wenigstens kann Loris Husic mitwirken. Der 18-Jährige hatte am Freitagmorgen seine letzte Abiturprüfung, die Mannschaft wartete mit der Abfahrt ins 600 Kilometer entfernte Verl, bis der Mittelfeldspieler aus der Schule am Trainingsgelände angekommen war.
Die aktuelle Personalsituation führt höchstwahrscheinlich dazu, dass Kilian Jakob gleich sein Comeback in der Startelf geben wird. „Muss er ja“, kommentierte der Trainer mit Blick auf seine Möglichkeiten, gerade auf der defensiven Außenbahn. Gleiches gilt für Max Christiansen. „Er ist aber kein unmittelbarer Kandidat für die Startelf, ist aber sicher eine Option fürs Reinkommen.“
Die U21 wollte Kauczinski nicht weiter schwächen, schließlich spielt sie fast zeitgleich an der Grünwalder Straße 114 gegen den FC Ismaning um die Meisterschaft in der Bayernliga Süd. Sonst hätte er wahrscheinlich Cristian Leone, der die Woche über bei den Profis mittrainierte, und Finn Fuchs in den Kader für Verl genommen. Klar war schon zuvor, dass Samuel Althaus und Xaver Kiefersauer das Auswärtsspiel mit den Profis bestreiten werden. „Wir fiebern alle mit der U21“, sagt der 56-jährige Löwen-Coach, „schließlich sind sechs oder sieben Spieler bei uns, die in dieser Saison vorwiegend dort gespielt haben. Die Meisterschaft wäre für den ganzen Verein wichtig, wir sind geistig bei den Amateuren dabei.“
Kauczinski möchte sich bei allen Personalproblemen ordentlich aus der Saison verabschieden. „Man merkt, dass wir auf dem Zahnfleisch gehen. Wir haben schon gegen Ingolstadt einiges ausprobiert. Ich habe viele gute Ansätze gesehen, auch wenn es nicht zum Sieg gereicht hat.“ Darauf gelte es aufzubauen, auch im Hinblick auf die kommende Spielzeit. „Wir wollen uns in Verl gut verkaufen. Sicher werden wir den Gegner nicht dominieren, aber ich erwarte, dass die Mannschaft Emotionen und Leidenschaft zeigt.“
Jeder, so seine Forderung, müsse auf dem Platz sein Bestes geben, für sich selbst und den Verein. „Klar ist es am Ende der Saison schwer, auch weil viele Spieler den Verein verlassen, nochmals Luft reinzupumpen.“ Doch schließlich stehe eine Woche später noch das Toto-Pokal-Endspiel bei den Würzburger Kickers auf dem Programm. „Ich bastle daran, gegen Würzburg eine schlagkräftige Mannschaft auf den Platz zu bringen und hoffe, dass wir dann wieder einen Schritt weiter sind, uns entsprechend in Verl weiter einspielen.“
Er selbst, so betont Kauczinski, habe Bock auf das Spiel in Verl und in Würzburg. „Ich bin voller Tatendrang, auch im Hinblick auf die neue Saison.“ Er selbst habe keinen Durchhänger, „aber bei den Spielern habe ich schon den Eindruck, dass der eine oder andere die Pause braucht.“
Mit Verl werden die Löwen von einem Gegner erwartet, der ihnen in der Vergangenheit schon öfters das Leben schwer gemacht hat, auch im Hinspiel in München gewinnen konnte. „Sie sind sehr spielstark, eine Mannschaft, die zockt, die gute Fußballer hat und die bis kurz vor Saisonende sehr erfolgreich war“, sagt der Löwen-Trainer über die Ostwestfalen. „Wir müssen die Intensität mit Verl mitgehen. Sicher werde ich unser Wechselkontingent ausschöpfen müssen“, erwartet er eine sehr laufintensive Partie. „Für uns gilt es deshalb, dagegenzuhalten und Herz zu zeigen!“
MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN
SCV: 1 Schulze (Tor) – 20 Mhamdi, 5 Ens, 34 F. Otto, 19 Kijewski – 6 Eze, 8 Waidner – 17 Mesanovic, 10 Taz – 28 Y. Otto, 11 Wörner.
Ersatz: 32 Pekruhl (Tor) – 7 Stark, 13 Japaur, 18 Wessig, 21 Knost, 22 Mannhardt, 24 Stöcker, 26 Foti, 29 Bamba.
Es fehlen: 9 Arweiler, 14 Lehmann, 23 Besio, 30 Gayret.
1860: 21 Dähne (Tor) – 25 Dulic, 35 Kiefersauer, 3 Voet – 2 Danhof, 20 Althaus, 30 Wolfram, 18 Jakob – 9 Steinkötter, 30 Wolfram – 22 Haugen.
Ersatz: 12 Qela, 40 Bachmann (beide Tor) – 13 Christiansen, 17 Schröter, 29 Rittmüller, 33 Faßmann, 34 Hobsch, 37 Schifferl, 44 Husic.
Es fehlen: 4 Verlaat, 5 Jacobsen, 7 Niederlechner, 8 Philipp, 16 Reinthaler, 23 Dordan, 26 Maier, 27 Pfeifer, 31 Volland, 36 Deniz, 41 Lippmann, 42 Klose, 43 Fuchs.
Schiedsrichter: Martin Wilke (Merzhausen); Assistenten: Mathias Heilig (Klettgau-Erzingen), Mika Forster (Oberderdingen); Vierter Offizieller: Christoph Kluge (Bremen).
