SECHZIGMÜNCHEN.
 

Köllner: „Wir haben in der 1. Halbzeit eine höhere Führung verpasst.“

Sah seine Mannschaft vor der Pause griffig und kompakt: Löwen-Trainer Michael Köllner. 

Löwen-Trainer Michael Köllner und Schanzer Coach Jeff Saibene waren sich einig, ein intensives, emotionales Derby gesehen zu haben. Wieso erneut in Überzahl eine Führung verspielt wurde, darüber konnten die Sechzger nur spekulieren.

Löwen-Cheftrainer Michael Köllner hatte ein „intensives, emotional packendes“ Spiel gesehen. „Wir hatten es uns nicht ausgemalt, dass es so heiß hergeht.“ Vorher hätte er eine Punkteteilung beim Tabellenzweiten unterschrieben, nach dem Spielverlauf sei mehr drin gewesen. „In der 1. Halbzeit haben wir es verpasst, das dritte oder vierte Tor nachzulegen“, trauert der 49-Jährige den verpassten Möglichkeiten hinterher. „Wir wussten, dass Ingolstadt mit Kutschke bei hohen Bällen brandgefährlich ist. So haben wir dann auch in der 2. Halbzeit den Ausgleich kassiert.“ Die Spielhärte zeigte Wirkung. Köllner muss einige Ausfälle für das letzte Spiel des Jahres in Münster befürchten. Definitiv fehlen wird Daniel Wein wegen seiner fünften Gelben Karte, dazu kommen Verletzte. „Herbert Paul hatte eine stark blutende Wunde am Kopf. Er wurde noch in der Kabine genäht. Auch bei Felix Weber müssen wir in den nächsten Tagen schauen“, so Köllner. Dazu humpelte Aaron Berzel, der nach dem Foul von Maxi Beister bis zum Schluss durchhielt, nach der Partie vom Spielfeld. Trotzdem ist Köllner optimistisch. „Die Spieler, die heute bei mir das erste Mal von Beginn an spielten, haben ihre Sache gut gemacht.“ Nach den Ausfällen von Stefan Lex oder Tim Rieder hätte wohl kaum einer gedacht, „dass wir so griffig spielen, so kompakt stehen. Das haben uns die wenigsten zugetraut.“ Zum zweiten Mal nacheinander gaben die Löwen in Überzahl den Sieg aus den Händen. Damit will sich der Trainer die kommenden Tage beschäftigen. „Bei Ingolstadt muss man aber auch die Qualität des Gegners sehen“, befand er. „Aber wir haben noch einige Arbeit vor uns, müssen noch an der einen oder anderen Schraube drehen. Trotzdem sind wir heute sehr reif und abgeklärt aufgetreten.“

SPIELBERICHT Löwen holen beim 2:2 Punkt beim Tabellenzweiten Ingolstadt.

Auch Ingolstadts Coach Jeff Saibene hatte „viele Emotionen“ im Spiel gesehen. „Die 1. Halbzeit war der Gegner präsenter, obwohl wir in Führung gegangen sind. Der Rückstand zur Pause war in Ordnung“, gab er offen zu. In der Kabine hätte sich das Team viel vorgenommen. „Aber wir mussten erst die Rote Karte bekommen, um gut Fußball zu spielen“, kritisierte er seine Mannschaft. Sein Fazit der 90 Minuten: „Sechzig war die 1. Halbzeit überlegen, wir die zweite Hälfte. Deshalb geht die Punkteteilung in Ordnung!“.

„Das ist ärgerlich, wenn du in Überzahl so ein Ei kriegst“, echauffierte sich 1860-Verteidiger Aaron Berzel. „Das Positive ist, dass wir weiter ungeschlagen sind. Nun müssen wir das Ganze in Münster vergolden“, blickt er nach vorne. Den Platzverweis gegen Beister fand Berzel gerechtfertigt: „Er trifft mich mit offener Sohle am Sprunggelenk. Ohne Tape wäre es durch gewesen!“ Die 1. Halbzeit fand der Kurpfälzer stark. „Trotz des frühen Rückstands marschieren wir weiter nach vorne und sind aggressiv. Wir haben uns nicht versteckt, sondern haben dagegengehalten. Es war eine Schlacht.“ Das Team hätte gezeigt, was in der 3. Liga gefordert ist: „Das war Männerfußball!“ Ärgerlich fand der Verteidiger, dass man erneut eine Führung in Überzahl nicht über die Zeit gebracht hatte. „Wir sind sicher nicht hierher gefahren, um 2:2 zu spielen.“ Erstmals stand Berzel unter Köllner in der Startelf und dankte es ihm mit einer sehr guten Leistung. „Ich habe mich hinten angestellt, die Situation angenommen, wie sie ist, aber immer gezeigt, dass ich spielen will.“

Gleich drei Monate war Efkan Bekiroglu wegen einer Verletzung raus. Zumindest in der 1. Halbzeit war davon nichts zu merken. „Bei der Kulisse habe ich die zweite und dritte Luft bekommen“, erklärte er, gab aber offen zu, dass die 2. Halbzeit „schwierig war. Nach der Roten Karte hätten wir das 3:2 machen müssen“, übte er Selbstkritik. „Es sind Kleinigkeiten, die fehlen. Wir belohnen uns einfach nicht. Deshalb ist es brutal ärgerlich“, charakterisierte er das Remis. „Ich will jedes Spiel gewinnen, deswegen bin ich nicht zufrieden.“ Vor die Stürmer stellte sich Bekiroglu schützend. „Sascha kann nicht jeden machen“, sagte er zur Chance von Mölders in der 26. Minute, „sonst wäre er schon bei 50 Toren“. Stürmer messe man immer an Toren, „aber was Ossi heute gelaufen ist, war sensationell“, nahm er auch Prince Owusu in Schutz.

Der bedankte sich bei der Mannschaft und beim Trainerteam, die ihn nach der durchwachsenen Leistung gegen Großaspach aufgebaut hatten und ihm erneut das Vertrauen schenkten. „Ich hatte immer Rückendeckung. Das letzte Spiel war nicht einfach zu verarbeiten“, so Prince Owusu. Der 22-Jährige war trotz seines Treffers und seiner Leistung „sehr enttäuscht. Wir haben es jetzt zweimal hintereinander nicht hinbekommen, in Überzahl den Sieg einzufahren. Deshalb ist keiner glücklich über den Punkt, auch wenn es beim Tabellenzweiten war. Ingolstadt ist abgezockt, das braucht man in der Liga“, sprach er das Defizit an. „Wir hätten mehr agieren müssen, als nur zu reagieren. Eigentlich wollten wir den Ball mehr laufen lassen. Ingolstadt hat lange Bälle gespielt. Darauf waren wir vorbereitet“, kritisierte er. „Machen wir das 3:1, wäre das Spiel gelaufen gewesen.“ Owusu rechnete hoch: „Wir haben jetzt zweimal zwei Punkte verschenkt. Das tut sehr weh. Wir hätten ein Ausrufezeichen setzen und mit vier Punkten mehr nochmals oben angreifen können.“

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