Löwen feiern in einem wilden Spiel einen 3:2-Erfolg über Ulm.

Tim Danhof brachte in der 74. Minute die Löwen mit einem Freistoß-Treffer in Führung.
Personal: Im Heimspiel gegen Ulm musste Löwen-Trainer Markus Kauczinski verletzungsbedingt auf Jesper Verlaat, Max Christiansen, Max Reinthaler, Kilian Jakob, Philipp Maier, Lasse Faßmann und Tunay Deniz verzichten. Nicht im 20-Mann-Kader standen der dritte Torhüter Miran Qela, Clemens Lippmann sowie Noah Klose und Finn Fuchs, die abends zuvor das Spitzenspiel der Bayernliga Süd der U21 beim TSV Landsberg bestritten hatten (1:1).
Spielverlauf: Die Löwen machten von Beginn an Druck, die erste Chance hatten aber die Gäste. Jonathan Meier war halbrechts im Strafraum mit links aus 13 Metern zum Abschluss gekommen, Samuel Althaus grätschte dazwischen, der Ball landete bei Niklas Kölle am linken Fünfmetereck, dessen Kopfball wurde sicher Beute von Thomas Dähne (5.). Auch wenig später musste der 1860-Keeper eingreifen, als nach einem Ballverlust im Spielaufbau Lucas Röser im Strafraum Raphael Schifferl stehen ließ, anschließend abschloss. Seinen Linksschuss aus elf Metern konnte Dähne parieren (6.). Auf der Gegenseite rutschte eine Hereingabe von rechts durch Tim Danhof zu Maximilian Wolfram durch, der aber am Tor vorbeizielt (10.). Nach Zuspiel von Kevin Volland kam Sigurd Haugen links im Strafraum zum Abschluss, sein Schuss aufs lange Eck entschärfte Spatzen-Keeper Christian Ortag (12.). Glück hatte Dähne in der 22. Minute. Dennis Chessa kam frei vor ihm aus acht Metern zum Kopfball, der Torhüter war zwar an der Kugel, diese rutschte ihm jedoch durch, aber auf der Linie bekam er das Spielgerät vor dem nachsetzenden Ulmer zu fassen. Nach einem genialen Pass von Thore Jacobsen auf den gestarteten Haugen steuerte der Norweger alleine auf Ortag zu, scheiterte jedoch mit seinem Schuss von der Strafraumkante am Ulmer Keeper (27.). Danhof schloss nach einem Sololauf über die rechte Seite am rechten Strafraumeck selbst ab, setzte aber seinen Schuss zu hoch an (31.). Im Gegenzug hätten die Ulmer eigentlich in Führung gehen müssen. Leon Dejku hatte von rechts in die Mitte auf den vollkommen freistehenden Kölle gepasst, doch Dähne konnte den Schuss aus sechs Metern per Fußabwehr parieren (32.). Ein 25-Meter-Schuss von Röser strich wenig später knapp über die Querlatte des 1860-Tores (33.). Danach beruhigte sich etwas die Partie. In der 43. Minute setzte sich Haugen stark gegen den Ex-Löwen Dennis Dressel durch und zog aus spitzem Winkel ab. Ortag war aber erneut zur Stelle. Kurz vor der Pause hatte Ulm nochmals eine Riesenchance nach einer Ecke von rechts. Im Fünfmeterraum kam Röser ungehindert zum Kopfball, aber erneut konnte Dähne parieren (45.). So ging es überraschenderweise torlos in die Kabine.
Haugen steuerte kurz nach Wiederbeginn über links aufs Tor zu, wurde aber im letzten Moment im Strafraum von Meier per Grätsche auf Kosten einer Ecke gebremst (48.). Drei Minute später rammte Röser im Fünfmeterraum Dähne um, drückte ihm sein Knie in den Oberkörper. Der Keeper blieb benommen liegen und musste behandelt werden. Der Ulmer kam mit einer Gelben Karte für diese Aktion davon, entschuldigte sich fair bei Dähne (51.). Kurz danach prallte Dähne mit Chessa zusammen, konnte diesmal ohne Behandlungspause weiterspielen (57.). Nach einer Ecke von links durch Dajaku brannte es lichterloh im 1860-Strafraum, aber irgendwie bekamen die Sechzger den Ball geklärt (70.). Zwei Minuten später wurde Justin Steinkötter nach einem Konter kurz vorm Strafraum per Foul gestoppt, Luca Bazzoli sah nur Gelb. Volland beschwerte sich beim Unparteiischen darüber, sah ebenfalls Gelb und fehlt nun gesperrt in Schweinfurt (72.). Den fälligen Freistoß halblinks aus 19 Metern setzte Danhof über die Mauer zum 1:0 ins Ulmer Tor (74.). Drei Minuten später erhöhte Haugen auf 2:0. Der eingewechselte Florian Niederlechner spielte den Norweger im Halbfeld an, der ging mit Tempo Richtung Tor, zog halblinks an der Strafraumkante ab, sein wuchtiger Schuss landete unhaltbar im rechten oberen Eck (77.). Ab der 80. Minute waren die Spatzen nur noch zu Zehnt. Der Gelb vorbelastete Niko Vukancic zog Haugen am Trikot, sah folgerichtig die Ampelkarte. Trotzdem erzielten die Ulmer drei Minuten später den Anschlusstreffer. Kölle hatte den Ball von links ins Zentrum gelegt, wo Chessa per Hacke verlängerte. Löder drückte den Ball anschließend über die Linie (83.). Doch 60 Sekunden später stellte Niederlechner den alten Abstand wieder her. Steinkötter hatte ihn halblinks im Strafraum mit einem Pass in die Tiefe angespielt, aus der Drehung überlupfte er mit links Ortag zum 3:1 (84.). Der eingewechselte Evan Brown konnte in der 2. Minute der Nachspielzeit unbedrängt durchs Zentrum marschieren, nahm das Geschenk an und schloss aus 14 Metern zum 2:3 ab. Eine Minute später setzte Niederlechner seinen Schuss von der Strafraumkante nach einer Kontersituation deutlich übers Ulmer Tor (90.+3). Den Rest der siebenminütigen Nachspielzeit überstanden die Löwen ohne Gegentor, feierten nach sechs sieglosen Spielen endlich wieder einen Dreier.
