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Löwen-Trainer Kauczinski fordert in Cottbus „heißes Herz und kühlen Kopf!“

Die Löwen reisen in der Mitte der Englischen Woche zum drittplatzierten FC Energie Cottbus. Anpfiff im LEAG Energie Stadion ist am Dienstag, 7. April 2026 um 18.60 Uhr. Die Partie ist wie immer live bei MagentaSport zu sehen.
Löwen-Trainer Markus Kauczinski sieht immer noch eine Chance auf den Relegationsplatz. Ein Sieg in Cottbus könnte das unterstreichen.

Löwen-Trainer Markus Kauczinski sieht immer noch eine Chance auf den Relegationsplatz. Ein Sieg in Cottbus könnte das unterstreichen.

Für die Sechzger geht es, unterstützt von rund 1.000 Löwenfans, in der Lausitz nicht nur um drei Punkte, sondern auch darum, den Rückstand auf den drittplatzierten FC Energie Cottbus nicht weiter anwachsen zu lassen. Löwen-Trainer Markus Kauczinski glaubt nach wie vor an die Möglichkeit, über die Relegation aufzusteigen. „Es gibt noch eine Chance, die müssen wir aber wahrnehmen“, sagt er. „Andere schaffen das auch, permanent zu punkten, wie Osnabrück oder Essen. In der Hinrunde haben wir gezeigt, dass wir gegen die kommenden Gegner gewinnen können.“

Natürlich weiß der 56-Jährige, dass die letzten beiden Partien in diesem Ansinnen kontraproduktiv waren. „Fakt ist, dass wir nur einen Punkt geholt haben. Das ist zu wenig, um unsere Ambitionen zu unterstreichen“, spricht er Klartext. „Wir wollten gegen Waldhof Mannheim gewinnen, haben viel investiert und gute Phasen gehabt, wo wir mehr als ein Tor machen können.“ Es hätte aber auch immer wieder Phasen gegeben, in denen Mannheim ein Tor hätte erzielen können. „Am Ende haben wir das 1:1 mit der Brechstange gemacht.“ Kauczinski wiederholte nochmals seine These aus der letzten Löwenrunde: „Wenn wir nur ein Tor schießen, dann dürfen wir kein Gegentor kassieren!“ Trotzdem habe er, wie schon zuvor in Duisburg, „nach vorne und spielerisch“ einen Schritt nach vorne gesehen. „Leider nutzen wir unsere Chancen nicht“, sieht er als entscheidendes Manko.

Personell gibt es nur eine Änderung, aber die ist gravierend. Kapitän Thore Jacobsen kehrt nach Gelb-Rot-Sperre zurück. „Thore ist jemand, der seine Leistung konstant erbracht hat. Er wird wieder ins Team kommen“, legt sich der Löwen-Trainer fest. Das heißt, dass Samuel Althaus, der gegen Mannheim sein Startdebüt feierte, wieder auf der Bank Platz nimmt. Trotzdem war Kauczinski mit dem Auftritt des 20-Jährigen zufrieden. „Samu hat es schon immer angedeutet, war bereits im Januar so weit.“ Damals kam dem Mittelfeldspieler eine Verletzung dazwischen. „Er hat gegen Waldhof etwas gebraucht, um sich reinzufinden, aber man hat gesehen, was er mit dem Ball kann, dass er Situationen auflösen kann. Es war ein guter erster Auftritt.“

Ansonsten hätte die Partie am Samstag auch einige leichtere Verletzungen nach sich gezogen. Raphael Schifferl klagt über Schmerzen am Ellenborgen, Sigurd Haugen bekam einen Schlag auf die Wade. „Ich gehe davon aus, wenn die Fortschritte so weiter gehen, dass bei beiden am Dienstag einem Einsatz nichts im Wege steht“, ist Kauczinski optimistisch. Unabhängig davon, könnte es in der Englischen Woche zu Personal-Rocharden kommen. Gerade im Sturm habe er neben dem gesetzten Haugen einige Alternativen. „Die Positionen sind umkämpft, Justin Steinkötter hat nach seiner Einwechslung viel Energie gebracht.“ Auch der Zweikampf zwischen Lasse Faßmann und Schifferl sei sehr eng. „Ich bin mir noch nicht im Klaren über die Startaufstellung“, will sich der 1860-Coach noch Gedanken machen. 

