Nur 1:1 gegen Waldhof Mannheim – Löwen lassen Punkte liegen.

In dieser Szene in der 30. Minute hätte es Elfmeter geben müssen. Kevin Volland bekommt ganz klar den Fuß von Niklas Hoffmann beim Klärungsversuch ins Gesicht.
Personal: Im Heimspiel gegen Mannheim musste Löwen-Trainer Markus Kauczinski verletzungsbedingt auf Jesper Verlaat, Max Christiansen, Kilian Jakob, Sean Dulic und Tunay Deniz verzichten. Wegen einer Gelb-Rot-Sperre fehlte Thore Jacobsen. Nicht im 20-Mann-Kader standen der dritte Torhüter Miran Qela, Morris Schröter und Manuel Pfeifer. Noah Klose und Finn Fuchs hatten Spielpraxis am Gründonnerstag in der U21 beim 4:0-Erfolg über Türkspor Augsburg gesammelt. Samuel Althaus gab sein Startelf-Debüt in der 3. Liga.
Spielverlauf: Die Löwen kamen gut in die Partie. Im Anschluss an einen Eckball von rechts durch Kevin Volland war es Patrick Hobsch, der zum Kopfball hochstieg, aber aus sieben Metern links am Tor vorbeiköpfte (2.). Eine scharfe Hereingabe von rechts durch Sigurd Haugen kam zu nahe ans Tor, so dass Keeper Thijmen Nijhuis im Fünfmeterraum zugreifen konnte (5.). Zwei Minuten später schloss der Norweger halbrechts im Strafraum aus 13 Metern ab, Nijhuis parierte den Schuss zur Ecke (7.). Im Anschluss an diese kam Samuel Althaus im Rückraum zum Abschluss, sein Schuss aus 18 Metern strich knapp am linken Pfosten vorbei (7.). Eine Rechtsflanke von Danhof nahm Haugen dem hinter ihm besser postierten Clemens Lippmann weg, köpfte die Kugel aus neun Metern weit übers Waldhof-Tor (13.). Beinahe wären die Gäste in der 18. Minute in Führung gegangen. Janne Sietan hatte einen Diagonalpass auf die rechte Seite gespielt, Sanoussy Ba leitete die Flanke im Strafraum direkt in den zentralen Rückraum weiter, wo Niklas Hoffmann aus 14 Metern frei zum Abschluss kam. Simen Voet konnte den platzierten Schuss aber per Kopf noch entscheidend ablenken, wodurch der Ball am rechten Außennetz landete. Neun Minuten später war es passiert. Bei einem Angriff der Kurpfälzer über die linke Flanke stimmte die Zuordnung nicht. Maximilian Thalhammer hatte Diego Michel tief im Sechzehner angespielt, der probierte es aus spitzem Winkel direkt. Thomas Dähne war unten, wehrte den Schuss nach vorne ab, wo Lovis Bierschenk aus sieben Metern frei zum Abschluss kam, zur Waldhof-Führung einschob (26.). In der 30. Minute kam Volland halblinks im Strafraum zum Abschluss, traf aber mit seinem Schlenzer mit rechts nur Oluwaseun Ogbemudia. Im Anschluss gingen er und Hoffmann dem Abpraller hinterher. Der Löwen-Stürmer wurde von dem Mannheimer beim Klärungsversuch klar im Gesicht getroffen. Er und die Westkurve forderten lautstark Elfmeter, doch Schiedsrichter Jarno Wienefeld gab Freistoß für die Gäste. Eine Verlängerung von Patrick Hobsch in den Lauf von Haugen nahm dieser Im Zweikampf mit Ogbemudia mit, kam dann im Strafraum zu Fall. Der Norweger forderte ebenfalls Strafstoß, doch erneut blieb die Pfeife des Unparteiischen stumm (40.). Die Partie war von Minute zu Minute hitziger geworden. Eine Danhof-Ecke von links köpfte Raphael Schifferl im Rückwärtslaufen Richtung rechtes Kreuzeck, doch seinem Abschluss fehlte der Druck, so dass Nijhuis zupacken konnte (45.+2). Kurz danach war Pause.
