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spielbericht

Serie reißt in Duisburg: Löwen verlieren unglücklich mit 1:2.

Nach sechs Spielen ohne Niederlage riss die Serie beim MSV Duisburg. Dabei hatten die Löwen die 1. Halbzeit dominiert. Die Führung der Zebras durch Joshua Bitter (60.) konterte Thore Jacobsen per verwandeltem Foulelfmeter (69.). In der Schlussphase gelang Thilo Töpken der Lucky Punch (90.). In der 4. Minute der Nachspielzeit sah Jacobsen die Gelb-Rote Karte, wird im Heimspiel gegen Waldhof Mannheim fehlen.
Thore Jacobsen verwandelte in der 69. Minute sicher den Elfmeter zum zwischenzeitlichen 1:1, später sah er Gelb-Rot.

Thore Jacobsen verwandelte in der 69. Minute sicher den Elfmeter zum zwischenzeitlichen 1:1, später sah er Gelb-Rot.

Personal: Im Auswärtsspiel beim MSV Duisburg musste Löwen-Trainer Markus Kauczinski verletzungsbedingt oder wegen Krankheit auf Max Christiansen, Kilian Jakob, Damjan Dordan, Sean Dulic, Tunay Deniz, Miroslav Klose, Finn Fuchs und Loris Husic verzichten. Nicht im 20er-Kader standen der dritte Torhüter Miran Qela, Florian Niederlechner und Manuel Pfeifer.

Spielverlauf: Die Löwen begannen forsch und hatten in der 2. Minute bereits eine gute Möglichkeit. Nach einem Eckball von links durch Volland kam Sigurd Haugen am Fünfmeterraum relativ ungehindert zum Kopfball, köpfte aber einen Duisburger an. Es entwickelte sich in der Folge ein intensives, zweikampfbetontes Spiel mit wenig Torraumszenen. Den ersten Ball hatte Thomas Dähne erst nach mehr als 20 Minuten zu halten. Joshua Bitter hatte es aus 23 Metern versucht, der zentrale Abschluss bereitete dem 1860-Keeper aber keine Probleme (21.). Im Anschluss an einen Konter-Situation in Überzahl spielten es die Löwen nicht sauber aus. Thore Jacobsen legte von rechts quer an der Strafraumkante auf Clemens Lippmann, dessen Schuss auf Höhe des Elfmeterpunkts wurde von Bitter geblockt (24.). Die beste Umschaltsituation ergab sich in der 34. Minute für die Sechzger. Kevin Volland hatte für Haugen durchgesteckt, der lief halbrechts Richtung Tor, legte sich aber den Ball nicht optimal vor, so dass Ben Schlicke im Strafraum per Grätsche klären konnte. Eine Minute später nahm Volland einen abgewehrten Ball außerhalb des Strafraums auf, zog von rechts nach innen, schloss mit links aus 19 Metern ab, traf aber nur den rechten Innenpfosten, von wo die Kugel wieder heraussprang (35.). Duisburg kam nur selten in Strafraumnähe. Kurz vor der Pause hatten sie noch eine Halbchance. Lex Tyger Lobinger hatte gegen Max Reinthaler an der rechten Eckfahne den Ball erkämpft, ging die Grundlinie entlang, passte scharf in den Fünfmeterraum, aber Lasse Faßmann hatte aufgepasst, klärte ins Tor-Aus (43.). Das war eigentlich das erste und einzige Mal in der 1. Halbzeit, wo es im 1860-Strafraum brenzlig wurde. Kurz danach war Pause. 

Beinahe wären die Zebras kurz nach der Pause in Führung gegangen. Ein zu kurzer Querpass von Faßmann auf Reinthaler erlief sich Conor Noß. Der legte sich aber im Strafraum den Ball etwas zu weit vor, brachte ihn aber noch zu Florian Krüger, der am rechten Fünfmetereck zum Abschluss kam, aber Dähne war per Fußabwehr zur Stelle (49.). Bei einem 20-Meter-Schuß von Noß aus dem Zentrum war Dähne erneut zur Stelle (56.). Der 1860-Schlussmann hatte in den ersten zehn Minuten nach der Pause schon mehr zu tun als in der 1. Halbzeit. In der 60. Minute war es passiert. Im Anschluss an eine Ecke von links durch Noß landete der Ball auf dem Rücken von Schlicke, fiel von dort Bitter vor die Füße, der im Fallen an der Fünfmeterkante die Kugel ins 1860-Tor bugsierte. Nach Zuspiel von Jacobsen schlenzte Philipp Maier den Ball aus 18 Metern aufs linke Eck, leicht abgefälscht ging der Ball knapp am Pfosten vorbei (67.). In der 68. Minute pfiff Schiedsrichter Richard Hempel Elfmeter. Schlicke hatte Haugen im Sechzehner zu Fall gebracht, anschließend holte Aljaz Casar auch noch Volland von den Beinen. Das war dem Unparteiischen zu viel Kontakt. Jacobsen lief an, verlud Maximilian Braune im Zebras-Tor, hob die Kugel anschließend cool ins linke obere Eck zum 1:1 (69.). Nach Hackentrick von Casar lief Can Coskun auf der linken Seite Tim Danhof davon, flankte von der Grundlinie Richtung Elfmeterpunkt, wo Christian Viet zum Kopfball kam, aber aus neun Metern genau auf Dähne köpfte (79.). In der 85. Minute rettete Dähne außerhalb seines Strafraums per Kopf, Thilo Töpken nahm den Abpraller volley, zielte aber weit am 1860-Tor vorbei. In der nächsten Szene traf Jan-Simon Symalla halbrechts aus spitzem Winkel nur den Außenpfosten (86.). Duisburg machte jetzt Druck, wollte unbedingt die drei Punkte. Kurz vor Schluss gelang das auch. Im Anschluss an eine Ecke, die von den Löwen mehrmals nicht geklärt werden konnte, kam Jesse Tugbenyo im Zentrum zum Schuss von der Strafraumkante, der Ball landete am rechten Pfosten, der Abpraller fiel Töpken vor die Füße, der Dähne zum 2:1 überwand (90.). In der 3. Minute der Nachspielzeit schlenzte David Philipp links von der Strafraumkante den Ball aufs lange Eck, doch Braune tauchte ab, lenkte den Schuss um den Pfosten. Zu allem Überfluss sah Jacobsen kurz danach Gelb-Rot, wird den Löwen im nächsten Spiel fehlen (90.+4). Es reichte nicht mehr zum Ausgleich. Damit kassierten die Sechzger nach sechs Spielen wieder eine Niederlage.

