TSV 1860 München Logo
Die Bayerische Logo
spielbericht

Reife Leistung: Löwen besiegen Hansa Rostock mit 1:0.

Die Löwen erkämpften sich in einem intensiven Spiel die drei Punkte gegen den F.C. Hansa Rostock. Das „Tor des Tages“ erzielte Thore Jacobsen per Handelfmeter (48.). Damit halten die Sechzger Anschluss ans obere Tabellendrittel.
Per Elfmeter erzielte Thore Jacobsen das „Tor des Tages“. Seine Kollegen feiern den Löwen-Kapitän.

Per Elfmeter erzielte Thore Jacobsen das „Tor des Tages“. Seine Kollegen feiern den Löwen-Kapitän.

Personal: Im Heimspiel gegen Rostock musste Löwen-Trainer Markus Kauczinski auf Florian Niederlechner, Max Christiansen, Kilian Jakob, Samuel Althaus, Sean Dulic, Manuel Pfeifer und Tunay Deniz verletzungsbedingt verzichten. Kurzfristig fiel auch Maximilian Wolfram aus, weswegen Jesper Verlaat in den Kader rutschte. Nicht im 20-Mann-Kader standen der dritte Torhüter Miran Qela, Noah Klose, Finn Fuchs und Loris Husic.

Spielverlauf: Direkt mit dem Anpfiff ließ sich die Sonne über Giesings Höhen sehen. Die Stimmung im Grünwalder Stadion war fantastisch. Erstmals wurde es vorm Rostocker Tor in der 10. Minute gefährlich. David Philipp suchte links im Strafraum mit seiner Hereingabe Sigurd Haugen, fand ihn am ersten Pfosten, doch dessen Abschluss wurde zur Ecke geblockt. Die segelte von links durch Kevin Volland getreten in die Mitte, wurde zu Philipp Maier geklärt, der aus der zweiten Reihe abzog. Dessen verunglückter Schuss landete auf der Stirn von Simen Voet, der knapp rechts am Tor vorbeiköpfte (11.). Aufregung in der 22. Minute, als Andreas Voglsammer viel zu spät beim Pressing dran war, bei Max Reinthalers Klärungsversuch nahe der Mittellinie die Stollen über den Fuß des Löwen-Verteidigers hielt, Schiedsrichter Luca Jürgensen dem Bayern in Hansa-Diensten dafür aber nur die Gelbe Karte zeigte. Hier hätte er sich über Rot nicht beschweren können, das grenzte schon an Körperverletzung! Zum Glück ging es für den Sechzger weiter. Nach einem weiten Einwurf von rechts kam Ahmet Gürleyen am vorderen Fünfmetereck aus acht Metern zum Abschluss, jedoch klärten Raphael Schifferl den Schuss vor der Linie (28.). Ansonsten neutralisierten sich beide Teams gegenseitig, Strafraumszenen blieben Mangelware. Erneut war es ein Einwurf in der 42. Minute, der für Gefahr für das 1860-Tor sorgte. Nach Kopfballverlängerung von Gürleyen kam Christian Kinsombi mit seiner Grätsche am rechten Torraumeck einen Tick zu spät. So wurden torlos die Seiten getauscht.

Erneut machte Schiedsrichter Jürgensen kurz nach Wiederanpfiff keine souveräne Figur. Als Gürleyen ein Handspiel im Strafraum nach Philipp-Flanke unterlief,  reagierte er erst mit zeitlicher Verzögerung, bevor er Elfmeter pfiff (46.). Thore Jacobsen lief an, wartete bis Benjamin Uphoff ins linke Eck gesprungen war, lupfte dann die Kugel zur 1:0-Führung mittig unter die Latte (48.). Nach Foul von Voet an Voglsammer gab’s direkt vor dem rechten Strafraumeck Freistoß. Die scharfe Hereingabe von Marco Schuster in den Fünfmeterraum klärte Stürmer Haugen  der auch in der Defensive mitarbeitete (57.). Bei einem Konter der Löwen brachte Kenan Fatkic abseits des Spielgeschehens Volland zu Fall, der Unparteiische sah es, ließ weiterspielen, zeigte dem Rostocker Verteidiger aber nachträglich keine Gelbe Karte (62.). Bei einer Flanke von rechts durch Haugen verpasste Schuster in der Mitte die Hereingabe, irritierte dadurch aber Philipp, der nicht entscheidend nachgesetzt hatte (65.). Kurz danach zielte Tim Danhof mit einem Schuss von der Strafraumkante knapp rechts über das Kreuzeck (66.). Glück hatten die Löwen in der 77. Minute, als Schifferl gegen Voglsammer am eigenen Strafraum den Ball verlor, aber Fatkic anschließend halblinks aus 14 Metern klar übers 1860-Tor schoss. In der nächsten Szene konterten die Sechzger über den kurz zuvor eingewechselten Justin Steinkötter, dessen Zuspiel von rechts in die Mitte klärte ein Hansa-Verteidiger vor Haugen zur Ecke (78.). Zu viel Rücklage hatte Schifferl, als ihm der Ball nach einer Ecke vor die Füße fiel, sein Drehschuss aus zehn Metern ging weit übers Rostocker Tor (83.). Nur um Zentimeter rauschte der Ball eine Minute später am linken Kreuzeck vorbei. Haugen hatte von links geflankt, der eingelaufene Steinkötter am vorderen Fünfmetereck nahm die Hereingabe direkt (84.). Auf der anderen Seite rutschte eine Hereingabe von links durch Maximilian Krauß durch den 1860-Fünfmeterraum, ohne dass ein Spieler an den Ball kam (86.). Die Sechzger ließen in der Schlussphase einige Konterchancen ungenutzt, mussten deshalb bis zum Schlusspfiff um den Sieg zittern. Nach x Minuten Nachspielzeit die Erlösung. Die drei Punkte bleiben in Giesing.

