U19 macht halbes Dutzend voll: 6:3-Erfolg über Eintracht Frankfurt.

In dieser Szene brachte der Frankfurter Nicolas Peter, der später die Rote Karte sah, Junglöwen-Stürmer Emre Erdogan elfmeterreif zu Fall.
Die Gäste kontrollierten von Beginn an das Spiel. Trotzdem hatten die Junglöwen in der 11. Minute eine gute Möglichkeit zur Führung. Nach weitem Einwurf von Lance Fiedler von der rechten Seite wurde der Ball in den Rückraum abgewehrt, wo Arda Efe aus 20 Metern zum Abschluss kam, sein Schuss war aber zu zentral, so dass Meris Gradascevic im SGE-Tor damit keine Probleme hatte. Drei Minuten später ging Frankfurt in Führung. Nach einem Konter über die linke Seite musste Eintracht-Kapitän Benjamin Dzanovic die Hereingabe nur noch über die Linie drücken (14.). Fast im Gegenzug hatte Fiedler den Ausgleich auf dem Fuß, sein 15-Meter-Schuss aus halblinker Position ging aber knapp am rechten Pfosten vorbei (15.). In der 21. Minute konnte Nicolas Peter Junglöwen-Stürmer Emre Erdogan nur per Foul stoppen, Schiedsrichter Alexander Petzke entschied sofort auf Elfmeter. Der Gefoulte lief selbst an, setzte die Kugel unhaltbar ins rechte obere Eck zum 1:1 (22.). Völlig unnötig die erneute Führung der Hessen. Jasha Berry hatte von rechts an den zweiten Pfosten geflankt, Bruno Mühl verschätzte sich, so musste der hinter ihm lauernde Dzanovic nur noch den Fuß hinhalten, traf zum 2:1 ins kurze Eck (28.). Nach einer Hereingabe von links durch Luk Hohmann hatte Fiedler bei seinem Drehschuss aus 14 Metern zu viel Rücklage, schoss weit über das SGE-Tor (31.). In einer Kontersituation grätschte Peter ohne Chance auf den Ball mit gestrecktem Fuß Fiedler um, sah folgerichtig die Rote Karte (35.). Kurz danach der erneute Ausgleich. Nach einem Lupfer von Efe leitete Loris Husic den Ball direkt aufs Tor weiter, Gradascevic konnte mit einem Reflex parieren, doch der Ball lag frei, so dass Fiedler aus kurzer Distanz zum 2:2 abstauben konnte (39.). In der 4. Minute der Nachspielzeit sogar noch die Löwen-Führung. Im Anschluss an eine abgewehrte Ecke von Mustafa Tekin nahm Efe im Zentrum den Ball per Dropkick, setzte ihn unhaltbar flach ins linke Eck zum 3:2 (45.+4). Direkt danach pfiff der Unparteiische zur Pause.
Beinahe hätte Frankfurt in Unterzahl kurz nach Wiederanpfiff ausgeglichen. Eine weite Flanke von links setzte Sahin Balta aus kurzer Distanz ans Außennetz (49.). Das Tor machten die Junglöwen. Eine Ecke von links durch Fiedler wurde am langen Pfosten von Jamie Jenni inm die Mitte verlängert, Arian Ortivero Calderon stieg hoch, kam aber nicht an die Kugel, jedoch der hinter ihm lauernde Tekin, der keine Mühe hatte, den Ball aus sechs Metern unter die Latte zu drücken (52.). Die Hessen blieben bei Standards gefährlich. Im Anschluss an einen Freistoß von der linken Strafraumseite kam Lean Husterer am zweiten Pfosten frei zum Kopfball, drückte das Gerät über Mauricio Dunker hinweg in den rechten oberen Winkel (61.). Trotz Unterzahl gaben sich die Gäste noch nicht geschlagen, spielten weiter mutig nach vorne. Die Entscheidung fiel in der 78. Minute. Efe hatte nach rechts auf Paul Sturm gepasst, der legte den Ball am Torwart vorbei auf Efe Karakoc der nur noch ins leere Tor einschieben musste. Karakoc erzielte nach einem sehenswerten Solo über die rechte Seite das 6:3. Am Ende schob er aus spitzem Winkel Keeper Gradscevic den Ball durch die Beine (85.). Das war auch der Endstand. Die Junglöwen holten damit im dritten Spiel der Hauptrunde ihre ersten Punkte.
„Es war ein wildes Spiel“, fand Trainer Jonas Schittenhelm, „die Rote Karte hat uns maximal in die Karten gespielt.“ Sein Team sei nicht schlecht in die Partie gekommen. „Aber die Gegentreffer waren zu einfach und zu viele. Frankfurt hat unsere Patzer ausgenutzt und mit zwei Torschüssen zwei Buden gemacht. Wir haben aber trotzdem gut nach vorne gespielt, hatten unsere Chancen. Die Rote Karte war für unser Spiel sicherlich positiv. Wir haben die Überzahl genutzt und uns viele Möglichkeiten herausgespielt.“ Doch auch die Fehler blieben dem 40-Jährigen nicht verborgen. „Wir müssen weiter an unseren Themen arbeiten, das hat man beim dritten Gegentor nach dem Standard gesehen. Da sahen wir nicht gut aus, ebenso in ein, zwei Kontersituationen für Frankfurt.“ Er könne das Ergebnis aufgrund der Umstände einschätzen. „Auf jeden Fall haben wir jetzt mal ein paar Punkte mitgenommen mit der Gewissheit, die Überzahl gut genutzt zu haben.“
STENOGRAMM
U19-DFB-Nachwuchsliga, Hauptrunde Liga B, Gruppe D
4. Spieltag, 28.02.2026, 11 Uhr
TSV 1860 München – SG Eintracht Frankfurt 6:3 (3:2)
1860: Dunker (Tor) – Mühl (46., Sturm), Jenni, Ortiviero Calderon, Efe – Hohmann, Krasniqi, Tekin (81., Wolketzetter) – Fiedler, Husic (63., Karakoc), Erdogan (67., Genidis).
Tore: 0:1 Dzanovic (14.), 1:1 Erdogan (22., Foulelfmeter), 1:2 Dzanovic (28.), 2:2 Fiedler (39.), 3:2 Efe (45.+4), 4:2 Tekin (52.), 4:3 Husterer (61.), 5:3 Karacoc (78.), 6:3 Karakoc (85.).
Gelbe Karten: Mühl – Voett.
Rote Karte: – Peter (35.).
Zuschauer: 200 1860-Trainingsgelände Grünwalder Str. 114.
Schiedsrichter: Alexander Petzke (Surheim); Assistenten: Dominik Petzke (Surheim), Benedict Oshowski (Berchtesgaden).
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