SECHZIGMÜNCHEN.
 

Köllner: „Das ist eine harte Herausforderung, den 18er-Kader zu benennen.“

Trainer Michael Köllner hält große Stücke auf Phillipp Steinhart, der gegen Meppen ins Team zurückkehrt. 

Die Löwen spielen am Samstag, 15. Februar 2020, beim SV Meppen. Anpfiff in der Hänsch-Arena ist um 14 Uhr. Zu sehen ist die Partie live bei Magenta Sport. Für die Sechzger ist das Emsland ein Ort mit positiven Erinnerungen. Vor 26 Jahren machten sie dort den Durchmarsch von der Bayern- in die Bundesliga perfekt.

Bevor in der Spieltags-Presskonferenz der Fokus auf die anstehende Partie in Meppen gerichtet wurde, blickte der Geschäftsführer Sport, Günther Gorenzel, nochmals zurück auf die Bekanntgabe seines Kollegen Michael Scharold, am Ende der Saison bei den Löwen aufzuhören. „Es gilt jetzt, zeitnah einen Experten für den Finanzbereich zu finden, damit ich in meinem Geschäftsbereich die nötigen Entscheidungen treffen kann.“ Er selbst sei in intensivem Austausch mit dem Präsidium und Vertretern von Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik. „Je früher die Entscheidung fällt, umso besser.“ Denn die Planungen für die kommende Spielzeit laufen bereits auf Hochtouren. Der 47-Jährige hat mehreren Spielern, deren Verträge enden, bereits ein Angebot unterbreitet. „Wir können nur das Geld ausgeben, was wir auch einnehmen. Entsprechend laufen unsere Planungen.“

Sportlich läuft es derzeit rund. Seit zehn Spielen sind die Löwen ungeschlagen, zuletzt gab es aber zwei Unentschieden – jeweils nach Führung. Mancher, der mit dem Aufstieg liebäugelt, zeigte sich deshalb enttäuscht. So ganz kann Trainer Michael Köllner das nicht verstehen. „Am Anfang haben wir große Schritte gemacht. Zuletzt waren es kleinere Fortschritte als zu Beginn“, sagt er über seine Trainingsarbeit. Das sei aber normal. Trotzdem, so hätte die Analyse ergeben, wäre auch gegen die seit Mai 2018 auswärts ungeschlagenen Mannheimer ein Sieg möglich gewesen. „Es war ein überlegenes Spiel von uns, aber wir haben den Sack nicht zugemacht. Wir müssen uns qualitativ weiter steigern und solche Spiele finalisieren. Fußball ist kein Wunschkonzert.“

Gegen Meppen sei die Ausgangsposition ähnlich wie gegen Mannheim, auch das Spielsystem des Gegners sei vergleichbar. „Vorne müssen wir die Chancen verwerten und hinten die Fehler abstellen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass wir auch in Meppen punkten.“

Viel wird davon abhängen, wie weit die Löwen den 13-fachen SVM-Torschützen Deniz Undav aus dem Spiel nehmen können. „Ein klasse Spieler mit einem interessanten Werdegang“, findet Köllner. Bei Ligakonkurrent Eintracht Braunschweig war der 23-Jährige ausgemustert worden, „in Meppen spielt er eine super Saison. Ich bin von seiner Spielweise angetan.“

Doch der 50-jährige 1860-Chefcoach traut seinem Team zu, Undav vom Spiel „abzuschneiden. Wir arbeiten fleißig daran, damit wir einen guten Plan haben.“ Köllner verweist auf die Partien gegen Braunschweig und Waldhof, wo mit Marvin Pourie bzw. Valmir Sulejmani auch herausragende Stürmer weitgehend abgemeldet werden konnten.

Personell hat Köllner am Samstag die Qual der Wahl. Phillipp Steinhart kehrt nach Gelb-Sperre zurück und wird spielen, wenngleich der Trainer dessen Vertreter Leon Klassen eine gute Leistung gegen Waldhof attestiert. „Phillipp ist gesetzt, er hat die letzten Wochen starke Spiele gemacht.“ Für den 27-Jährigen sprächen seine Kopfballstärke, die Erfahrung und die Standards.

