Löwen gerüstet: 4:1-Sieg gegen Schweizer Erstligisten FC Winterthur.

Kevin Volland (li.) gratuliert Patrick Hobsch (re.) zum 2:1. Später markierte der Ex-Nationalspieler selbst das 3:1.
Personal: Trainer Markus Kauczinski verzichtete im einzigen Test vor dem Rückrundenstart am Samstag, 17. Januar 2026, gegen Rot-Weiss Essen auf Kapitän Jesper Verlaat und Manuel Pfeifer, die beide als Zuschauer in Belek weilten, aber aufgrund von diversen Problemen nicht zum Einsatz kamen. Ferner fehlten die weiterhin verletzten Florian Niederlechner, Max Christiansen, Sigurd Haugen und Tunay Deniz.
Spielbericht: Die Löwen wurden in Belek von rund 60 mitgereisten Fans lautstark unterstützt. Nach nicht einmal 30 Sekunden gingen die Sechzger in Führung. Patrick Hobsch hatte einen abgefangenen Ball noch in der eigenen Hälfte festgemacht, den Pass von Kevin Volland in die Tiefe erlief sich David Philipp, der von seinem Gegenspieler nicht eingeholt werden konnte, im Eins-gegen-Eins behielt der 1860-Stürmer die Nerven, schob die Kugel an der Strafraumkante rechts an Keeper Stefanos Kapino zum 1:0 ins lange Eck (1.). Drei Minuten später passte Clemens Lippmann von rechts scharf an den Fünfmeterraum, wo aber Kapino vor Hobsch klären konnte (4.). Einen Freistoß von Volland aus dem linken Halbfeld klärte Marvin Martins an der Fünfmeterkante übers eigene Tor (12.). Winterthur glich in der 15. Minute durch einen Freistoß von Andrin Hunziker aus. Halblinks, 21 Meter zum Tor, gab es den Standard. Leicht abgefälscht und mit Unterstützung des böigen Windes schlug die Kugel rechts zum 1:1 ein. Thomas Dähne war ins andere Eck unterwegs. Eine tolle Kombination führte zur erneuten Führung. Philipp passte halbrechts zu Lippmann an der Strafraumkante, der spielte die Kugel direkt weiter zu Hobsch, der im Zentrum aus acht Metern den Ball zum 2:1 neben dem rechten Pfosten einschob (20.). Ein Zwölf-Meter-Schuss von Volland wurde von einem Spieler der Schweizer am Torraum gerade noch geblockt (27.). Wieder war es ein Schuss mit Windunterstützung, diesmal durch Tibault Citherlet aus rund 25 Metern, der über Dähne hinweg an die Latte prallte (35.). In der 40. Minute das vermeintliche 3:1 für die Löwen durch Simen Voet, doch Passgeber Maier stand zuvor im Abseits. Kurz vor der Drittelpause noch eine Schrecksekunde, als Sean Dulic nach einem Foul liegenblieb und die medizinische Abteilung eingreifen musste. Schiedsrichter Resul Dede schickte deshalb beide Teams vorzeitig in die Kabine.
Dulic kam nicht mehr zum 2. Drittel auf den Platz. Seine Position nahm Raphael Schifferl ein. Die erste Chance hatten nach Wiederanpfiff erneut die Löwen, doch Lippmann sprang im Zentrum völlig frei ein Zuspiel von Philipp an der Strafraumkante zu weit vom Fuß (51.). Ein Heber von Hobsch auf Lippmann, den dieser nicht erreichte, schrammte knapp am rechten Pfosten des Tores der Eidgenossen vorbei (57.). Vier Minuten später das 3:1. Philipp hatte von links in die Mitte auf Volland gelegt, der frei vor Kapino aus sieben Metern nur noch einschieben brauchte (61.). Kurz danach beinahe das 4:1. Lippmann hatte von rechts in die Mitte gepasst, Samuel Althaus ließ den Ball zu Hobsch passieren, der im Zentrum aus 14 Metern zum Abschluss kam, doch sein Schuss konnte ein FCW-Verteidiger blocken (62.). Althaus prüfte Kapino mit einem Schrägschuss aus elf Metern von links aufs kurze Eck (65.). Kurz danach schob Hobsch ein Zuspiel an der Fünferkante knapp am rechten Pfosten vorbei (66.). In der 70. Minute wechselten beide Teams kräftig durch, bei den Löwen kam erstmals U17-Vizeweltmeister Loris Husic zum Einsatz. Auch in der Folge dominierten die Sechzger die Partie. Ein Schuss von Tim Danhof nach Lippmann-Zuspiel klärte ein Winterthur-Spieler für Keeper Antonio Spagnoli, der nun das Tor hütete, vor der Linie (81.). Viel mehr passierte vor Abpfiff des 2. Drittels nicht mehr, das ebenfalls an die Löwen ging.
