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Köllner vor Haching: „Ich werde nicht fahnenflüchtig!“

Dennis Dressel (Mitte) ist für Trainer Michael Köllner exemplarisch für die Entwicklung der Löwen-Mannschaft unter seiner Regie. 

Nach dem Stadtderby geht es gleich mit dem S-Bahn-Derby weiter. Am Samstag, 27. Juni 2020, Anpfiff 14 Uhr, empfangen die Löwen auf Giesings Höhen die SpVgg Unterhaching. Magenta Sport überträgt das Spiel live.

SECHZIG - Das Löwenmagazin gegen SpVgg Unterhaching ist online.

Die Niederlage gegen die kleinen Bayern wirkt sich bei Michael Köllner nicht negativ auf seine Derbylust aus. Diese sei nach wie vor groß, erklärte der 1860-Chefcoach, „die wird sich in den nächsten Stunden noch aufbauen“. Er habe erst einige Zeit gebraucht, um die Enttäuschung aus dem Stadtderby zu verkraften. „Das zieht einem schon runter. Wir haben alles in diesem Spiel gegeben, den Gegner gut angelaufen, gut gepresst. Leider haben wir die Angriffe nicht zielgerichtet zu Ende gespielt, die nötige Konsequenz im letzten Drittel vermissen lassen. Aber im Sport muss man mit Enttäuschungen leben können.“

Abhaken und nach vorne schauen lautet das Motto des Oberpfälzers. „Jetzt geht’s gegen Unterhaching. An das Hinspiel haben wir gute Erinnerungen.“ Es war die zweite Partie unter seiner Regie. Sascha Mölders erzielte in der Nachspielzeit den vielumjubelten Siegtreffer zum 3:2.

Vor dem letzten Aufeinandertreffen waren die Vorzeichen andere. Während die Vorstädter nur einen Punkt hinter Platz zwei rangierten, lagen die Löwen auf Rang 14, orientierten sich eher nach unten. Mittlerweile stehen sie zwei Punkte vor den Hachingern, sind längst aller Abstiegssorgen ledig. Leichter wird es dadurch nicht. „Beide Teams wollen für ihre Fans gewinnen“, weiß der Oberpfälzer Köllner. Besonders die Hachinger stehen unter Druck. Rangierten sie nach dem Sieg gegen Großaspach zum Re-Start auf Platz zwei, warten sie seit sieben Spielen auf einen Dreier. Köllner spricht deshalb von einer „schwierigen Phase beim Gegner“.

Der Löwen-Coach hält nichts davon, in den letzten Partien allen Spielern im Kader nochmals Einsatzzeit zu geben. Auch wenn sein Team fünf Punkte hinter dem Relegationsplatz liegt, hat er noch ein Fünkchen Hoffnung. „Man weiß nie, was noch möglich ist. Im Fußball hat man alles schon erlebt. Deswegen wollen wir aus den letzten drei Spielen die maximalen Punkte holen. Aber jetzt geht’s erst mal mit voller Konzentration gegen Unterhaching. Da wollen wir alles wieder reinwerfen."

Konzentration ist ein wichtiges Stichwort! Die hatte im Stadtderby in der Nachspielzeit der ersten Hälfte gefehlt, als Okyere Wriedt zehn Sekunden vor dem Pausenpfiff das 1:1 erzielte. „Das ärgert dich, weil wir nicht gut verteidigt haben.“ Entsprechend wütend sei er in die Kabine gegangen, weil sich sein Team für die guten ersten 45 Minuten nicht belohnt habe. „Wir hätten nach der Führung das 2:0 draufpacken müssen, Bayern war beeindruckt.“ Sein Team hätte aber auf den Ausgleich in der 2. Halbzeit gut reagiert. „So um die 70. Minute hatten wir zwei gute Chancen in Überzahl.“ Das Tor machte dann aber erneut der Gegner.

