Punkt nach Rückstand: Löwen spielen 1:1 in Osnabrück.

Kevin Volland musste in Osnabrück leiden, erzielte aber zum zwischenzeitlichen 1:1 seinen ersten Treffer seit dem 14. September 2025.
Personal: Im ersten Auswärtsspiel 2026 in Osnabrück musste Löwen-Trainer Markus Kauczinski gleich zehn Spieler ersetzen krankheits- oder verletzungsbedingt ersetzten. Es fehlten an der Bremer Brücke Jesper Verlaat, Florian Niederlechner, Max Christiansen, Morris Schröter, Samuel Althaus, Sigurd Haugen, Sean Dulic, Manuel Pfeifer, Maximilian Wolfram und Tunay Deniz.
Spielverlauf: Vom Anstoß weg versuchte Osnabrück, Druck auf die Löwen auszuüben. Beim ersten Angriff der Sechzger rasselte Patrick Hobsch nach Außenristpass von rechts durch Kevin Volland an der Fünfmeterkante mit VfL-Keeper Lukas Jonsson zusammen (2.). In der Folge zogen sich die Gastgeber etwas zurück, um über Umschaltsituationen zu Torchancen zu kommen. So verging die Anfangsviertelstunde ohne bemerkenswerte Torraumszenen. Lediglich ein abgefälschter 17-Meter-Schuss von Lars Kehl, den Thomas Dähne wegfaustete, sorgt für halbwegs Gefahr (15.). Erst danach nahm das Spiel Fahrt auf. Nach einer Ecke von rechts durch Kehl blockten Raphael Schifferl und Thore Jacobsen den Acht-Meter-Schuss von Janik Müller zur Ecke (16.). Diese brachte erneut Kehl von rechts in die Mitte, wo Bjarke Jacobsen am ersten Pfosten aus sechs Metern unbedrängt zum Kopfball hochstieg, die Kugel unhaltbar für Dähne im langen Eck zur 1:0-Führung für Osnabrück versenkte (17.). Zwei Minuten später ging ein 20-Meter-Schuss von Kehl nur um Zentimeter am linken Eck vorbei (19.). In der 25. Minute der Ausgleich durch Volland. David Philipp leitete die Kugel stark bedrängt von zwei VfL-Spielern am Strafraum von halbrechts zu Phillip Maier, der legte sie quer nach links auf den heransprintenden Volland, der aus 15 Metern ins lange Eck zum 1:1 traf. Es war der erste Treffer des Ex-Nationalspielers seit dem 14. September letzten Jahres. Glück hatten die Sechzger zwei Minuten später, dass sie nicht erneut in Rückstand gerieten. Schifferl schlug vor dem eigenen Strafraum eine Kerze, Simen Voet kam nicht an die Kugel, dafür sein Gegenspieler Robin Meißner, der rechts im Strafraum ungehindert vor Dähne zum Abschluss kam, doch Schifferl machte seinen Fehler wieder gut, grätschte den Schuss von Meißner aufs linke Eck vor der Linie weg (27.). Zwischen der 37. und 40. Minute hatten die Lila-Weißen drei Ecken und einige Einwürfe auf Strafraumhöhe, die jedoch die Löwen mit Glück und Geschick verteidigen konnten. Im Anschluss an die siebte Ecke kurz vor der Pause war es Müller, der zum Kopfball kam, Schifferl am langen Eck bereinigte jedoch die Situation, ohne dass Dähne hätte eingreifen müssen (44.). So blieb es beim 1:1 zur Pause.
Zu Beginn der zweiten Hälfte hatte Osnabrück mehr Ballbesitz, ohne jedoch zunächst daraus Kapital zu schlagen. In der 54. Minute musste sich Dähne bei einem Distanzschuss von Tony Lesueur strecken, um die Kugel aus dem linken unteren Eck zu fischen (54.). Beinahe wäre den Löwen mit ihrer ersten Ecke die Führung gelungen. Vollands Hereingabe von links nahm Hobsch am zweiten Pfosten an, der Ball sprang ihm etwas zu weit vom Fuß, so dass sein Schuss aus sechs Metern noch geblockt werden konnte (62.). Ein Distanzschuss von Volland ging in der 68. Minute weit übers VfL-Tor. Kurz danach passte Volland auf Philipp, der sich mit dem Rücken zum Tor um seinen Gegenspieler drehte, dann an der Strafraumkante zum Abschluss kam. Torhüter Jonsson konnte den Schuss nur nach vorne abwehren, bevor er und Niklas Wiemann im letzten Moment vor dem nachsetzenden Hobsch retteten (69.). Im Anschluss an eine zu kurz abgewehrte Osnabrücker Ecke kam Meißner aus zehn Metern zum Schuss, seine Direktabnahme aus elf Metern ging um Zentimeter am linken Pfosten vorbei (72.). Fast im Gegenzug hatte der kurz zuvor eingewechselte Justin Steinkötter das 2:1 aus dem Fuß. Max Reinthaler passte einen Freistoß von rechts hinten nach vorne, der Löwen-Stürmer kam rechts im Strafraum zum Abschluss, hob die Kugel über Jonsson hinweg, aber am langen Eck vorbei (74.). Ein 22-Meter-Freistoß von Kehl halblinks ging knapp über die Querlatte des 1860-Tores (80.). In der Schlussphase machten die Hausherren nochmals Druck, verstärkten nochmals die Offensive, wollten nach zwei Heimniederlagen in Folge unbedingt die drei Punkte an der Bremer Brücke behalten. Die Sechzger standen gut, der Schiedsrichter pfiff aber in der 2. Minute der Nachspielzeit nach einem Zweikampf Freistoß gegen Simen Voet, zeigte ihm die Gelbe Karte. Meißner setzte jedoch den Ball aus 20 Metern in halblinker Position über das Löwen-Tor. Das war die letzte Chance. Die Weiß-Blauen nahmen damit einen Punkt aus Osnabrück mit nach München.
