SECHZIGMÜNCHEN.
 

Löwen bezwingen chinesischen Erstligisten 2:1.

Rudelbildung in der 28. Minute: Selbst Trainer Daniel Bierofka kam auf den Platz, um die Gemüter zu beruhigen. 

Die Löwen gewannen auch den zweiten und letzten Test im Trainingscamp in Oliva gegen den chinesischen Erstligisten Beijing Renhe FC. Die frühe Führung durch Simon Seferings (8.) glich Zhu Baojic in der 23. Minute aus. Die Entscheidung fiel nach einer Ecke von Nico Andermatt, als Keeper Lie Zhang den Ball in den Rücken eines Mitspielers faustete und er von dort den Weg ins Tor fand (76.).

Trainer Daniel Bierofka musste beim zweiten Testspiel im Trainingslager im spanischen Oliva auf den bereits nach Hause gereisten Timo Gebhart (Achillessehnenentzündung) sowie Nicholas Helmbrecht (Patellasehnenspitzensyndrom) und Lukas Aigner (beide muskuläre Probleme) verzichten. Michael Görlitz und Aaron Berzel wurden geschont. Auch die beiden Torhüter Alexander Strobl und Johann Hipper kamen nicht zum Einsatz.

Die Löwen besaßen die erste Chance des Spiels. Sascha Mölders war seinem Gegenspieler entwischt, zog am Strafraum unter Bedrängnis ab, scheiterte aber mit seinem Schuss an Keeper Lie Zhang (3.). Und auch an der nächsten Szene war der 1860-Torjäger beteiligt. Mölders machte den Ball fest, legte anschließend mit viel Übersicht auf Simon Seferings zurück. Der zog aus 20 Metern ab. Leicht abgefälscht fand die Kugel den Weg zum 1:0 ins Tor der Pekinger (8.). Erstmals ernsthaft wurde Hendrik Bonmann in der 18. Minute geprüft. Rao Weihui probierte es aus 18 Metern, aber der 1860-Keeper holte den Schuss aus dem Eck. Die Chinesen drückten in der Folge auf den Ausgleich und wurden in der 23. Minute belohnt. Wang Gang spielte den Ball parallel zur Torlinie und Zhu Baojic wuchtete die Kugel am zweiten Pfosten über die Linie zum 1:1. Richtig zur Sache ging es fünf Minuten später: Nach einem Foul an Seferings gerieten Mölders und Sturmtank Ayovi aneinander. Sogar Löwen-Coach Daniel Bierofka kam zum Schlichten auf den Platz. Schiedsrichter Joan Mateo Senon verteilte Gelbe Karten an die Streithähne, bevor es wieder weiterging (28.). Mölders konnte in der 40. Minute nur mit einem Foul kurz vorm Strafraum gebremst werden. Den fälligen Freistoß führte Christian Köppel aus, ein Renhe-Spieler in der Mauer wehrte den Schuss mit dem Ellenbogen ab, doch der Unparteiische ließ weiterspielen. Kurz vor dem Pausenpfiff kamen die Chinesen nochmals zu einer Großchance. Ayvoi, im Sommer für fast 4 Millionen Euro zum Renhe FC gewechselt, lief alleine auf Bonmann zu. Der Löwen-Keeper blieb lange stehen, wehrte den Schuss des Argentiniers ab (45.). So ging es mit 1:1 in die Pause.

Daniel Bierofka brachte zur 2. Halbzeit bis auf Daniel Wein eine komplett neue Elf aufs Spielfeld. Sofort übernahmen die Sechzger das Kommando. In der 49. Minute verfehlte Nico Andermatt mit einem 25-Meter-Schuss nur knapp das rechte Kreuzeck. Drei Minuten später flankte Noel Niemannvon rechts gefährlich vors Tor, fand aber mit seinem Zuspiel keinen Abnehmer (52.). Ugur Türk versuchte es in der 54. Minute mit einem Schuss von der Strafraumgrenze, aber Lie Zhang streckte sich, hielt die Kugel fest. Auch Nono Koussou scheiterte am Keeper der Chinesen, nachdem er am Strafraumeck einen Gegner ausgedribbelt hatte und dann aufs kurze Eck zielte (57.). Auch Niemann traf mit seinem Abschluss nur das Außennetz (62.). In der 76. Minute wurden die Löwen für ihren forschen Auftritt in der 2. Halbzeit belohnt. Eine Andermatt-Ecke faustete Keeper Lie Zhang auf den Rücken eines Kollegen. Von dort fand der Ball zum 2:1 den Weg ins Tor. Der junge Niemann erkämpfte sich in der 82. Minute im gegnerischen Strafraum den Ball, wurde anschließend zu Fall gebracht, aber erneut blieb die Pfeife des Schiedsrichters stumm. So blieb es beim verdienten 2:1-Erfolg gegen den chinesischen Erstligisten.

