Löwen verlieren nach starkem Beginn mit 1:2 beim VfB Stuttgart II.

Nach gutem Auftakt brachte das erste Gegentor die Löwen völlig aus dem Konzept.
Personal: Im Auswärtsspiel in Aspach gegen die Reserve des VfB Stuttgart musste Löwen-Trainer Markus Kauczinski gleich zehn Spieler krankheits- oder verletzungsbedingt ersetzen. Es fehlten Jesper Verlaat, David Philipp, Max Christiansen, Morris Schröter, Samuel Althaus, Sean Dulic, Manuel Pfeifer und Tunay Deniz. Sein Drittliga-Debüt gab der 18-jährige Loris Husic, der auch gleich in der Startelf vor rund 3.500 mitgereisten Löwenfans stand.
Spielverlauf: Auf den Rängen waren die Verhältnisse klar verteilt. Auch auf dem Platz übernahmen die Sechzger zunächst die Initiative. Erstmals gefährlich wurde es vor dem Stuttgarter Tor in der 4. Minute. Sigurd Haugen hatte sich rechts im Strafraum durchgesetzt, sein Zuspiel am Fünfmeterraum auf Clemens Lippmann konnte ein VfB-Spieler gerade noch zur Ecke klären. Zwei Minuten später traf Kevin Volland nach Zuspiel von Patrick Hobsch halbrechts im Strafraum aus 15 Metern nur das Außennetz (6.). Im Anschluss an einen weiten Lippmann-Einwurf von rechts stocherte Volland am vorderen Fünfmetereck den Ball Richtung Tor, doch Torwart Florian Hellstern hatte aufgepasst, bereinigte de Situation (8.). Auf der anderen Seite ging ein Schuss von Leny Meyer von der Sechzehnerkante deutlich am langen Eck des 1860-Tores vorbei (9.). Nach einem weiten Ball setzte sich Haugen gegen zwei Stuttgarter durch, legte die Kugel im Strafraum quer auf Hobsch, doch Keeper Hellstern hatte aufgepasst, konnte vor dem 1860-Angreifer per Fuß am Fünfmeterraum klären (11.). In der 16. Minute lag der Ball im VfB-Tor, doch Haugen stand – so die Meinung von Schiedsrichter Yannick Sager – beim Zuspiel von Hobsch im Abseits! Das Tor fiel vier Minuten später auf der anderen Seite. Mansour Ouro-Tagba hatte den Ball vom linken Strafraumeck quer nach rechts auf Justin Diehl gelegt, der passte mit viel Übersicht in die Mitte auf den durchgelaufenen Noah Darvich, der frei vor Thomas Dähne die Kugel links am 1860-Keeper zum 1:0 einschob (20.). Damit war die Partie auf den Kopf gestellt! Beinahe hätte die VfB-Reserve eine Minute später nachgelegt. Diehl lief alleine auf Dähne zu, suchte aber im Strafraum nicht den Abschluss, sondern legte quer auf Ouro-Tagba, der den Ball nicht unter Kontrolle brachte, sodass die Sechzger klären konnten (21.). Besser machte es Diehl fünf Minuten später. Nach einem Steckpass von Darvich spitzelte er die Kugel aus elf Metern an dem chancenlosen Dähne vorbei zum 2:0 (26.). Direkt danach bildeten die Löwen auf dem Platz einen Kreis, versuchten sich neu zu sammeln. In der 32. Minute hatten sie die Großchance zum Anschlusstreffer. Nach Pass von Lippmann prallte die Kugel von Haugen zu Volland ab, der war im Zentrum vollkommen frei, versuchte aber den Ball auf Hobsch rechts im Strafraum direkt weiterzuleiten, was nicht gelang (32.). Hier hätte der Ex-Nationalspieler selbst abschließen müssen! Knapp scheiterte Haugen rechts im Strafraum mit einem 15-Meter-Schuss, der knapp am linken Pfosten vorbeiging (38.). Einen Kopfball von Alexander Groiß nach Ecke lenkte Dähne über die Latte (41.). So blieb es beim 0:2 zum Seitenwechsel.
Für Debütant Loris Husic kam zur 2. Halbzeit der offensivere Maximilian Wolfram in die Partie. Nach einer Kopfballstafette im Stuttgarter Strafraum stocherte Haugen aus fünf Meter den Ball Richtung Tor, doch Hellstern parierte den Abschluss (47.). Die Löwen drängten auf den Anschlusstreffer. Eine scharfe Hereingabe von links durch Lippmann nahm Volland am vorderen Fünfmetereck direkt, doch erneut war der VfB-Keeper bei dem Schuss mit einem Reflex zur Stelle (49.). Der schnelle Treffer gelang auch in der zweiten Hälfte nicht, der VfB konnte sich in der Folge wieder vom Druck befreien, erspielte sich viele Standard-Situationen. Lauri Penna prüfte Dähne mit einem 30-Meter-Schuss aufs linke untere Eck (73.). Glück hatten die Sechzger in der 76. Minute, als Simen Voet als letzter Mann den Ball verlor, Ouro-Tagba in Überzahl jedoch ins Abseits lief. Zu allem Überfluss kassierte Volland wenig später seine 5. Gelbe Karte, wird damit im Auswärtsspiel in Havelse fehlen (79.). Eine Co-Produktion der Eingewechselten brachte in der 85. Minute den Anschlusstreffer. Florian Niederlechner hatte nach links im Strafraum auf Kilian Jakob gepasst, dessen Hereingabe an den zweiten Pfosten legte Tim Danhof von der Grundlinie zurück auf Haugen, der aus kurzer Distanz zum 1:2 traf. Kurz danach versuchte es Haugen mit einem Seitfallzieher aus sieben Metern, traf aber das Spielgerät nicht, der zum Ball gehende Niederlechner wurde klar von Meyer am Fuß getroffen, forderte vehement Elfmeter, doch der Unparteiische ließ weiterspielen (86.). Nach einer Ecke von rechts durch Danhof kam Reinthaler zum Kopfball, brachte die Kugel aber nichts aufs VfB-Tor (88.). Es gab sechs Minuten obenauf, doch den Sechzgern gelang in er Nachspielzeit kein weiterer Treffer mehr, womit die erste Niederlage 2026 besiegelt war.