Danhof hatte die Riesenchance, im Schlussdrittel die Führung auszubauen, passte aber am linken Fünfmetereck in die Mitte, anstatt freistehend selbst abzuschließen (92.). Wenig später traf Maximilian Wolfram nach Steckpass von Justin Steinkötter nur das rechte Außennetz (94.). Zwei Minuten später lenkte René Vollath einen Schuss von Roman Buess aus 14 Metern, der frei vor ihm aufgetaucht war, über die Querlatte (96.). Wolfram legte in der 102. Minute für Steinkötter auf, dessen 13-Meter-Schuss ging deutlich übers Tor. Doch der Schiedsrichter hatte vorher ein Foul an Wolfram gesehen, pfiff Elfmeter. Thore Jacobsen lief an, seinen schwachen Flachschuss aufs rechte untere Eck konnte Spagnoli jedoch parieren (102.). Das 4:1 besorgte dann Wolfram in der 108. Minute. Halbrechts kam er nach Steinkötter-Zuspiel aus 15 Metern frei zum Abschluss, sein Schuss rutschte unter Spagnoli durch ins kurze Eck. Nach einer Ecke von rechts durch Danhof war es Damjan Dordan, der knapp rechts am Tor vorbeizielte (113.). In der 123. Minute traf der kurz zuvor eingewechselte Noah Klose nach einer Direktabnahme nach Danhof-Flanke von rechts nur die Querlatte aus acht Metern. Der Treffer hätte aber ohnehin nicht gezählt, weil der Assistent eine Abseitsposition gesehen hatte. Die letzten zehn Minuten spielten die Sechzger nur zu Zehnt, weil Wolfram verletzt vorzeitig die Partie beendete. Am Ergebnis änderte sich nichts mehr. Die Löwen gewannen die Generalprobe vor dem Rückrundenstart mit 4:1.
„Es war von Anfang bis zum Ende ein guter Auftritt in allen Spielphasen, sowohl defensiv als auch mit guten Situationen nach vorne“, zog Löwen-Chefcoach Markus Kauczinski ein überaus positives Fazit. „Mit den Wechseln hat es ein bisschen gebraucht, aber auch da sind wir wieder reingekommen. Ich bin insgesamt mit der Mannschaft sehr zufrieden.“ Überbewerten wollte der 55-Jährige den Auftritt dennoch nicht. „Für mich ist es immer noch ein Vorbereitungsspiel, wenngleich es kein Muster ohne Wert ist. Aber in der Liga kommt was ganz anderes auf uns zu und jedes Spiel hat seine eigenen Anforderungen. Für den Moment bin ich zufrieden!“
Zwei, drei Positionen seien noch umkämpft, ansonsten hat der Coach seine Startelf gegen Essen im Kopf. „Es gibt ein Gerüst, lediglich die Außenpositionen und in der Mitte bin ich mir noch nicht klar“, verriet er. Dagegen zeigte sich Kauczinski mit der „Feuertaufe“ von Samuel Althaus zufrieden. „In so einer Konstellation hat er zum ersten Mal von Beginn an gespielt. Man muss natürlich sich immer einzelne Sachen angucken und vergleichen, aber er hat es auf jeden Fall gut gemacht“, kann er sich den 19-Jährigen als Vertreter des gesperrten Thore Jacobsen vorstellen. Ausfallen wird wohl gegen Essen auch Innenverteidiger Sean Dulic, der verletzt ausgewechselt werden musste. Der 1860-Trainer sprach von einer Muskelverletzung. „Wie stark diese ist, das können wir erst nach dem MRT sagen, aber er ist vorerst raus“, lautete die Hiobsbotschaft.
STENOGRAMM, Testspiel, 09.01.2026, 13 Uhr (MEZ)
TSV 1860 München – FC Winterthur 4:1 (2:1, 1:0, 1:0)
1860: 21 Dähne (Tor) – 25 Dulic, 16 Reinthaler, 3 Voet – 41 Lippmann, 26 Maier, 20 Althaus, 18 Jakob – 31 Volland, 8 Philipp – 34 Hobsch.
Ersatz: 11 Vollath, 12 Qela (Beide Tor) – 2 Danhof, 5 Jacobsen, 9 Steinkötter, 23 Dordan, 29 Rittmüller, 30 Wolfram, 33 Faßmann, 37 Schifferl, 44 Husic, 45 Klose.
FCW: 1 Kapino (Tor) – 27 Rohner, 66 Martins, 33 Citherlet, 18 Diaby – 14 Momoh, 45 Jankewitz, 44 Cueni – 11 Dansoko 17 Hunziker, 99 Burkart.
Ersatz: 75 Spagnoli (Tor) – 5 Mühl, 9 Buess, 16 Arnold, 20 Chiappetta, 23 Kasami, 24 Sidler, 26 Sahitaj, 35 Maksutaj, 37 Maluvunu, 38 Camara, 68 Beyer.
Wechsel: Schifferl für Dulic (46.), Steinkötter für Hobsch (70.), Wolfram für Philipp (70.), Danhof für Volland (70.), Rittmüller für Jakob (70.), Husic für Althaus (70.), Jacobsen für Maier (70.), Faßmann für Reinthaler (81.), Schröter für Lippmann (81.), Vollath für Dähne (91.), Dordan für Voet (91.), Klose für Schröter (115.), Qela für Vollath (120.) – Sider für Diaby (46.), Sahitaj für Rohner (62.), Spagnoli für Kapino (70.), Arnold für Martins (70.), Camara für Citherlet (70.), Mühl für Momoh (70.), Kasami für Jankewitz (70.), Chiappetta für Cueni (70.), Beyer für Momoh (70.), Maluvunu für Hunziker (70.), Buess für Burkart (70.), Maksutaj für Buess (120.), Cueni für Chiappetta (130.).
Tore: 1:0 Philipp (1.), 1:1 Hunziker (15.), 2:1 Hobsch (20.), 3:1 Volland (61.), 4:1 Wolfram (108.).
Gelbe Karten: –.
Bes. Vorkommnis: Jacobsen verschießt gegen Spagnoli Foulelfmeter (102.).
Zuschauer: 200 Susesi-Sportzentrum Belek.
Schiedsrichter: Resul Dede; Assistenten: Bilal Kücükbiyik, Burak Iskender Dogan; Vierter Offizieller: Ercan Aytac (alle Türkei).
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