„Wir sind der Schlüssel“, sagt Kauczinski vor dem Spiel gegen Aachen.

Auf Löwen-Trainer Markus Kauczinski macht seine Mannschaft einen sehr fokussierten Eindruck.
Wie die letzten Wochen, begann Trainer Markus Kauczinski auch diesmal die Löwenrunde mit der aktuellen Personalsituation. Dabei konnte er keine große Besserung der aktuellen Lage vermelden. Lediglich Maximilian Wolfram ist nach überwundenem Infekt ohne Einschränkungen einsatzbereit.
Überraschend war in dieser Woche Sigurd Haugen ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Seinen gebrochenen Kiefer schützt eine Maske. „Fit ist er nach zweieinhalb Tagen Training nicht“, so die Einschätzung des 55-jährigen Löwen-Coachs. „Aber wir sind froh, dass er wieder mit den anderen auf dem Platz steht.“
Ob er schon wieder ein Kandidat für den Spieltagskader sei, wurde Kauczinski gefragt? „Wir müssen sehen, ob wir ihm das Zutrauen und wir was verrücktes machen.“ Bei den Übungseinheiten sei Haugen nur „neutraler Mann“ gewesen. „Im Spiel dagegen muss er Aufgaben erfüllen, bei Standards den Kopf hinhalten. Die Maske ist eine Einschränkung, weil immer was vom Gesichtsfeld fehlt. Daran muss er sich gewöhnen, das wird ihn noch eine Zeitlang begleiten.“ Letztlich gehe es darum, dass der Stürmer wieder das Gefühl bekomme, ohne Angst in die Zweikämpfe gehen zu können. „Dazu braucht er einen gewissen Trainingsrhythmus.“
Die Argumentationskette, die der Trainer bei der Löwenrunde lieferte, lässt eher nicht darauf schließen, dass der Top-Torjäger der Sechzger bereits gegen Aachen für den Kader nominiert wird. Dagegen scheint das bei Wolfram sicher. „Das tut uns gut“, so Kauczinski. Jedoch scheint die Startelf nach den beiden Spielen in diesem Jahr gegen Essen und in Osnabrück fixiert zu sein. „Die Rückkehrer müssen in der Lage sein, jemand anderen zu verdrängen. Das wird umso schwerer, je besser die Jungs sind, die auf dem Platz stehen. Insgesamt macht die Mannschaft einen sehr fokussierten Eindruck. Ich habe von der Energie und Leidenschaft nichts auszusetzen.“
Das gilt für die „Idee des Zusammenspiels“, wie der Trainer es nennt, noch nicht. Da sei man schon weiter gewesen. „Dann sind uns nach dem Ingolstadt-Spiel einige Leute weggebrochen“, begründet er. Deshalb müsse sich „das Gefühl“ für Situationen in der neuen Zusammensetzung noch entwickeln. Oft seien es nur Kleinigkeiten, wie zuletzt in Osnabrück. „Da haben wir es in der 2. Halbzeit nicht geschafft, den Punch zu machen, um das Spiel zu gewinnen!“
Während gegen Essen und in Osnabrück die Löwen aufgrund der Tabellenkonstellation und der Verletztenmisere als Außenseiter ins Spiel gegangen waren, sind sie diesmal eher favorisiert. Doch Kauczinski will davon nichts wissen. „Wir brauchen nicht zu meinen, dass es leichter als zuletzt wird. Aachen hat nach vorne sehr schnelle und bewegliche Leute, die uns Probleme bereiten können“, warnt er. Allen voran Lars Gindorf. Der 24-jährige Stürmer, der im Sommer von Zweitligist Hannover 96 in die Kaiserstadt gewechselt war, führt mit 14 erzielten Treffern die Torjägerliste in der 3. Liga an. Dazu kommen nochmals sechs Torvorbereitungen. „Da müssen wir Energie und Leidenschaft reinpacken, wenn wir Aachen schlagen wollen. Sie gehen in jedem Spiel ans Limit.“
Ohnehin halte er nichts von dem „Favoritending“, wie Kauczinski es formuliert. „Es wird ein Spiel auf Augenhöhe, in dem es um Kleinigkeiten geht, gerade wenn sich die Mannschaften weitgehend neutralisieren. Es wird wie immer in der 3. Liga ein hartes Spiel, das unseren vollen Fokus verlangt. Aachen ist gut drauf, durch den Sieg zuletzt bei Hoffenheim II ist ein gutes Gefühl entstanden, Sie werden uns mit ihrem Tempo vor Aufgaben stellen.“ Diese gilt es zu meistern. Gleichzeitig müsse man auf sich selbst schauen, konsequent sein und die sich ergebenden Chancen nutzen. „Letztlich sind wir selbst der Schlüssel!“
MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN
1860: 21 Dähne (Tor) – 37 Schifferl, 16 Reinthaler, 3 Voet – 41 Lippmann, 26 Maier, 5 Jacobsen, 18 Jakob – 31 Volland – 34 Hobsch, 8 Philipp.
Ersatz: 12 Qela, 40 Bachmann (beide Tor) – 2 Danhof, 9 Steinkötter, 23 Dordan, 29 Rittmüller, 30 Wolfram, 33 Faßmann, 42 Klose, 43 Fuchs, 44 Husic.
Es fehlen: 4 Verlaat, 7 Niederlechner, 13 Christiansen, 17 Schröter, 20 Althaus, 21 Dähne, 22 Haugen, 25 Dulic, 27 Pfeifer, 36 Deniz.
AAC: 22 Pseftis (Tor) – 33 Wegmann, 28 Wiebe, 2 Bagalianis – 29 Nadjombe, 10 Gaudino, 36 Ademi, 7 Scepanik – 8 Bahn, 23 Gindorf – 27 Schroers.
Ersatz: 1 Riemann, 22 Hendriks (beide Tor) – 3 Wagner, 4 Meyer, 5 Strujic, 9 Sulejmani, 11 Loune, 14 Elekwa, 18 Wriedt, 20 Richter, 25 Yarbrough, 30 Winter, 44 Castelle.
Es fehlen: 6 Lorch, 15 Hanraths, 17 Torsiello, 19 Heister, 37 da Silva Kiala.
Schiedsrichter: Martin Wilke (Merzhausen); Assistenten: Mathias Heilig (Erzingen), Mika Forster (Flehingen); Vierter Offizieller: Jonas Krzyzanowski (Neuburg/Donau).

Im Interview beantwortet Markus Kauczinski locker und unaufgeregt die Fragen der Reporter.