SECHZIGMÜNCHEN.
 

Drama in der Nachspielzeit: U19 nur 1:1 gegen die Stuttgarter Kickers.

Niedergeschlagen und frustriert nach dem Abpfiff gegen die Stuttgarter Kickers: Die Junglöwen nach dem 1:1. 

Es war ein Drama auf Giesings Höhen: Die Löwen-U19 vergab gegen die bereits als Absteiger feststehenden Stuttgarter Kickers ein Dutzend hochkarätiger Torchancen, erzielte dann in der 1. Minute der Nachspielzeit durch Kilian Jakob den vielumjubelten Führungstreffer, um dann zwei Minuten später durch Roman Kasiar den Ausgleich zu kassieren. Damit musste das Team einen herben Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt hinnehmen.

Trainer Josef Steinberger musste gegen die Stuttgarter Kickers auf die langzeitverletzten Alexander Spitzer (Wadenbeinbruch und Syndesmosebandriss), Lorent Rexhepi (Kreuzbandriss), Leander Lask (Schambeinentzündung), Sebastian Gebhart (Pfeiffersches Drüsenfieber), Daniel Zivkovic (Außenbandriss) und Marcel Spitzer (Schambeinentzündung).

Die erste Chance hatten die Junglöwen. Martin Gambos kam halblinks im Strafraum zum Abschluss, sein Schuss aus 14 Metern wurde aber zur Ecke abgefälscht (4.). In der 14. Minute setzte sich Thomas Haas auf dem linken Flügel durch, flankte von der Grundlinie an den ersten Pfosten, wo Marvin Zimmermann zum Kopfball kam, aber die Kugel deutlich übers Tor setzte. Die Gäste aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt waren bei ihren Kontern nicht ungefährlich. Carmelo Quartuccio zielte von der Strafraumgrenze genau auf Tom Kretzschmar (20.), Morgan Faßbender traf aus halbrechter Position nur das Außennetz (22.). In der 23. Minute vergab Zimmermann die Riesenchance. Nach Pass von Gambos lief Lino Tempelmann alleine mit ihm auf Torwart Robin Hermann zu, Tempelmann legte quer, aber Zimmermann brachte die Kugel aus sieben Metern nicht am Keeper vorbei, der irgendwie im Liegen die Hand ans Spielgerät brachte. Kurz danach führte Kilian Jakob eine Ecke kurz auf Julian Justvan aus, dessen Schuss vom linken Strafraumeck strich nur knapp am langen Pfosten vorbei (24.). Wiederum eine Minute später zielte Jakob aus halblinker Position neben den rechten Pfosten (25.). Im Anschluss an einen abgewehrten Freistoß flankte Luca Plattenhardt aus dem rechten Halbfeld an den zweiten Pfosten, Haas wollte die Kugel per Kopf in die Mitte verlängern, wo aber Torhüter Hermann durch seinen beherzten Zugriff schlimmeres verhinderte (30.). beinahe wären die Gäste sogar in Führung gegangen: Nach einem Eckball von rechts durch Moritz Seltenreich kam Roman Kasior vollkommen frei zum Kopfball, setzte die Kugel aber aus sechs Metern über den Querbalken (34.). Auf der der anderen Seite spielte Justvan von rechts tief an den zweiten Pfosten, Dennis Dressel rutschte rein, traf aber nur das Außennetz (35.). Es ging im Minuten-Takt weiter. Nach einer Hereingabe durch Jakob von links kam Tempelmann in der Mitte frei zum Kopfball, setzte die Kugel aus acht Metern jedoch über die Querstange (36.). Einen Steckpass von Justvan erreichte Haas am Torraum, scheiterte aber an dem herausstürzenden Hermann. Den schwer zu nehmenden Nachschuss setzte er rechts neben den Pfosten (39.). Ein Schuss von Zimmermann aus 16 Metern wehrte der Kickers-Keeper mit einer Faust zur Ecke ab (41.). Kurz vor dem Pausenpfiff hatte Stuttgart nochmals eine Chance, doch Kretzschmar faustete den Schuss von Quartuccio aus spitzem Winkel souverän weg (45.). Einmal mehr wurde in der ersten Hälfte das große Manko der Löwen-U19 deutlich: Die schwache Chancenverwertung!

