Löwen vergeben viele Chancen beim 2:2 gegen Jahn Regensburg.

Der junge Samuel Althaus, hier gegen Philipp Müller, belebte das Mittelfeld der Löwen gegen Jahn Regensburg.
Personal: Im Heimspiel gegen Regensburg musste Löwen-Trainer Markus Kauczinski verletzungsbedingt auf Jesper Verlaat, Max Christiansen, Kilian Jakob, Sean Dulic und Tunay Deniz verzichten. Nicht im 20-Mann-Kader standen der dritte Torhüter Miran Qela, Philipp Maier, Clemens Lippmann, Noah Klose, Finn Fuchs und Loris Husic.
Spielverlauf: Die erste Chance des Spiels hatten die Löwen in der 3. Minute. Nach einer Hereingabe von rechts durch Marvin Rittmüller legte Sigurd Haugen nach hinten auf Samuel Althaus ab, dessen Schuss mit der Pieke von der Strafraumkante ging nur um Zentimeter über die Querlatte. Drei Minuten später spielte Lasse Faßmann von rechts flach diagonal in den Strafraum, der herangrätschende Haugen verpasste die Hereingabe am Fünfmeterraum nur knapp (6.). Ein Schuss von Kevin Volland aus 15 Metern aufs linke untere Eck konnte Felix Gebhardt im Nachfassen entschärfen (14.). Die Sechzger machten in der Anfangsviertelstunde mächtig Druck, ließen den Ball laufen und zeigten sehenswerte Kombinationen. Nach Doppelpass mit Haugen kam Althaus halblinks im Strafraum aus zwölf Metern zum Abschluss, scheiterte aber an Gebhardt. Es wäre ohnehin Abseits gewesen (19.). Drei Minuten später musste auf der anderen Seite Thomas Dähne eingreifen. Noel Eichinger versuchte es aus etwa 17 Metern mit einem Schlenzer aufs rechte Eck, aber der Löwen-Keeper lenkte den Schuss an den Pfosten (22.). Die Oberpfälzer setzten sich am Strafraum der Sechzger fest. Nach einem weiten Einwurf von links landet die Kugel im Strafraum bei Leopold Wurm, dessen Abschluss aus halblinker Position wurde gerade noch von einem Löwen-Spieler zur Ecke abgefälscht (24.). Eine sehenswerte Einzelaktion von Haugen brachte in der 28. Minute die Führung. Nach Steckpass von Volland ging der Norweger auf der linken Seite ins Dribbling, drang in den Strafraum ein, ließ Leo Mätzler einfach stehen und traf mit seinem Schrägschuss aus 13 Metern mit links ins rechte untere Eck zum 1:0. Beinahe hätten die Oberpfälzer zwei Minuten später den Ausgleich erzielt. Nick Seidl drang in den Strafraum ein und schloss ab. Der Ball wurde zweimal abgefälscht, segelte knapp am Tor vorbei (30.). In der 34. Minute brachte Benedikt Bauer das Kunststück fertig, den Ball nach Pass von Eichinger von der rechten Grundlinie aus sechs Metern weit übers 1860-Tor zu schießen. Die Löwen waren in dieser Phase defensiv zu offen und wurden wenig später dafür doppelt bestraft. Einen Freistoß von links durch Adrian Fein verlängerte im Zentrum Mätzler mit dem Hinterkopf aus sieben Metern, die Kugel schlug neben dem rechten Pfosten unhaltbar für Dähne zum 1:1 ein (42.). Nach einer Ecke von rechts durch Thore Jacobsen und Kopfball von Max Reinthaler am zweiten Pfosten hatten die Löwen-Fans schon den Torschrei auf den Lippen, aber Gebhardt brachte die Finger an die Kugel, lenkte sie an die Latte (45.). Im Gegenzug erzielte Regensburg die Führung (45.+1). Christian Kühlwetter hatte in den Strafraum auf Philipp Müller durchgesteckt, der frei vor Dähne auftauchte und flach rechts an ihm vorbei zum 2:1 für die Gäste einschob. Direkt danach beendete Schiedsrichter Felix Grund eine abwechslungsreiche 1. Halbzeit.
