SECHZIGMÜNCHEN.
 

Löwenstüberl-Wirtin Christl Estermann geht in den wohlverdienten Ruhestand.

Für Kult-Wirtin Christl Estermann ist am Jahresende Schluss. Sie geht in den Ruhestand. 

Christl Estermann ist eine Institution. Nach über zwei Jahrzehnten als Wirtin des Löwenstüberls sagt sie nun zum Jahresende „Servus“, geht mit 75 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand. 

„Es ist natürlich sehr schade, dass eine solche Ära zu Ende geht“, sagt Michael Scharold, „aber wir müssen die Entscheidung akzeptieren“, spricht der 1860-Geschäftsführer den vielen treuen Besuchern und Stammgästen aus dem Herzen.

Christl Estermann zählte über die Jahre zu den wenigen Konstanten im Sechzger-Umfeld. Präsidenten, Trainer und Spieler kamen und gingen, aber die Löwenwirtin war immer da. Unter ihrer Leitung entwickelte sich das Stüberl auf dem Trainingsgelände an der Grünwalder Straße 114 zur Kultstätte – nicht nur für Löwen-Fans. Für jeden hatte die Münchnerin ein offenes Ohr, ratschte mit ihren Gästen und baute sie mit aufmunternden Worten auf, wenn es mal nicht rund lief. Gerade nach dem Doppelabstieg und der Rückkehr ins Grünwalder Stadion entwickelte sich das Löwenstüberl wieder zu einem Hoffnungsort, wo sich Gleichgesinnte trafen. Ähnlich wie in den 1990er Jahren, als der Verein von der Bayernliga in die Bundesliga durchmarschierte.

Damals fanden die Presserunden noch am Stammtisch des Stüberls statt. Der „Expresso“ für Trainer Werner Lorant stand bereits an seinem Platz. Die Spieler schauten vorbei, bestellten einen Teller Schinkennudeln, die Spezialiät des Hauses. Selbst Weltmeister Thomas Häßler saß regelmäßig gleich links neben dem Eingang am ersten Tisch, genoss die heimelige Atmosphäre.

Schon vor zwei Jahren hatte Christl gekündigt, ließ sich dann aber zum Weitermachen überreden. Nun ist endgültig Schluss! „Sechzig und das Löwenstüberl sind sicherlich ein großer Teil meines Lebens und ich komme jeden Tag mit viel Freude hierher“, sagt sie. „Aber man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Und mit der Rückkehr ins Grünwalder und dem Aufstieg in die 3. Liga waren insbesondere die letzten eineinhalb Jahre nochmals ein gebührender Abschied. Jetzt ist es Zeit für einen neuen Abschnitt in meinem Leben.“

Doch bis dahin bleibt für alle Fans genügend Zeit, sich von der Wirtin des Stüberls gebührend zu verabschieden. In den kommenden Wochen werden sicher die Plätze im Stüberl nochmal etwas knapper. „Und zum großen Abschied planen wir auch noch ein Abschiedsfest mit und für die Christl. Näheres werden wir zu gegebenem Zeitpunkt bekanntgeben“, so Michael Scharold.

Und eins steht schon fest, egal, wer das Löwenstüberl im kommenden Jahr übernimmt: Zu beneiden ist der neue Pächter nicht, denn die Christl ist kaum zu ersetzen!

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