Stellt Kauczinski den Rekord von Köllner mit einem Sieg bei Viktoria Köln ein?

Löwen-Trainer Markus Kauczinski würde gerne bei Viktoria Köln den fünften Sieg in Folge draufpacken.
Gerade mal 16 Stunden lagen zwischen dem mühevollen 2:1-Heimsieg des TSV 1860 über Erzgebirge Aue und der Löwenrunde vor der Partie bei Viktoria Köln. Nicht lange wollte sich Trainer Markus Kauczinski deshalb mit der letzten Partie aufhalten. „Klar haben wir als Trainer eine Analyse gemacht, um zu schauen, was wir verändern müssen.“ Die vielen unnötigen Ballverluste, die „Unforced Error“ (unerzwungener oder vermeidbarer Fehler), haben dem 56-Jährigen überhaupt nicht gepasst. „Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht.“ Darüber sei noch zu sprechen. „Wir müssen bestimmte Dinge schneller lösen, unser ‚Mindset‘ verändern, um keine unnötigen Chancen zuzulassen, weil wir einfach zu leicht die Bälle verlieren. Das ist schon Thema.“
Zuletzt hatten die Löwen auch das Glück auf ihrer Seite. „Wir sind jetzt an einem Punkt, wo jeder weiß, dass es nicht um Haltungsnoten geht. Trotzdem müssen wir uns verbessern, weil nur das die Gewähr gibt, dass wir von der Stelle kommen.“ Fehler minimieren und Chancen erhöhen sei die Maxime. „Wir machen einfach noch zu viele unnötige Sachen.“ Daran müsse man ständig arbeiten, um voranzukommen.“ Gleichzeitig habe man gesehen, „dass wir Dinge überstehen können, auch wenn es nicht perfekt läuft, um zu gewinnen. Wir können immer Tore machen, sind gefährlich und gleichzeitig in der Lage, gut zu verteidigen und mit viel Herz und Leidenschaft zu spielen.“ Alle hätten gegen Aue den Kampf angenommen. „Trotzdem müssen wir lernen, mit dem Ball noch besser zu werden“, fordert Kauczinski.
In Köln stehen wieder David Philipp und Philipp Maier nach verbüßter Gelbsperre zur Verfügung. Ob sich jemand im Aue-Spiel schwerer verletzt hat, konnte Kauczinski noch nicht abschließend sagen. Kleiner Blessuren gäbe es immer. „Ansonsten haben wir das Spiel relativ gut verkraftet.“ Änderungen schließt der Löwen-Coach trotzdem nicht aus. Im Gegenteil: „Es wird mit Sicherheit welche geben, in welcher Art und Weise habe ich noch nicht entschieden.“ Er müsse schauen, wie der Einzelne die Englische Woche bisher verkraftet habe. „Wir haben Jungs, die drei Spiele am Stück gemacht haben, wie Kevin Volland oder Sigurd Haugen, die performt und für gute Momente gesorgt haben. Da muss man einfach gucken, was die noch im Tank haben?“
Kauczinski betonte nochmals, dass er Englische Wochen liebe. „Ich mag diese Schlagzahl und Intensität, sofort weitermachen zu können, im Flow zu bleiben.“ Gerade auch, weil seine Mannschaft nach vier Siegen in Folge mit einem guten Gefühl in die nächste Partie geht. „Das haben wir uns erarbeitet und erkämpft. Wir merken, wozu wir in der Lage sind, dass wir so eine Serie schon zum zweiten Mal haben.“ Den Drittliga-Rekord von Michael Köllner mit fünf Siegen am Stück hatte Kauczinski kurz vor Weihnachten nach vier Erfolgen in Serie verfehlt. Das ist ein Ansporn für ihn, diesen einzustellen. „Wir werden versuchen, noch eins draufzusetzen. Den fünften Sieg dazuzupacken!“
Ein glückliches Händchen hatte der Löwen-Trainer zuletzt mit der Hereinnahme von Maximilian Wolfram, der in der 7. Minute gegen Aue die Führung erzielte, bewiesen. Natürlich freute er sich mit dem Stürmer über dessen Torpremiere in dieser Saison, sah bei ihm jedoch neben Höhen auch Tiefen. „Wie bei vielen anderen auch. Aber ich hatte ihn die ganze Zeit auf dem Zettel, schon seit der Vorbereitung im Winter. Mit seinem gefährlichen Fuß kann er Spiele entscheiden.“ Es sei aber immer etwas dazwischengekommen (Infekte und Blessuren), wieso der gebürtige Zwickauer erst gegen Aue von Anfang an ran durfte. Er sei einfach reif für einen Startelf-Einsatz gewesen. „Ich bin froh, dass es so gut geklappt hat, weil er einfach jemand ist, der unsere Offensive noch mal breiter aufstellt, gerade in dieser Konstellation mit einer Spitze, zwei Zehnern und zwei Halbstürmern.“
Vor Gegner Viktoria Köln hat Kauczinski Respekt. „Die spielen tatsächlich sehr gut, haben immer eine klare Idee und gefährliche Leute, suchen immer den Weg nach vorne mit sehr viel Tempo“, charakterisiert er die Rheinländer. Trotz des traditionell großen Umbruchs im Sommer – dazu der Abgang des besten Torjägers Lex Tyger Lobinger (9 Tore) zum MSV Duisburg im Winter – sei es „eine richtig gute Mannschaft. Das wird eine schwere Aufgabe für uns. Ich bin gespannt, wie wir mit der kurzen Pause und der Anreise umgehen. Es geht darum, auf den Punkt da zu sein.“
Auch wenn die Löwen immer näher an Platz drei heranrücken, meidet Kauczinski das Wort Aufstieg wie der Teufel das Weihwasser. „Von den Voraussetzungen her gibt's Mannschaften, die einfach mehr Punkte haben“, betont er. „Wir müssen überproportional gut sein und jeden Gegner schlagen können. Was dann in vier, sechs Wochen oder acht Wochen ist, kann ich nicht sagen. Darüber nachzudenken, macht keinen Sinn. Wir konzentrieren uns auf die nächste Aufgabe, gehen fokussiert ins Spiel gegen Viktoria Köln. Das Gerede, was sein könnte, lenkt nur ab. Wir müssen erstmal zeigen, dass wir diese Schlagzahl und Intensität tatsächlich durchhalten können.“
MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN
VIK: 27 Schulz (Tor) – 19 Sponsel, 22 Boboy, 2 Dietz, 18 Kloss, 7 Handle – 6 Eisenhuth, 21 Wolf, 5 Münst – 10 Otto, 23 Zank.
Ersatz: 26 Richter (Tor) – 3 Agyekum, 8 Engelhardt, 11 Velasco, 29 Popp, 30 Tonye, 34 Ronstadt, 37 Vega Zambrano, 40 Sachse, 41 Kozuki.
Es fehlen: 4 Duman, 15 Greger, 17 Pledl.
1860: 21 Dähne (Tor) – 37 Schifferl, 16 Reinthaler, 3 Voet – 2 Danhof, 26 Maier, 5 Jacobsen, 41 Lippmann – 31 Volland – 8 Philipp, 22 Haugen.
Ersatz: 12 Qela, 40 Bachmann (beide Tor) – 4 Verlaat, 7 Niederlechner, 9 Steinkötter, 17 Schröter, 23 Dordan, 29 Rittmüller, 30 Wolfram, 33 Faßmann, 34 Hobsch, 42 Klose, 43 Fuchs, 44 Husic.
Es fehlen: 13 Christiansen, 18 Jakob, 20 Althaus, 25 Dulic, 27 Pfeifer, 36 Deniz.
