U19 siegt im Spitzenspiel gegen Rot-Weiss Walldorf mit 3:1.

Insgesamt dreimal konnten die Junglöwen gegen Walldorf jubeln, hier beim 1:0 durch Paul Sturm (2. v. li.).
Überraschenderweise dominierten die Gäste die Anfangsphase. Ein 20-Meter-Schuss von Samuel Reiter aus halbrechter Position ging nur knapp am rechten Pfosten vorbei. Es dauerte, bis sich das neuformierte Team, das auf Lance Fiedler, Jamie Jenni und Emre Erdogan, die tags zuvor in der U21 gespielt hatten, ebenso wie auf den Gelb-Rot gesperrten Bienvenue Kawele verzichten musste. Nach einer Freistoßhereingabe von rechts köpfte Yassin Hadiri ungehindert aus sieben Metern am langen Eck vorbei (9.). Ein Distanzschuss von Jonah Geike ging knapp übers 1860-Tor (11.). Erstmals gefährlich wurden die Junglöwen in der 13. Minute. Paul Sturm war über die rechte Seite in den Strafraum gedribbelt, kam aber bei mehreren Versuchen nicht zum Abschluss, am Ende wurde sein Zuspiel auf Efe Karakoc geklärt. Kurz danach setzte sich Mustafa Tekin halblinks im Strafraum durch, kam aus elf Metern zum Abschluss, setzte den Ball aber ans Außennetz des kurzen Ecks (14.). Im Anschluss an eine Ecke von rechts machte Georgios Genidis den Ball von links nochmals scharf, Arian Ortivero Calderon kam am zweiten Pfosten zum Kopfball, setzte die Kugel aber an die Latte (17.). Nun waren die Sechzger im Spiel. Zwei Minuten später belohnten sie sich mit der Führung. Ludwig Estermann hatte mit einem Pass aus dem Zentrum die Innenverteidigung überspielt, der nachsetzende Sturm tauchte frei vor Torwart Justus Schuchmann auf, überlupfte ihn aus 13 Metern zum 1:0 (19.). Lange passierte wenig vor den Toren, dann erhöhten die Junglöwen kurz vor der Pause auf 2:0. Sturm hatte aus dem Gewühl heraus aus 15 Metern abgezogen, Schuchmann parierte den Schuss, der nachsetzende Ben Wohlketzetter nahm den Abpraller aus sieben Metern artistisch aus der Luft und vollendete. Aber auch Walldorf hatte noch seine Chancen. Ein Schuss von Reiter am linken Strafraumeck ließ 1860-Keeper Mauricio Dunker am kurzen Eck über die Faust rutschen, der Ball ging knapp übers Tor (45.). Nach der anschließend kurz ausgeführten Ecke kam Geike fast an der Grundlinie zum Abschluss, die Hereingabe prallte von Ortivero Calderon im Fünfmeterraum ab, landete ebenfalls neben dem rechten Pfosten im Tor-Aus (45.+1). So blieb es bei der 2:0-Führung für die Junglöwen zur Halbzeit.
Die Hessen hatten sich noch nicht aufgegeben. Im Anschluss an einen Konter mit Seitenverlagerung kam Hadri halbrechts im 1860-Strafraum aus zehn Metern zum Schuss, traf aber nur den kurzen Pfosten (47.). Das Tor fiel auf der anderen Seite. Nach Steckpass war Genidis halblinks frei vor ihm aufgetaucht, zog links an ihm vorbei, der Keeper setzte nach, traf den Junglöwen-Stürmer beim Klärungsversuch am Fuß. Folgerichtig pfiff Schiedsrichter Alexander Petzke Elfmeter und zeigte dem Torhüter die Gelbe Karte (57.). Der Gefoulte lief selbst an, traf zum 3:0 ins linke unter Eck (59.). In der 74. Minute lief Efe Karakoc alleine aufs Tor, spielte den RWW-Keeper aus, zielte dann aufs kurze Eck, jedoch konnte der zurückgeeilte Faress Milali den Ball noch von der Linie grätschen. Die Gäste kamen noch zum verdienten Ehrentreffer, brauchten dabei aber die Unterstützung der Sechzger. Einen Freistoß aus dem linken Halbfeld von Panagiotis Kagkarakis köpfte der eingewechselte Manuel Curic unhaltbar für Luca Scholl, der mittlerweile das 1860-Tor hütete, ins eigene Netz (90.). Am Sieg der Junglöwen änderte das nichts mehr, die damit wieder von Walldorf die Spitze übernahmen.
„Grundsätzlich bin ich zufrieden“, sagte Junglöwen-Trainer Jonas Schittenhelm. „Wir hatten Phasen, wo wir nicht so gut drin im Spiel waren, gerade zu Beginn waren wir nicht griffig genug. Wir haben ein bisschen gebraucht. Dann haben wir, so um das erste Tor herum, uns hochgefahren und sind deutlich griffiger geworden, konnten uns Chancen erarbeiten und haben klarer gespielt.“ Die 1. Halbzeit sei nach verschlafenem Beginn unterm Strich für ihn in Ordnung gewesen, analysierte der 40-Jährige. „Zu Beginn der 2. Halbzeit hatten wir Glück, dass wir nicht direkt den Anschlusstreffer bekommen. Danach haben wir wieder hochgefahren und auch die vielen Wechsel haben gute Energie reingebracht. Von daher war es ein ordentliches Spiel.“ Dabei musste Schittenhelm im Vorfeld viele Wechsel vornehmen, hatte fast nur noch U17-Spieler auf der Bank. „Das haben wir gut gemacht. Das war schon unter der Woche zu merken. Die Jungs haben im Training kräftig Gas gegeben und trotz der Umstellung war die Struktur okay – die Anfangsphase mal ausgenommen. Die Jungs von der U17 haben schon in der Woche angeschoben und sich super eingefügt.“
STENOGRAMM
U19-DFB-Nachwuchsliga, Hauptrunde Liga B, Gruppe D
12. Spieltag, 10.05.2026, 11 Uhr
TSV 1860 München – SV Rot-Weiss Walldorf 3:1 (2:0)
1860: Dunker (Tor, 71., Scholl)) – Krasniqi, Ortiviero Calderon, Estermann (81., Curic), Efe (62., Osmani) – Wohlketzetter, X. Lippmann, Tekin – Genidis (71., Peters), Sturm (62., Bannert), Karakoc (81., Matijevic).
Tore: 1:0 Sturm (19.), 2:0 Wohlketzetter (41.), 3:0 Genidis (59., Foulelfmeter), 3:1 Curic (90., Eigentor).
Gelbe Karten: Estermann, Bannert – Schuchmann, Hadri.
Zuschauer: 120 1860-Trainingsgelände Grünwalder Str. 114.
Schiedsrichter: Alexander Petzke (Surheim); Assistenten: Dominik Petzke (Surheim), Sebastian Bock (Hamminkelner).
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