SECHZIGMÜNCHEN.
 

Verstärkungen im Winter nur als Vorgriff auf die neue Saison.

Michael Köllner (li.) und Günther Gorenzel (re.) wollen die Zielsetzung für die aktuelle Saison nicht revidieren. 

Nach drei Trainingstagen im neuen Jahr traten Günther Gorenzel, 1860-Geschäftsführer Sport, und Cheftrainer Michael Köllner erstmals 2020 gemeinsam vor die Presse. Dabei ging es unter anderem um den unerwarteten Geldsegen durch den Weigl-Transfer, die Vorbereitung und das Saison-Ziel.

Sportlich sei das vergangene Jahr „gut geendet“, zog Gorenzel eine positive Bilanz. Diesen Trend gelte es fortzusetzen und zu bestätigen. Dazu habe 2020 „aus kaufmännischer Sicht gut begonnen“. Der 48-Jährige sprach damit den Transfer von Julian Weigl von Borussia Dortmund zu Benfica Lissabon, an dem Sechzig durch eine Vertragsklausel an der Ablösesumme prozentual partizipiert. In diesem Zusammenhang lobt er die Arbeit des Nachwuchsleistungszentrums als „seit Jahren herausragend“.

Die zusätzlichen finanziellen Mittel erhöhen den Handlungsspielraum für die Zukunft. Mit den zuvor prognostizierten 2,4 Millionen-Euro-Etat wäre sicher keine sorgenfreie Saison möglich gewesen, wie der Österreicher bereits im vergangenen Jahr betonte. Gemeinsam mit dem kaufmännischen Geschäftsführer Michael Scharold hat Gorenzel die Budgets geplant – mit den Transfereinnahmen verteilt auf die folgenden beiden Jahre. Dieses soll in den kommenden Tagen mit den Gesellschaftern diskutiert und dann verabschiedet werden. Trotzdem stellt Gorenzel klar, dass der veranschlagte Etat für die Spielzeiten 2020/2021 und 2021/2022 noch unter dem aktuellen läge.

Ohnehin – und da ist sich der Sport-Geschäftsführer absolut mit Cheftrainer Köllner einig – mache eine Investition der zusätzlichen Einnahmen in der jetzigen Wintertransferperiode nur Sinn, „wenn du aufgrund deiner Zielsetzungen Kaderkorrekturen vornehmen musst“. Da dies nicht der Fall sei, wäre es allenfalls „als Vorgriff auf die Saison 2020/2021“ sinnvoll. „Aber im Winter ist der Markt sehr begrenzt“, äußert Gorenzel seine Bedenken.

So wird sich die Sportliche Leitung auf die kommende Spielzeit konzentrieren, Gespräche zuerst mit „eigenen Spielern“, deren Verträge auslaufen, führen und parallel mit interessanten externen Spielern. Gorenzel ist zuversichtlich, dass „viele Jungs aus der jetzigen Mannschaft auch im nächsten Jahr an Bord sein werden“. Er habe von den Spielern selbst und deren Berater positive Signale erhalten.

Trainer Köllner wünscht sich ein „löwenstarkes 2020“. Dafür sei noch im alten Jahr das Fundament gelegt worden, „obwohl wir viel improvisieren musste“. Der 50-Jährige verweist auf die Ausfälle von Stefan Lex und Tim Rieder. Im letzten Spiel seien dann noch Felix Weber, Herbert Paul und Daniel Wein hinzugekommen. „Auch das konnten wir kompensieren, indem wir improvisiert haben.“

Der Oberpfälzer bleibt Realist, wenngleich „manche mit Blick auf die Tabelle vom Aufstieg träumen“. Köllner mahnt eher Demut an. „Wir wissen, wo wir herkommen. Deswegen können wir nicht sagen, wir attackieren Platz eins bis drei.“ Trotzdem strebe jeder im Team das Maximale an. „Wir geben Tag für Tag Gas und sehen, was rauskommt. Sicher werde ich eine positive Entwicklung nicht bremsen.“

Für den 1860-Chefcoach geht es in erster Linie darum, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. „Wir wollen uns die Dinge in der Vorbereitung wie ein Hamster aneignen, um dann in der Rückrunde davon zu zehren.“ Spielerisch habe die Mannschaft bereits zugelegt, auch wenn er beim Münster-Spiel Abstriche machen müsse: „Das war fußballerisch aufgrund der Bedingungen dürftige Kost. Aber wir wollten die Punkte mitnehmen – egal wie!“ Dazu habe sich die Systematik mit zwei Stürmern positiv ausgewirkt. „Wir werden weiter hart und akribisch an der Weiterentwicklung arbeiten“, verspricht Köllner.

Der Trainer vertraut seinem Kader, sieht es eher kontraproduktiv, sollten Spieler im Winter hinzukommen. „Die Mannschaft ist kompakt aufgetreten. Dieses Gleichgewicht könnte durch einen neuen Spieler infrage gestellt werden.“ Gleichwohl freut auch er sich über den größeren Handlungsspielraum durch den Weigl-Transfer. „Dadurch können wir die neue Saison strategisch ganz anders angehen, beobachten und schauen, was sich auf dem Transfermarkt tut.“

Doch der Fokus liegt erst einmal auf dem Hier und Jetzt. In den nächsten Tagen erwartet Köllner Stefan Lex zurück im Mannschaftstraining zurück. Auch bei Tim Rieder „sieht es richtig gut aus. Er fährt schon wieder Fahrrad. Die medizinische Abteilung macht einen super Job“, lobt der Trainer.

Dazu versucht Köllner, junge Spieler weiterzuentwickeln und zu integrieren. Der 18-jährige Ahanna Agbowo aus der A-Jugend und der 16-jährige Maxim Gresler aus der U17 trainieren mit den Profis, fahren eventuell mit ins Trainingslager nach La Manga. „Die Beiden machen sich gut. Auf eigene Talent zu setzen, das wird der Weg sein, den wir in Zukunft einschlagen müssen“, erklärt der Fußball-Lehrer. „Für die Jungs ist das ein ungeheurer Impuls auf einem anderen Niveau. Sie sehen dabei, was an Tempo und Körperlichkeit gefordert wird.“

Für das Testspiel am Samstag, 11. Januar 2020, 13 Uhr, beim FC Wacker Innsbruck, dem einzigen in der Vorbereitung, sind sie kein Thema. „Ich habe genug Feldspieler“, sagt Köllner, der jedem 45 Minuten Einsatzzeit geben möchte, bevor es dann am Sonntag in die Sonne Spaniens geht.

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