Nicht nur die Löwen befinden sich in der Crunch Time, wie es neudeutsch so schön heißt. „Es spitzt sich zu, jeder Moment, jeder Sieg zählt“, erklärt Kauczinski. „Für uns ist es wieder eine Chance, um heranzukommen“, geht er die Partie positiv an. „Unsere Situation unterscheidet sich nicht groß von Cottbus“, führt er weiter aus. Auch das Team aus der Lausitz sei zum Siegen verdammt. „Ich erwarte ein heißes und hitziges Spiel!“

Für die Löwen-Spieler sei das nichts Neues. „Wir haben gezeigt, dass wir nicht zurückziehen. Wir haben am Sonntag nochmals darüber geredet, welche Spiele noch folgen und was wir reinlegen müssen“, sagt Kauczinski. Es gelte, die Nerven zu bewahren. „Ich rechne nicht mit den ersten beiden Plätzen“, liegt sein Fokus auf dem Relegationsrang. „Es werden noch einige Teams schwächeln, Osnabrück habe ich dabei nicht im Visier. Wir müssen ein heißes Herz zeigen, aber dabei kühl im Kopf bleiben. Es muss schon eine Idee dahinter sein, wie man solche Spiele angeht.“

Einen großen Vorteil, dass der FC Energie ein Heimspiel in der Mitte der Englischen Woche hat, sieht der Löwen-Trainer nicht. „Cottbus hat auch nur zwei Tage dazwischen. Wir fliegen am Montag hin und fahren nach dem Spiel mit dem Bus zurück.“ Ohnehin sei, so Kauczinskis Erfahrung, in dieser Saisonphase „alles Kopfsache. Es geht darum, den Fokus schnell zu finden und einen guten Matchplan zu erstellen.“ Der Gegner verfüge über eine gute Mischung in der Mannschaft, sei spiel- und kampfstark und habe mit Claus-Dieter Pelé Wollitz einen sehr emotionalen Trainer. „Man kennt sich und schätzt sich“, so Kauczinski.

MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN 

FCE: 33 Funk (Tor) – 44 Straudi, 2 Manu, 23 Awortwie-Grant, 20 Borgmann – 5 Pelivan, 10 Tolc. Cigerci, 19 Boziaris, 8 Michelbrink – 18 Engelhardt, 11 Hannemann.
Ersatz: 1 Sebald (Tor) – 3 Rorig, 4 Campulka, 7 Thiele, 17 Moustfa, 22 Cvjetinovic, 24 Lucoqui, 25 Tattermusch, 31 Butler, 32 Heidrich, 36 Juckel, 37 Biankadi.
Es fehlen: 6 Hofmann, 14 Tolga Cigerci, 21 Guwara.

1860: 21 Dähne (Tor) – 37 Schifferl, 16 Reinthaler, 3 Voet – 2 Danhof, 5 Jacobsen, 26 Maier, 41 Lippmann – 31 Volland – 9 Steinkötter, 22 Haugen.
Ersatz: 12 Qela, 40 Bachmann (beide Tor) – 7 Niederlechner, 8 Philipp, 17 Schröter, 20 Althaus, 23 Dordan, 27 Pfeifer, 29 Rittmüller, 30 Wolfram, 33 Faßmann, 34 Hobsch, 44 Husic.
Es fehlen: 4 Verlaat, 13 Christiansen, 18 Jakob, 25 Dulic, 36 Deniz, 42 Klose, 43 Fuchs.

Schiedsrichter: Florian Lechner (Insel Poel); Assistenten: Julius Martenstein (Marburg), Kevin Behrens (Berlin); Vierter Offizieller: Robert Wessel (Berlin).