Nach einer Ecke von Volland kam der Ball wieder zu ihm zurück, von der rechten Strafraumkante zog er mit links ab, sein Schuss ging aber knapp am langen Eck vorbei (49.). Auf der anderen Seite köpfte Ogbemudia eine Michel-Ecke rechts neben den Kasten (50.). Was für eine Chance drei Minuten später! Nach einer Danhof-Flanke von rechts stand Haugen am langen Eck plötzlich mutterseelenalleine, brachte aber aus sechs Metern den Kopfball nicht aufs Waldhof-Tor (53.). Wenig später flankte Lippmann von links, Hobsch kam aus acht Metern zum Kopfball, sein Abschluss kam aber zu zentral aufs Tor, so dass Nijhuis ihn über die Querlatte wischen konnte (54.). Noch stimmte Timing und Präzision bei den Sechzgern nicht. Ein 20-Meter-Schuss von Felix Lohkemper aus dem Zentrum fälschte Max Reinthaler zur Ecke ab (58.). Ein Schuss von Simen Voet halblinks aus 20 Metern ging nur knapp über die Querlatte (68.). Die Löwen dominierten zwar zunehmend die Partie, ließen Mannheim aber immer wieder Raum zum Kontern. Mit einem Dreifach-Wechsel in der 73. Minute versuchte 1860-Chefcoach Markus Kauczinski, für die Schlussphase für frischen Wind zu sorgen. Erneut monierte Haugen in der 77. Minute Elfmeter, als er in Drei-gegen-Drei im Zentrum gegen Sietan zu Fall gekommen war. Wieder blieb der Pfiff aus. Die Kurpfälzer spielten immer mehr auf Zeit, Keeper Nijhus ließ sich auf dem Platz behandeln. Kurz danach rauschte eine Hereingabe des eingewechselten Justin Steinkötters von rechts in den Strafraum, Nijhuis wehrte ab, Danhof hob die Kugel an den zweiten Pfosten, wo der Mannheimer Keeper mit einer Faust vor Haugen und Volland zur Stelle war (78.). Die Löwen warfen alles nach vorne, doch immer wieder war ein Bein dazwischen oder Nijhuis zur Stelle. In der 85. Minute wurden sie belohnt. Steinkötter spielte Volland im Strafraum halbrechts an, der chippte den Ball mit dem Rücken zum Tor mit links an den zweiten Pfosten, wo Haugen unbedrängt aus fünf Meter zum 1:1 einköpfte. Fünf Minuten ließ der Unparteiische nachspielen. Einen Freistoß von der rechten Strafraumseite wollte Volland direkt aufs lange Eck ziehen, die Kugel ging aber einen Metern am linken Pfosten vorbei (90.+2). Das war die letzte Chance und damit die Punkteteilung besiegelt.
TRAINERSTIMMEN
Löwen-Coach Markus Kauczinski hatte immer wieder starke Phasen von seinem Team gesehen. „Wir haben das Spiel bestimmt, Waldhof hatte aber immer wieder gute Umschaltmomente. In einem solchen bekommen wir das Gegentor.“ Der 56-Jährige haderte mit der Chancenverwertung „Siggi hatte schon viel früher eine große Kopfballmöglichkeit zum Ausgleich“, sprach er die Szene in der 53. Minute an. Sein Team sei irgendwann in der 2. Halbzeit müde geworden. „Wir haben durch die Wechsel nochmals frischen Wind gebracht, Waldhof hat nur noch mit Mann und Maus verteidigt. Letztlich hatten wir genug Torchancen, um zu gewinnen“, bilanzierte Kauczinski. „Das ist der einzige Vorwurf, den ich der Mannschaft machen muss. Für den Aufwand, den wir betrieben haben, ist ein Punkt zu wenig. In Zukunft werden wir uns für solche Leistungen belohnen müssen. Am Dienstag in Cottbus greifen wir wieder an“, versprach der Löwen-Trainer.
Waldhofs Coach Luc Holtz war mit dem Punkt am Ende zufrieden. „Die Zuschauer haben ein gutes und intensives Spiel mit vielen Torchancen gesehen.“ Die Führung hätte seinem Team in die Karten gespielt. „Aber der Druck von 1860 wurde nach der Führung immer größer.“ Vielleicht wäre trotzdem ein Sieg drin gewesen. „Wir hätten dafür aber unsere Konter sauber ausspielen müssen“, kritisierte der Luxemburger.
STENOGRAMM, 31. Spieltag, 04.04.2026, 14.03 Uhr
TSV 1860 München – SV Waldhof Mannheim 1:1 (0:1)
1860: 21 Dähne (Tor) – 37 Schifferl, 16 Reinthaler, 3 Voet – 2 Danhof, 20 Althaus, 26 Maier, 41 Lippmann – 31 Volland – 34 Hobsch, 22 Haugen.
Ersatz: 40 Bachmann (Tor) – 7 Niederlechner, 8 Philipp, 9 Steinkötter, 23 Dordan, 29 Rittmüller, 30 Wolfram, 33 Faßmann, 44 Husic.
SVW: 1 Nijhuis (Tor) – 25 Ba, 6 Hoffmann, 5 Ogbemudia, 17 Abifade – 22 Sietan, 8 Thalhammer – 7 Bierschenk, 28 Michel, 20 Asallari – 9 Lohkemper.
Ersatz: 16 Niemann (Tor) – 4 Sechelmann, 12 Thill, 13 Boyd, 14 Iwe, 21 Rieckmann, 27 Diakhaby, 38 Masca, 41 Kryeziu.
Wechsel: Steinkötter für Hobsch (73.), Philipp für Althaus (73.), Dordan für Maier (73.) – Thill für Asallari (61.), Rieckmann für Michel (61.), Boyd für Lohkemper (81.), Sechelmann für Thalhammer (81.), Masca für Bierschenk (86.).
Tore: 0:1 Bierschenk (26.), 1:1 Haugen (85.).
Gelbe Karten: Volland – Asallari, Rieckmann, Masca, Nijhuis.
Zuschauer: 15.000 im Grünwalder Stadion (ausverkauft).
Schiedsrichter: Jarno Wienefeld (Hamburg); Assistenten: Mario Hildenbrand (Wertheim-Nassig), Stefan Zielsdorf (Haselünne); Vierte Offizielle: Davina Lutz (Poppenhausen).
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