SECHZIGMÜNCHEN.
 

Die sieben Neuen der 3. Liga – Teil eins: Chemnitzer FC.

Über ein Drittel der Klubs ist neu in der 3. Liga: Rückkehrer Chemitzer FC. 

Drei Absteiger, vier Aufsteiger: Der Umbruch in der 3. Liga zur Saison 2019/2020 ist gewaltig. Wir stellen Euch die sieben neuen Klubs – FC Ingolstadt, 1. FC Magdeburg, MSV Duisburg, SV Waldhof Mannheim, FC Viktoria Köln, Chemnitzer FC, FC Bayern München II – nacheinander vor.

Die sofortige Rückkehr in die 3. Liga hätte dem Chemnitzer FC kaum einer zugetraut. Am 10. April 2018 hatte der Verein Insolvenz angemeldet. Die Folge: Neun Punkte Abzug in der laufenden Saison und am Ende der Abstieg in die Regionalliga.

Das Insolvenzverfahren wurde am 29. Juni 2018 eröffnet mit Klaus Siemon als Verwalter. Zuvor war Sportdirektor Steffen Ziffert bereits zurückgetreten. Ex-Profi Thomas Sobotzik, eigentlich erst für die Saison 2018/2019 auf dieser Position vorgesehen, übernahm sofort.

Innerhalb kürzester Zeit stellte der frühere Bundesliga-Profi (u.a. Eintracht Frankfurt, 1. FC Kaiserslautern, SpVgg Unterhaching) eine konkurrenzfähige Mannschaft um das verbliebene Duo, Kapitän Dennis Grote und Torjäger Daniel Frahn, auf die Beine. Alle anderen Spieler wurden neu geholt, vorwiegend aus der Regionalliga.

Ebenfalls geblieben war das Trainerteam mit David Bergner und Sreto Ristic. Sie formten aus den vielen Neuen schnell eine Mannschaft, die eine beeindruckende Serie zum Start hinlegte: 15 Siege am Stück feierten die Sachsen, gingen mit zehn Punkten Vorsprung vorm Berliner AK in die Winterpause.

Nur einmal geriet der Aufstieg in Gefahr. Das lag aber weniger an der Leistungsfähigkeit des Teams, sondern hatte andere Gründe. Beim Heimspiel am 9. März 2019 fand auf der Südtribüne eine Choreo mit Schweigeminute für einen verstorbenen Neonazi statt. Das führte zu bundesweiten Schlagzeilen und Protesten, Entlassungen und Anzeigen. Die Mannschaft kam dadurch aus dem Tritt, es dauerte einige Zeit, bis der Fokus wieder auf dem Fußball lag. „Wie meine Spieler das alles weggesteckt haben, hat mich sehr beeindruckt“, so Trainer Bergner gegenüber dem kicker. Am 32. Spieltag mit dem 1:1 gegen Meuslewitz war der Aufstieg perfekt. Anschließend qualifizierte sich Chemnitz auch noch durch einen 2:0-Sieg im Landespokal-Finale über den FSV Zwickau für den DFB-Pokal.

Der 45-jährige Sobotzik lobte die Mannschaft für eine Saison am absoluten Limit. „Noch ein Jahr mit diesen Nebenkriegsschauplätzen können wir uns aber nicht leisten. Das wird auf Dauer nicht funktionieren“, betont er. „Wir sind nicht so gut, sowohl finanziell als auch sportlich, dass man diesen Erfolg als selbstverständlich ansehen oder gar voraussetzen kann“, tritt der gebürtige Pole kräftig die Euphoriebremse.

Der Ex-Profi, der 134 Bundesligaspiele (19 Tore) und 110 Zweitligapartien (17) bestritt, setzt aufgrund fehlender finanzieller Mittel auf das Wir-Gefühl: „Ich hoffe, dass wir als Region zusammenrücken und die 3. Liga gemeinsam als Chance begreifen. Es gibt viele Vereine, die mit Unmengen Geld versuchen, aus der Regionalliga herauszukommen. Wir haben die Gunst der Stunde genutzt, sind ohne Relegation direkt aufgestiegen und müssen jetzt etwas daraus machen.“

Die erste Hürde haben die Sachsen mit der Zulassung für die 3. Liga genommen. „Es gab noch nie einen Klub, der nach und während einer Insolvenz aufgestiegen ist“, verkündet Sobotzik stolz. Das Thema ist aber längst nicht vom Tisch. Seit 1. Januar diesen Jahres liegt das Spielrecht bei der CFC Fußball GmbH. Insolvenzverwalter Siemon hatte die Neugründung gegen alle Widerstände durchgesetzt. Mehrheitseigner an der GmbH ist der insolvente CFC e.V. (51 Prozent).

DATEN & FAKTEN
Name Chemnitzer FC
Gründung 15. Januar 1966
Mitglieder 2.122 (01.12.2016)
Vereinsfarben himmelblau-weiß
Stadion Stadion Chemnitz (15.000 Plätze)
Trainer David Bergner(seit 06.01.2018
Letzte Saison 1. Platz Regionalliga Nordost mit 77 Punkten aus 34 Spielen (Torverhältnis: 82:36)
Bester Torschütze Daniel Frahn (24 Treffer)
Bilanz CFC gegen Sechzig 4 Spiele, 1 Sieg, 2 Unentschieden, 1 Niederlage, Torverhältnis: 6:4
Letzte Begegnung 4. Juni 1994 im Grünwalder Stadion vor 28.000 Zuschauern. Nach der Führung von Steven Zweigler (7.) trafen Bernhard Trares (28.) und Bernhard Winkler (65.und 67.) zum 3:1-Sieg der Löwen

TRANSFERS
Zugänge:
Clemens Schoppenhauer (VfR Aalen), Marcelo de Freitas (FC Energie Cottbus), Tarsis Bonga (FSV Zwickau), Nils Blumberg (Hertha BSC II), Georgi Sarmov (Etar Veliko Tarnovo)
Abgänge: Dennis Grote (Rot-Weiss Essen), Liridon Vocaj (unbekannt), Michael Blum (unbekannt), Lucas Hiemann (unbekannt), Valentino Schubert (unbekannt), Deji Bayreuther (Eintracht Frankfurt/Leihende)

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