Gegen Unterhaching kann Köllner wieder aus dem Vollen schöpfen. Bis auf Semi Belkahia sind alle Mann an Bord. Wichtig ist, dass Marius Willsch nach seinem Magen-/Darm-Infekt gegen seinen Ex-Klub wieder spielen kann. Erneut kündigte der Löwen-Trainer Veränderungen an. „Wir spielen weiter, als ob es um alles geht und wollen den Fans ein gutes Spiel liefern.“

Zuletzt wurde im Internet kolportiert, dass Zweitligist FC St. Pauli Interesse an Trainer Köllner zeige. Der Coach hatte auf diese Frage bei der Spieltags-Pressekonferenz bereits gewartet, reagierte darauf belustigt. „Mache ich den Eindruck, dass ich fahnenflüchtig werde“, scherzte er. „Ich habe hier noch Vertrag – mehr gibt’s nicht zu sagen. Für mich zählt im Moment nur das Spiel gegen Unterhaching!“

Er fühle sich bei den Löwen rundum wohl. „Ich bin stolz auf die Mannschaft, dass wir eine entspannte Saison gespielt und uns super entwickelt haben.“ Als Beispiel aus seinem 28er-Kader pickte Köllner Youngster Dennis Dressel heraus. „Wie er gegen Bayern gespielt hat: Hut ab! Und solche Spieler gibt’s viele.“

Das lässt darauf schließen, dass der Fußball-Lehrer noch einiges in Giesing bewegen möchte. „Das war bisher eine super schöne Zeit bei Sechzig. Natürlich wäre ich gerne aufgestiegen. Aber Fußball ist kein Wunschkonzert. Mittelfristig“, daraus macht er keine Hehl, „will ich Sechzig in die Zweite Liga bringen. Günther Gorenzel kämpft dafür, dass wir nächste Saison gute Möglichkeiten haben.“

Damit leitete der Trainer gekonnt den Ball weiter zum Sport-Geschäftsführer. „Es ist in jedem Gesellschaftsbereich so, dass die Politik den Rahmen vorgibt“, sagte dieser fast entschuldigend. Das sei auch beim TSV 1860 nicht anders. „Derzeit wird an vielen Lösungsvorschlägen gearbeitet. Aber durch Corona hat alles zwei Monate geruht.“

Auch wenn der Etat für die Spielzeit 2020/2021 nicht feststeht, ist Gorenzel zuversichtlich, „dass wir auch in der kommenden Saison eine ordentliche Mannschaft haben.“ Diese wird zwangsläufig ein anderes Gesicht zeigen, „weil sich einige Spieler bereits für andere Vereine entschieden haben“. Die Moral sei trotz der ungeklärten Situation intakt. „Die Mannschaft zeigt Charakter. Es hat nie an Einsatz und Laufbereitschaft gemangelt, auch wenn für viele Spieler die Ungewissheit belastend ist.“

MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN

1860: 1 Hiller (Tor) – 22 Berzel, 17 Wein, 13 Erdmann – 25 Willsch, 23 Rieder, 14 Dressel, 36 Steinhart – 20 Bekiroglu – 9 Mölders, 7 Lex.
Ersatz: 39 Bonmann, 40 Kretzschmar (beide Tor) – 2 Weeger, 3 Lang, 4 Weber, 5 Moll, 8 Seferings, 10 Gebhart, 11 Greilinger, 16 Kindsvater, 18 Karger, 19 Niemann, 21 Owusu, 24 Ziereis, 28 Paul, 33 Klassen, 34 Böhnlein.
Nicht dabei: 27 Belkahia (muskuläre Probleme).

UHG: 1 Mantl (Tor) – 23 Schwabl, 4 Winkler, 25 Grauschopf, 8 Dombrowka – 35 Fuchs, 26 Stierlin – 19 Krauß, 10 Hufnagel, 31 F. Müller – 11 Dietz.
Ersatz: 22 Kroll (Tor) – 7 Stroh-Engel, 13 J.-P. Müller, 15 Greger, 21 Bigalke, 27 Heinrich, 28 Turtschan, 29 Schröter, 32 Bacher, 36 Haimerl.
Nicht dabei: 5 Welzmüller (Muskelbündelriss im Oberschenkel), 6 Endres (Bänderriss im Knöchel), 9 Hain (Daumenbruch), 17 Bandowski (Knieprobleme), 20 Stahl (Kreuzbandriss), 30 Marseiler (Aufbautraining).

Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach); Assistenten: Jochen Gschwendtner (Eggenfelden), Markus Huber (Wurmannsquick).

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