Doch es ist nicht die einzige schwere Entscheidung, die der Oberpfälzer treffen muss. Derzeit sind alle Spieler fit, auch Herbert Paul nimmt wieder am Mannschaftstraining teil. Ebenfalls geht er fest davon aus, dass Stefan Lex und Quirin Moll, die im Training beide einen Schlag abbekommen haben, am Samstag einsatzfähig sind. „Das ist eine harte Herausforderung, aus 29 Spielern den 18er-Kader zu benennen. Da darf man sich nicht von Namen leiten lassen, sondern muss schauen, wer sich anbietet und wer taktisch reinpasst.“

Für Köllner ist der Konkurrenzkampf für die Entwicklung förderlich. „Die Spieler, die die Nase vorne haben, müssen die Leistung in jedem Spiel und jedem Training bestätigen. Das ist ideal. Denn entweder werden sie von ihren Konkurrenten überholt oder zu noch besseren Leistungen angetrieben.“

Mittlerweile stehen auch die letzten langzeitverletzten Benjamin Kindsvater und Semi Belkahia auf dem Sprung, Tim Rieder ist vielleicht schon ein Kandidat für Meppen. Die personelle Breite hat der sportlichen Führung Recht gegeben, im Winter keine neuen Spieler zu verpflichten, zumal Köllner ausreichend Entwicklungspotential sieht. „Vielleicht können wir noch oben angreifen. Aber unser erstes Saisonziel ist, die Klasse zu sichern“, will der Trainer den ersten nicht vor dem zweiten Schritt gehen. „Wir brauchen so schnell wie möglich 46, 47 oder 48 Punkte, um nichts dem Zufall zu überlassen“, so sein Credo.

Damit alle Spieler im Rhythmus bleiben, wurde kurzfristig für Sonntag, 16. Februar, ein Testspiel anstelle des Spielerersatztrainings gegen Bayernligist TSV 1865 Dachau angesetzt. Gespielt wird um 11.30 Uhr in der Sportschule Oberhaching. „Das ist gut für die Jungs, damit sie sich im Wettkampf zeigen können.“

Zuvor steht aber die Reise ins Emsland an. Für Köllner ist es eine Premiere. Noch nie war er dort. „Der SV Meppen spielt eine wichtige Rolle in der Region, ich freue mich darauf, dort trotz der problematischen Anreise zu spielen.“ Die Mannschaft reist am Freitag per Flieger zuerst nach Münster, anschließend steht eine 90-minütige Busfahrt auf dem Programm. Das gleiche Prozedere erwartet die Profis bei der Rückreise – hoffentlich dann mit einem Erfolg im Gepäck!

MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN

SVM: 32Domaschke (Tor) – 15 Ballmert, 4 Osee, 22 Puttkammer, 7 Amin – 16 Egerer, 8 Leugers – 18 Guder, 14 Evseev, 19 Rama – 9 Undav.
Ersatz: 12 Harsman (Tor) – 3 Jesgarzewski, 10 Tankulic, 17 Kremer, 21 Bredol, 23 Tattermusch, 25 Andermatt, 26 Düker, 27 Vrzogic, 29 El-Helwe. , dass wir in Meppen punkten
Nicht dabei: 6 Komenda (Innenbanddehnung Knie), 11 Piossek (Adduktorenabriss), 20 Kleinsorge (Muskelfaserriss).

1860: 1 Hiller (Tor) – 22 Berzel, 17 Wein, 13 Erdmann – 25 Willsch, 20 Bekiroglu, 14 Dressel, 36 Steinhart – 7 Lex – 9 Mölders, 19 Niemann.
Ersatz: 39 Bonmann, 40 Kretzschmar (beide Tor) – 2 Weeger, 3 Land, 4 Weber, 5 Moll, 8 Seferings, 10 Gebhart, 11 Greilinger, 18 Karger, 21 Owusu, 23 Rieder, 24 Ziereis, 28 Paul, 33 Klassen, 34 Böhnlein.
Nicht dabei: 16 Kindsvater (Aufbautraining), 27 Belkahia (Aufbautraining).

Schiedsrichter: Robin Braun (Wuppertal); Assistenten: Kevin Domnick (Mülheim a.d. Ruhr), Florian Visse (Ibbenbüren).

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