Die Dominanz der Junglöwen setzte sich auch nach der Pause fort. Justvan passte von der rechten Grundlinie flach an den ersten Pfosten, Gambos war zur Stelle, setzte die Kugel aber neben das kurze Eck (48.). Glück hatte das Steinberger-Team in der 55. Minute, als der eingewechselte Furkan Hut von links scharf nach innen passte, Faßbender im Torraum aber an der Hereingabe vorbeirutschte. Mit zunehmender Spieldauer wurden die Sechzger immer nervöser. In der 60. Minute klärte Dominik Hepp einen Schuss von Jonas Meiser für seinen geschlagenen Keeper auf der Linie. Kurz danach kam Faßbender halbrechts aus neun Metern zum Abschluss, Kretzschmar parierte den Schuss zur Ecke (61.). Auf der anderen Seite hatten die Zuschauer bereits den Torschrei auf den Lippen, aber Justvan setzte eine Hereingabe von Haas freistehend aus sieben Metern per Drehschuss um Zentimeter neben den linken Pfosten (62.). Nach einem Zuspiel von Felix Braun von der rechten Grundlinie traf Dressel nur den rechten Pfosten, den Nachschuss von Haas vereitelte Hermann (65.). Kurz danach kam Dressel frei an den Ball, setzte ihn aber aus sieben Metern über die Querlatte (66.). Auf der anderen Seite versuchte Hut halblinks aus zwölf Metern Kretzschmar zu überlupfen, irgendwie brachte der Löwen-Keeper die Fingerspitzen an den Ball, der vom Außenpfosten über die Tor-Auslinie rutschte (67.). Nach einer Ecke von rechts durch Tempelmann verlängerte Dressel die Hereingabe per Kopf, Gambos kam am zweiten Pfosten zum Kopfball, Hermann brachte irgendwie die Hand dazwischen. Der Ball sprang von der Querstange an den Innenpfosten, dann auf die Linie, ehe ein Stuttgarter die Situation bereinigen konnte (70.). In dieser Situation hatten viele die Kugel bereits hinter der Torlinie gesehen. Nach einem Zuspiel von Braun kam Justvan zentral aus neun Metern zum Schuss, Hermann tauchte ab, holte irgendwie den Ball aus der Ecke (74.). Eine Hereingabe von Haas nahm Dressel mit der Brust an, seinem Dropkick aus zehn Metern fehlte aber die Wucht, um Hermann vor ernsthafte Probleme zu stellen (75.). Auf der anderen Seite warf sich Gambos gerade noch in einen Acht-Meter-Schuss von Kasiar. Kurz darauf entschärfte Kretzschmar einen Flugkopfball des Stuttgarter Stoßstürmers (78.). Ein 14-Meter-Schuss halbrechts von Justvan aufs lange Eck wurde ins Tor-Aus abgefälscht (80.). Längst herrschte auf dem Platz und auf den Rängen pure Verzweiflung. Irgendwie wollte die Kugel einfach nicht ins Tor! Ein Drehschuss von Gambos aus 17 Metern ging links am Kickers-Gehäuse vorbei (83.). In der 88. Minute kam Maurice Mathis im Strafraum zu Fall, doch Schiedsrichter Robin Delfs verweigerte den fälligen Elfmeter. In der 1. Minute der Nachspielzeit dann die vermeintliche Befreiung. Justvan flankte vom rechten Strafraumeck nach innen, der Ball flog über Hermann hinweg, Jakob schraubte sich gegen seinen Gegenspieler in die Höhe, drückte per Kopf die Kugel aus sechs Metern unter die Latte zum 1:0. Aber es war noch nicht der Schluss. Vom Anstoss weg kam auf der anderen Seite Kasiar nach einem langen Ball, der zu ihm durchrutschte, aus sieben Metern zum Schuss, abgefälscht trudelte er an Kretzschmar vorbei zum 1:1 ins 1860-Tor. Kurz danach pfiff der Unparteiische ab. Vollkommen frustriert und ausgepumpt warfen sich die Junglöwen auf den Boden. Mit dem Remis verpassten sie den Sprung von den Abstiegsplätzen, müssen nun am kommenden Samstag unbedingt das Heimspiel gegen den Karlsruher SC gewinnen.