„Wir sind sicher auf dem richtigen Weg“, so das Resümee des Sportlichen Leiters Günther Gorenzel. „Die Dinge, an denen der Trainer mit seinem Team akribisch arbeitet, werden von Tag zu Tag besser. Natürlich ist das ein Entwicklungsprozess. In der 1. Halbzeit hätten wir in einigen Situationen den Ball besser kontrollieren können“, monierte der 46-Jährige, „dann hätten wir früher Ruhe ins Spiel bekommen. Die Mannschaft der ersten Hälfte ist vor allem über die Kompaktheit gekommen. Nach der Pause haben wir dann den Ball sehr gut kontrolliert. Vielleicht hätten wir final noch mit mehr Zug in die Box hinein spielen können“, hielt sich die Kritik des Österreichers jedoch in Grenzen. „Aber das sind Kleinigkeiten, an denen wir noch arbeiten werden.“

„Der Ball war gut abgelegt, ich habe einfach draufgehalten und hatte auch das Glück, dass er noch abgefälscht wurde“, beschrieb Simon Seferings das 1:0. „Natürlich war es etwas Besonderes. Es war mein erstes Tor nach langer Zeit.“ Über ein Jahr war der 22-Jährige verletzt, stieg erst zur Vorbereitung auf die Restrunde wieder ins Mannschaftstraining ein. „Für mich ist es eine Belohnung für das harte Training der letzten Monate.“ Seferings sprach von einem gelungenen Test. „Gerade aus den Fehlern lernt man gegen einen solchen Gegner. Die werden dann direkt bestraft“, sagte er mit Blick auf das zwischenzeitliche 1:1. Der Mittelfeldspieler hat den Kampf um einen Stammplatz aufgenommen. „Ich fühle mich gut, bin fit und das Knie hält. Der Rest liegt beim Trainer. Ich gebe alles und denke, dass ich dann auch realistische Chancen habe, auf meine Einsatzzeiten zu kommen. Noch bin ich nicht bei 100 Prozent. Da fehlt noch einiges. Aber die Automatismen und die Fitness werden durch die Matches immer besser.“

STENOGRAMM, Testspiel 06.02.2018, 15.30 Uhr

1860 München – Beijing Renhe 2:1 (1:1)

1860, 1 Halbzeit: 39 Bonmann (Tor) – 2 Weeger, 4 Weber, 6 Mauersberger, 11 Köppel – 17 Wein, 8 Seferings – 16 Kindsvater, 18 Karger – 24 Ziereis, 9 Mölders.
1860, 2. Halbzeit: 1 Hiller (Tor) – 25 Genkinger, 17 Wein, 36 Steinhart, 44 Klassen – 5 Andermatt, 14 Dressel – 31 Koussou, 46 Niemann – 21 Türk, 33 Bachschmid.

Renhe: 12 Lie Zhang (Tor) – 3 Boyang Liu, 29 Jian Liu, 6 Wang Qiang, 31 Rao Weihui – 8 Wang Xuanhong, 13 Shi Liang, 22 Wang Gang, 10 Ivo – 17 Ayovi, 11 Zhu Baojic.
Ersatz: 1 Xu Jiamin (Tor) – 4 Luo Xin, 5 Wan Houliang, 14 Yang Yihu, 18 Han Xuan, 19 Chen Liming, 20 Cao Yongjing, 26 Zhang Yufeng.

Tore: 1:0 Seferings (8.), 1:1 Zhu Baojic (23.), 2:1 Eigentor (76.).
Gelbe Karten: Mölders – Ayovi.
Zuschauer: 200 Oliva Nova Beach & Golf Resort .
Schiedsrichter: Joan Mateo Senon; Assistenten: Vicente Almarohe Gonzalez, Juan Morillo Gregorio (alle Vallencia).

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