TRAINERSTIMMEN

Das Ergebnis stimmte Löwen-Coach Markus Kauczinski optimistisch, wenngleich seine Taktik nicht unbedingt aufgegangen war. „Wir haben eine andere Konstellation in der Offensive gewählt, um Tempo in den Umschaltmomenten zu haben.“ Deswegen fiel die Entscheidung für David Philipp und gegen Patrick Hobsch im Angriff aus. Das sei in der 1. Halbzeit nur streckenweise gelungen, „aber wir haben gut verteidigt, nichts zugelassen und waren geduldig.“ Der Elfmeter zu Beginn der 2. Halbzeit hätte dem Spiel gutgetan. „Danach hat Rostock mehr gemacht. Es war ein weitestgehend ausgeglichenes Spiel. Heute haben wir das Quäntchen Glück auf unsere Seite gezogen.“ Die Elfmeter-Entscheidung zu Gunsten seines Teams sah er zwiespältig. „Schiedsrichterentscheidungen sind Teil jedes Spieltags“, sagte er. „Ich will sowas eigentlich nicht gepfiffen haben. Ich hatte aber genug solcher Elfmeter, die gegen uns gepfiffen wurden. Da habe ich mich auch aufgeregt. Heute war mal der Moment auf unserer Seite“, sprach er viele Fehlentscheidungen gegen sein Team an, „befriedigend ist das aber nicht!“ Den Schützen des Siegtors, Thore Jacobsen, bezeichnete er als „coole Socke.“ Was die Ausführung des Elfmeters angehe, vertraue er seinem Kapitän, der den Ball in die Mitte des Tores hob..

Rostocks Trainer Daniel Brinkmann zeigte sich enttäuscht, dass sein Team ohne Punkte die Rückfahrt an die Ostsee antreten musste. „Aufgrund der Spielanteile hätten wir einen Punkt verdient, die Mannschaft hat viel investiert. Wir müssen aus unseren Möglichkeiten einfach mehr Ertrag erzielen“, monierte er. Über den Handelfmeter dagegen ließ er sich nicht weiter aus, bezeichnete die Situation nur als „äußerst tragisch, wie das Spiel entschieden wird. Wir müssen aber selbstkritisch sein“, wollte er die Schuld nicht beim Schiedsrichter suchen. „Das wird uns nicht umwerfen. Wir haben heute dafür gesorgt, dass mit Sechzig eine weitere Mannschaft oben mitmischt.“

STENOGRAMM, 25. Spieltag, 22.02.2026, 13.30 Uhr

TSV 1860 München – F.C. Hansa Rostock 1:0 (0:0)

1860: 21 Dähne (Tor) – 37 Schifferl, 16 Reinthaler, 3 Voet – 2 Danhof, 26 Maier, 5 Jacobsen, 41 Lippmann – 31 Volland – 8 Philipp, 22 Haugen.
Ersatz: 40 Bachmann (Tor) – 4 Verlaat, 7 Niederlechner, 9 Steinkötter, 17 Schröter, 23 Dordan, 29 Rittmüller, 33 Faßmann, 34 Hobsch.

FCH: 1 Uphoff (Tor) – 19 Mejdr, 15 Gürleyen, 17 Carstens, 33 Bergh – 5 Schuster – 4 Fatkic, 42 Dietze – 9 Voglsammer, 27 Kinsombi – 11 Holten.
Ersatz: 30 Hagemoser (Tor) – 6 Dirkner, 8 Harenbrock, 13 Kunze, 14 Lebeau, 16 Wallner, 21 Hummel, 23 Pfanne, 35 Krauß.

Wechsel: Dordan für Jacobsen (76.), Steinkötter für Philipp (76.), Rittmüller für Volland (83.), Hobsch für Haugen (90.+2) – Wallner für Bergh (65.), Krauß für Mejdr (65.), Lebeau für Fatkic (80.), Hummel für Dietze (85.).

Tor: 1:0 Jacobsen (48., Handelfmeter).
Gelbe Karten: Voet – Voglsammer, Kinsombi.
Zuschauer: 15.000 im Grünwalder Stadion (ausverkauft).
Schiedsrichter: Luca Jürgensen (Hamburg); Assistenten: Fabian Porsch (Barsbüttel), Gerhard Alexander Ludolph (Hamburg); Vierter Offizieller: Manuel Bergmann (Laupheim).

Bildergalerie

Gallery image
Gallery image
Gallery image