In der 53. Minute lief Niederlechner nach Steckpass von Haugen alleine auf Gebhardt zu, umkurvte den Regensburger Keeper, der holte ihn von den Beinen, sah dafür aber nur Gelb, obwohl er eine klare Chance verhindert hatte. Den anschließenden Strafstoß von Jacobsen aufs linke Eck konnte der Schlussmann parieren, den Nachschuss des Löwen-Kapitäns klärte Wurm auf der Linie (54.). Einen Lupfer von Volland aus 15 Metern konnte Gebhardt in der 62. Minute im Rückwärtslaufen gerade noch mit den Fingern über die Querlatte lenken. Die Löwen machten weiter Druck. Nach Zuspiel von Althaus kam Haugen auf der linken Seite bis zur Grundlinie, seine Hereingabe grätschte Justin Steinkötter aber genau in die Arme von Gebhardt (74.). Regensburg konnte sich kaum noch befreien, verteidigte aber leidenschaftlich gegen anrennende Sechzger. In der 81. Minute der hochverdiente Ausgleich. Manuel Pfeifer hatte auf Althaus auf der linken Strafraumseite durchgesteckt, der flankte mit viel Gefühl in den Rückraum, wo Haugen aus acht Metern hochstieg, den Ball zum 2:2 ins lange, linke Eck köpfte. Eine Flanke vom linken Strafraumeck durch Haugen köpfte Steinkötter drei Minuten später links am Tor vorbei (84.). Die Sechzger gaben sich nicht mit dem Unentschieden zufrieden, drängten auf den Siegtreffer. Raphael Schifferl hatte den Siegtreffer in der 89. Minute auf dem Kopf. Nach Ecke von links durch Jacobsen kam er aus acht Metern zum Kopfball, setzte die Kugel aber um Zentimeter neben den linken Pfosten (89.). Bis zum Schluss taten die Löwen alles, trotzdem reichte es nicht zum Sieg.
TRAINERSTIMMEN
„Wir haben in den ersten 15 bis 20 Minuten gut angefangen“, fand 1860-Chefcoach Markus Kauczinski. „Danach haben wir etwas den Faden verloren. Es sah nach einem 1:1 zur Pause aus, dann kriegen wir mit der letzten Aktion das 1:2“, ärgerte sich der 56-Jährige über diesen Gegentreffer. „Das war zu einfach, ein Nackenschlag für uns.“ Trotzdem habe man sich in der Pause zusammengerauft. „Wir haben dann in der 2. Halbzeit Druck gemacht, waren auf dem Gaspedal. Leider konnten wir den Elfmeter nicht nutzen. Aber wir haben weitergemacht. Das rechne ich der Mannschaft hoch an. Insgesamt war es ein guter Auftritt.“ Nach dem Ausgleich hätte sein Team ein Powerplay aufgezogen. „Durch Schiffi hatten wir noch die Chance zum Sieg“, sprach er den Kopfball von Raphael Schifferl an, der knapp am Tor vorbeiging. „Letztlich müssen wir mit dem 2:2 leben, auch weil der zweite Gegentreffer zu einfach gefallen ist.“
Regensburgs Trainer Sascha Hildmann hatte ein intensives Spiel gesehen. „Wir haben versucht, Fußball zu spielen. In der 1. Halbzeit haben wir uns mit zwei Toren belohnt.“ Er machte seiner Mannschaft ein Kompliment, weil er kurzfristig noch auf zwei Spieler wegen Magen-/Darmproblemen verzichten musste. „Wir konnten am Ende der Englischen Woche kaum rotieren. Trotzdem sind wir auch in die 2. Halbzeit gut reingekommen, hatten einige Chancen. Das 2:2 ist okay, wenn man bedenkt, dass Sechzig auch noch einen Elfmeter verschießt. Unser Torwart Felix Gebhardt hat uns im Spiel gehalten.“
STENOGRAMM, 33. Spieltag, 12.04.2026, 19.30 Uhr
TSV 1860 München – SSV Jahn Regensburg 2:2 (1:2)
1860: 21 Dähne (Tor) – 33 Faßmann, 16 Reinthaler, 3 Voet – 29 Rittmüller, 5 Jacobsen, 20 Althaus, 27 Pfeifer – 31 Volland – 7 Niederlechner, 22 Haugen.
Ersatz: 40 Bachmann (Tor) – 2 Danhof, 8 Philipp, 9 Steinkötter, 17 Schröter, 23 Dordan, 30 Wolfram, 34 Hobsch, 37 Schifferl.
SSV: 1 Gebhardt (Tor) – 37 Wurm, 31 Mätzler, 33 Seidel – 25 Oliveira, 5 Müller, 29 Fein, 26 Bauer – 30 Kühlwetter, 11 Eichinger – 20 Posselt.
Ersatz: 23 Pollersbeck, 41 Lottes (beide Tor) – 6 Saller, 8 Geipl, 13 Dietz, 14 Ziegele, 21 Hottmann, 27 Hermes.
Wechsel: Schifferl für Reinthaler (46.), Schröter für Rittmüller (72.), Steinkötter für Niederlechner (72.), Hobsch für Volland (83.), Dordean für Faßmann (90.+5) – Hottmann für Eichinger (51.), Ziegele für Mätzler (66.), Dietz für Posselt (66.), Saller für Fein (88.).
Tore: 1:0 Haugen (28.), 1:1 Mätzler (42.), 1:2 Müller (45.+1), 2:2 Haugen (81.).
Gelbe Karten: Faßmann – Gebhardt, Saller.
Besonderes Vorkommnis: Gebhardt pariert Elfmeter von Jacobsen (54.).
Zuschauer: 15.000 im Grünwalder Stadion (ausverkauft).
Schiedsrichter: Daniel Bartnitzki (Erfurt); Assistenten: Johannes Drößler (Gotha), Benjamin Strebinger (Erfurt); Vierter Offizieller: Felix Grund (Haidlfing).
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