Trainer Josef Steinberger war nach dem Abpfiff erst einmal sprachlos, brauchte ein paar Minuten, bis er sich wieder gefasst hatte. Er hatte noch nach dem Führungstreffer seinen Spielern zugerufen: „Seid wachsam!“, was aber in der Euphorie des späten Treffers verhallte. Und so kam es, wie es kommen musste. Ein langer Ball, der nicht geklärt werden konnte, und plötzlich lag die Kugel im Netz. Es war ein Deja-vu: Bereits am 4. Spieltag erzielte der 1. FC Nürnberg in der 5. Minute der Nachspielzeit den Ausgleichstreffer zum 1:1. „Fußball elektrisiert Millionen wegen solcher Spiele“, nahm es Steinberger fatalistisch.

Den Sieg hatte sein Team schon zuvor verschenkt. „Normalerweise müssen wir zur Pause 2:0 oder 3:0 führen, dann ist der Kas gegessen!“ In der 2. Halbzeit war seine Mannschaft weiterhin überlegen, hätte aber bereits in der einen oder anderen Kontersituation in Rückstand geraten können. „Aber unterm Strich waren wir schon die deutlich bessere Mannschaft. Im Grunde kannst du den Jungs keinen Vorwurf machen. Sie haben bis zum Schluss gefightet, haben alles versucht. Es war eine Mischung aus Pech, Unvermögen und fehlender Kaltschnäuzigkeit. Das ist uns aber nicht das erste Mal in dieser Saison passiert.“

Zu allem Überfluss verweigerte Schiedsrichter Robin Delfs in der Schlussphase „einen klaren Elfmeter“, so Steinberger. „Gefühlt hatten wir mindestens zehn klare Torchancen. Deshalb ist es extrem bitter, dass das Spiel 1:1 endet.“ Es sei eine absolut undankbare Aufgabe gegen die bereits als Absteiger feststehenden Stuttgarter Kickers gewesen. „Ich habe im Vorfeld versucht, den Druck rauszunehmen. Die Jungs haben das gut gemacht, sich aber dafür nicht belohnt.“

Nach dem Remis gegen die Schwaben ist Steinberger als Psychologe gefragt. „Wir müssen das Spiel bis morgen abschütteln, dann am Samstag Karlsruhe schlagen und schauen, was am letzten Spieltag passiert.“ Gegen den KSC braucht die U19 eine ähnlich starke Unterstützung wie gegen die Kickers. 650 Zuschauer trieben das Team unentwegt nach vorne.

STENOGRAMM: 24. Spieltag, 23.04.2017, 14 Uhr

1860 München - Stuttgarter Kickers 1:1 (0:0)

1860: Kretzschmar - Plattenhardt, Flath (83., Flath), Hepp, Jakob - Dressel, Tempelmann, Gambos - Justvan (90., Heigl), Zimmermann (46., Braun), Haas (76., Mathis).

Tore: 1:0 Justvan (90.+1), 1:1 Kasiar (90. + 3).
Gelbe Karten: - Wiesheu, Seltenreich, Juric.
Zuschauer: 650 im Grünwalder Stadion.
Schiedsrichter: Robin Delfs; Kaan Haydan, Patrick Rudolf.

 

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Spielbericht Spieltag 24

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