TRAINERSTIMMEN
„Das war eine turbulente 1. Halbzeit. Wir haben 20 Minuten gebraucht, um reinzukommen“, fand Löwen-Trainer Markus Kauczinski. „Wenn es zur Pause 4:4 steht, dann hätte sich auch niemand gewundert.“ Zur 2. Halbzeit habe man den Spielaufbau verändert, mehr auf Ballkontrolle gesetzt. Der 56-Jährige freute sich, dass Tim Danhof das 1:0 per Freistoß erzielte. „Er hat das geil gemacht, Tim hat das einfach drauf“, fand er lobende Worte für seinen Spieler. Der zweite Treffer durch Sigurd Haugen hätte sich nahtlos daran angeschlossen. „Siggi trifft perfekt den Ball.“ Kauczinski hatte auch lobende Worte für den Gegner parat. „Ulm hat nie aufgegeben, bis zum Schluss alles versucht.“ Das 3:1 habe Florian Niederlechner „geil gemacht. Ich bin froh, dass wir nach der langen Serie ohne Sieg heute wieder gewonnen haben. Das war auch wichtig für unsere Fans!“
Ulms Trainer Pavel Dotchev sprach von einem „sehr guten Spiel für die Fans mit vielen Torchancen. Die besseren lagen auf unserer Seite.“ Ihn ärgere nur, „dass wir uns für die gute Leistung nicht belohnt haben. Die Einstellung hat gestimmt, wir haben den Gegner immer wieder zu Fehlern gezwungen.“ Lange hätte sein Team das Spiel in der 2. Halbzeit unter Kontrolle gehabt. Umso mehr ärgerte sich der Rekordtrainer der 3. Liga über einen unnötigen Ballverlust von Mirnes Pepic, der zum Freistoß von Danhof und dem 0:1 führt. „Das war in einer kritischen Phase. Beim 0:2 wurden wir ausgekontert. Der ganze Verlauf war für uns schlecht, aber ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, wir haben viel Chancen kreiert, leider zu wenig Tore geschossen!“
STENOGRAMM, 35. Spieltag, 25.04.2026, 14.03 Uhr
TSV 1860 München – SSV Ulm 1846 3:2 (0:0)
1860: 21 Dähne (Tor) – 29 Rittmüller, 37 Schifferl, 3 Voet, 27 Pfeifer – 5 Jacobsen, 20 Althaus – 2 Danhof, 31 Volland, 30 Wolfram – 22 Haugen.
Ersatz: 40 Bachmann (Tor) – 7 Niederlechner, 8 Philipp, 9 Steinkötter, 17 Schröter, 23 Dordan, 25 Dulic, 34 Hobsch, 44 Husic.
Es fehlen: 4 Verlaat, 13 Christiansen, 16 Reinthaler, 18 Jakob, 26 Maier, 33 Faßmann, 36 Deniz, 41 Lippmann, 42 Klose, 43 Fuchs.
ULM: 39 Ortag (Tor) – 18 Bazzoli, 14 Dressel, 3 Vukancic – 19 Meier, 32 Kölle – 20 Pepic, 23 Brandt – 11 Chessa, 43 Dajaku – 9 Röser.
Ersatz: 1 Schmitt, 12 Seybold (beide Tor) – 8 Westermeier, 25 Löder, 27 Mazagg, 33 Brown, 40 Müller, 47 Sevik.
Wechsel: Steinkötter für Wolfram (46.), Dordan für Althaus (46.), Dulic für Steinkötter (76.), Niederlechner für Volland (76.), Husic für Jacobsen (87.) – Löder für Röser (56.), Brown für Dajaku (81.), Mazagg für Pepic (81.), Sevik für Brandt (90.), Westermeier für Chessa (90.).
Tore: 1:0 Danhof (74.), 2:0 Haugen (77.), 2:1 Löder (83.), 3:1 Niederlechner (84.), 3:2 Brown (90.+2).
Gelbe Karten: Volland, Niederlechner, Danhof – Röser, Bazzoli.
Gelb-Rote Karten: – Vukancic (80.)
Zuschauer: 15.000 im Grünwalder Stadion (ausverkauft).
Schiedsrichter: Nico Fuchs (Bergisch Gladbach); Assistenten: Tobias Esch (Königswinter), Lukas Koch (Erkelenz); Vierter Offizieller: Kenny Abieba (Nürnberg).
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