TRAINERSTIMMEN

Löwen-Trainer Markus Kauczinski war mit der 2. Halbzeit in Duisburg alles andere als zufrieden. „Wir haben die Bälle zu leicht verloren, hatten harte Zweikämpfe gegen uns, wo wir uns nicht durchsetzen, zu leicht fallen lassen. Der Gegner war gedankenschneller als wir“, monierte der 56-Jährige. Die ersten 45 Minuten seien aus seiner Sicht in Ordnung gewesen. „Wir haben gut gespielt und hatten unsere Möglichkeiten. Fußballerisch war die zweite Hälfte auch in Ordnung. Manchmal hätten wir einfach den Ball schneller nach vorne bringen müssen.“ Durch die Niederlage haben die Löwen nun fünf Punkte Rückstand auf Duisburg. „In dieser Liga ist alles crazy und alles möglich“, möchte Kauczinski die Flinte nicht ins Korn werfen, wenngleich er sich ärgert, dass sei Team das Unentschieden nicht über die Zeit bringen konnte. „Wir waren sicher nicht die schlechtere Mannschaft, aber wir müssen die unnötigen Sachen und Ballverluste abstellen, damit wir den Gegner und das Publikum nicht stark machen. Wir waren heute einfach nicht cool und nicht gut genug!“

Duisburgs Coach Dietmar Hirsch war stolz auf sein Team. „Heute haben teilweise Spieler gespielt, die noch ganz jung und selten zum Einsatz gekommen sind. Und dann zeigen sie eine solche Leistung gegen eine Topmannschaft mit dem besten Kader der Liga“, lobte er sein Team. Besonders den Siegtorschützen Thilo Töpken strich er heraus: „Er hat auf gut Deutsch Scheiße fressen müssen, war lange nicht im Kader. Als ich ihm vorgestern gesagt habe, dass er dabei ist, hat er geantwortet: ‚Trainer, wenn du nicht brauchst, bin ich da!‘ Das ist genau das, was uns ausmacht.“ Die 1. Halbzeit sei taktisch geprägt gewesen. „Man muss sich erst mal trauen, gegen Sechzig zu Hause Mann gegen Mann zu spielen mit der jungen Truppe. Das haben wir gut gemacht. Dann gehen wir in Führung, kriegen den Ausgleich und wollen das Spiel unbedingt gewinnen, haben auf Viererkette umgestellt, Tempo gebracht und wurden belohnt. Ich ziehe den Hut vor den Jungs, wie sie das mit Willen und Leidenschaft umgesetzt haben. Das ist unfassbar!“

PK-VIDEO AUF www.loewen-tv.de

STENOGRAMM, 30. Spieltag, 22.03.2026, 16.30 Uhr

MSV Duisburg – TSV 1860 München 2:1 (0:0)

MSV: 1 Braune (Tor) – 20 Jessen, 5 Fleckstein, 40 Schlicke, 27 Coskun – 8 Casar, 18 Meuer, 29 Bitter, 26 Krüger, 14 Noß – 45 Lobinger.
Ersatz: 24 Paris (Tor) – 7 Bookjans, 10 Viet,17 Göckan, 19 Müller, 22 Töpken, 23 Symalla, 31 Kother, 33 Tugbenyo.  

1860: 21 Dähne (Tor) – 33 Faßmann, 16 Reinthaler, 3 Voet – 2 Danhof, 26 Maier, 5 Jacobsen, 41 Lippmann – 31 Volland – 9 Steinkötter, 22 Haugen.
Ersatz: 40 Bachmann (Tor) – 4 Verlaat, 8 Philipp, 17 Schröter, 20 Althaus, 29 Rittmüller, 30 Wolfram, 34 Hobsch, 37 Schifferl.

Wechsel: Viet für Noß (67.), Töpken für Krüger (67.), Tugbenyo für Jessen (81.), Symalla für Meuer (82.), Kother für Lobinger (82.) – Philipp für Steinkötter (77.), Hobsch für Volland (86.), Schröter für Danhof (90.+1), Schifferl für Maier (90.+1).

Tore: 1:0 Bitter (60.), 1:1 Jacobsen (69., Foulelfmeter), 2:1 Töpken (90.).
Gelbe Karten: – Danhof, Dähne.
Gelb-Rote Karten: – Jacobsen (90.+4).
Zuschauer: 24.394 Schauinsland-Reisen-Arena.
Schiedsrichter: Richard Hempel (Dresden); Assistenten: Tim Kohnert (Gerwisch), Steven Greif (Gotha); Vierter Offizieller: Justin Hasmann (Neunkirchen).

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