TRAINERSTIMMEN
Löwen-Trainer Markus Kauczinski sprach von einem „insgesamt leistungsgerechten“ Unentschieden. Sein Team habe in der 1. Halbzeit zu wenig Zugriff gehabt und zu viele Umschaltsituationen gegen sich zugelassen. Deshalb habe man die Position im Mittelfeld etwas vor dem zweiten Durchgang verändert, „dadurch war das Gegenpressing besser. Wir hatten nach der Pause noch zwei Möglichkeiten durch David Philipp und Justin Steinkötter, um das Spiel für uns zu entscheiden. Mit der 2. Halbzeit war ich zufrieden, mit der ersten nicht!“ Der 55-Jährige nahm nicht nur den Punkt mit, sondern „auch gute Erkenntnisse und eine gute Entwicklung. Wir stehen stabil, können nach vorne Dinge aber noch besser machen. Ich denke, dass wir für den Moment damit leben müssen. Die Mannschaft hat Energie gezeigt und gekämpft.“ Fußballerisch sah Kauczinski auf beiden Seiten „immer wieder ein bisschen Sand im Getriebe, man hat sich neutralisiert. Mit etwas Glück kann man mehr holen, aber ich glaube, dass es in Ordnung ist und wir für den Moment auf jeden Fall zufrieden sein können.“
„Man muss ehrlich sein: Es war kein schönes Spiel“, fand Osnabrücks Coach Timo Schultz. „Es ging hin und her, aber keine Mannschaft hat den Sieg so wirklich verdient. Ich glaube, wir haben in der 1. Halbzeit 7:0-Ecken. Allein die Masse an Standards hat für Gefahr gesorgt, da haben wir Druck aufbauen können, waren in der Struktur und mutiger. In der 2. Halbzeit hat der Druck nachgelassen.“ Die Basics bei seinem Team würden stimmen, jedoch bemängelte Schultz den fehlenden Mut, den Gegner zu locken, damit sich die Räume dahinter öffnen. „Ich weiß selbst, dass es auf dem Platz nicht ganz so einfach ist, aber der Anspruch an meine eigene Mannschaft ist schon deutlicher höher als das, was sie heute gezeigt hat!“ Zu oft würden seine Spieler am gegnerischen Sechzehner die Dynamik aus den Aktionen nehmen. „Dadurch sind wir zu wenig torgefährlich und am Ende steht eben nur ein 1:1.“
STENOGRAMM, 21. Spieltag, 25.01.2026, 16.30 Uhr
VfL Osnabrück – TSV 1860 München 1:1 (1:1)
VFL: 21 Jonsson (Tor) – 4 Karademir, 24 Müller, 25 Wiemann – 31 Kammerbauer, 15 Jacobsen, 6 Henning, 23 Lesueur – 11 Meißner, 18 Kehl – 9 Kania.
Ersatz: 1 Sauter (Tor) – 3 Christensen, 8 Tesche, 10 Pröger, 14 Ihorst, 20 Janotta, 26 Wagner, 29 Kopacz, 37 Badjie.
1860: 21 Dähne (Tor) – 37 Schifferl, 16 Reinthaler, 3 Voet – 41 Lippmann, 26 Maier, 5 Jacobsen, 18 Jakob – 31 Volland – 34 Hobsch, 8 Philipp.
Ersatz: 40 Bachmann (Tor) – 2 Danhof, 9 Steinkötter, 23 Dordan, 29 Rittmüller, 33 Faßmann, 42 Klose, 43 Fuchs, 44 Husic.
Wechsel: Wagner für Henning (59.), Badjie für Kania (59.), Kopacz für Lesueur (74.), Pröger für Kammerbauer (86.), Ihorst für Kehl (86.) – Steinkötter für Philipp (70.), Rittmüller für Lippmann (70.), Danhof für Volland (90.+3).
Tore: 1:0 B. Jacobsen (17.), 1:1 Volland (25.).
Gelbe Karten: Henning – Reinthaler, Voet.
Zuschauer: 15.369 Stadion an der Bremer Brücke (ausverkauft).
Schiedsrichter: Nico Fuchs (Dürscheid); Assistenten: Tobias Esch (Oberpleis), Christoph Kluge (Bremen): Vierter Offizieller: Henry Schröder (Hiddesen).
Bildergalerie