TRAINERSTIMMEN
Löwen-Trainer Markus Kauczinski zeigte sich mit der Anfangsphase zufrieden. „Wir haben ordentlich begonnen. Die ersten 20 Minuten waren in unserer Hand. Dann sind wir schlecht positioniert, werden ausgekontert.“ Besonders das Zustandekommen des ersten Gegentreffers ärgerte den Coach. „Das ist zu einfach, das darf nicht sein. Wir lassen uns viel zu leicht ausspielen, ein langer Ball, ein Querpass, drei Stationen und wir sind blank. Das ist viel zu billig. Wir lassen dem Gegner viel zu viel Platz.“ Nach dem 0:1 hätte sein Team völlig den Faden verloren, monierte der 55-Jährige. „Wir waren daneben, kriegen das zweite Gegentor, weil die Lücke einfach zu groß ist. Auch das war viel zu einfach“, echauffierte sich Kauczinski. „In der 2. Halbzeit haben wir den Kampf angenommen und alles probiert. Zumindest da war es ein ausgeglichenes Spiel.“ Nach dem Anschlusstreffer hätte sein Team die Möglichkeit auf den Ausgleich gehabt. Besonders ärgerte ihn die Szene in der 86. Minute, in der Florian Niederlechner klar von Leny Meyer am Fuß getroffen wurde. „Er trifft ihn eindeutig. Das ist ein klarer Elfmeter. Aber wir gewöhnen uns mittlerweile dran, dass so etwas bei uns nicht gepfiffen wird. Es reiht sich in eine lange Liste an Fehlentscheidungen gegen uns und ist natürlich umso ärgerlicher, weil wir am Ende ohne Punkt nach Hause fahren.“
VfB-Coach Nico Willig sprach von einem total verdienten Sieg. „Wir haben viele Phasen des Spiels gut abgedeckt. So nach zehn Minuten haben wir es bis zur Pause wirklich richtig gut gemacht.“ Es hätte aber auch Phasen gegeben, wo sein Team leiden musste. „Das haben wir ausgehalten, gefightet, uns reingeworfen, die Kopfballduelle geführt, die zweiten Bälle geholt und daraus die eine oder andere gefährliche Strafraumsituation generiert, um den Sack zuzumachen.“ In vielen Dingen hätte seine Mannschaft sehr reif „gegen einen äußerst unangenehmen Gegner“ gewirkt, der immer wieder versucht habe, „Bälle in unseren Strafraum zu bringen und drum herum Szenen zu produzieren.“ Speziell mit der 1. Halbzeit war Willig zufrieden. „Das war eine ganz starke spielerische Leistung, die Tore sehr schön herausgespielt.“
STENOGRAMM, 23. Spieltag, 07.02.2026, 16.30 Uhr
VfB Stuttgart II – TSV 1860 München 2:1 (2:0)
VFB II: 1 Hellstern (Tor) – 24 Olivier, 13 Köhler, 6 Groiß, 16 Meyer – 10 Sessa, 5 Catovic – 31 Darvich, 7 Penna, 26 Diehl – 27 Ouro-Tagba.
Ersatz: 28 Draband (Tor) – 4 Herwerth, 8 di Benedetto, 17 Nankishi, 18 Lüers, 19 Freßle, 23 Spalt, 34 Janjic, 39 Jatta.
1860: 21 Dähne (Tor) – 26 Maier, 16 Reinthaler, 3 Voet – 29 Rittmüller, 5 Jacobsen, 44 Husic, 41 Lippmann – 31 Volland – 34 Hobsch, 22 Haugen.
Ersatz: 40 Bachmann (Tor) – 2 Danhof, 7 Niederlechner, 9 Steinkötter, 18 Jakob, 23 Dordan, 30 Wolfram, 33 Faßmann, 37 Schifferl.
Wechsel: Spalt für Diehl (43.), di Benedetto für Sessa (69.), Lüers für Olivier (83.), Herwerth für Penna (83.) – Wolfram für Husic (46.), Steinkötter für Hobsch (69.), Niederlechner für Volland (79.), Jakob für Lippmann (79.), Danhof für Rittmüller (79.).
Tore: 1:0 Darvich (20.), 2:0 Diehl (26.), 2:1 Haugen (85.).
Gelbe Karten: Groiß, Olivier, Lüers, Hellstern – Jacobsen, Husic, Haugen, Volland, Niederlechner.
Zuschauer: 4.500 in der WIRmachenDruck Arena Aspach.
Schiedsrichter: Yannick Sager (Dortmund); Assistenten: Markus Schüller (Korschenbroich), Dominic Stock (Herzebrock-Clarholz); Vierter Offizieller: Jan-Vincent Ritter (Kaiserslautern).
Bildergalerie



