SECHZIGMÜNCHEN.
 

Kölner warnt: „GroSSaspach spielt ohne Druck.“

Für Löwen-Trainer Michael Köllner sind Dennis Dressel (li.) und Fabian Greilinger die „Zukunft von Sechzig“. 

Die 3. Liga biegt auf die Zielgerade ein. Zum letzten Auswärtsspiel reisen die Löwen zur SG Sonnenhof Großaspach. Anpfiff in der WIRmachenDRUCK Arena ist am Mittwoch, 1. Juli 2020, 18.60 Uhr. Magenta Sport überträgt die Partie live.

1860-Chefcoach Michael Köllner nahm die Gelegenheit bei der Spieltags-Pressekonferenz wahr, um sich beim scheidenden kaufmännischen Geschäftsführer Michael Scharold zu bedanken. „Er hat mir das Ankommen hier im Verein mit seiner persönlichen Art erleichtert.“ Dem 39-Jährigen wünscht er alles Gute für seine Zukunft.

Neben Semi Belkahia muss Köllner in Aspach auf Aaron Berzel, der gegen Unterhaching seine 10. Gelbe Karte sah, und Timo Gebhart verzichten. „Timo hat muskuläre Probleme“, erklärt der 50- Jährige, erteilt aber gleich Entwarnung. „Das ist eine kurzfristige Geschichte. Wir wollen kein Risiko eingehen, deswegen wird er ein, zwei Tage pausieren. Damit sind wir bisher gut gefahren.“ Köllner verweist darauf, dass trotz der anstrengenden Englischen Wochen „wir ohne verletzte Spieler durchgekommen sind“.

Das lag auch daran, dass sich immer wieder andere Spieler in den Fokus spielten, Köllner dadurch wechseln konnte ohne Qualität zu verlieren. „Auch wenn Dennis Dressel zum MVP gewählt wurde und ich auch schon Fabian Greilingers Leistung hervorgehoben habe, so muss ich das komplette Team loben, wie die Jungs das Mammutprogramm bisher verkraftet haben. Nach dem verlorenen Derby gegen Bayern haben sie gegen Unterhaching nochmals alles rausgeklopft!“

Über Greilingers Leistung, der unter Köllner sein Startelf-Debüt gab, war der Fußball-Lehrer „nicht überrascht. Aber es muss auch passen.“ Gegen Haching jedenfalls hat es gepasst! Dem 19-jährigen Stürmer bescheinigte der Trainer einen „Riesenschritt“ in seiner Entwicklung während der Corona-Pause. „Das zahlt sich jetzt aus. Wir haben vorne ein sehr gutes Angebot, können dadurch immer schauen, welche Konstellation am besten passt." Den Youngster bezeichnet der Trainer als „Zukunft von Sechzig. Wir müssen ihn behutsam aufbauen. Physisch ist er auf einem Topniveau.“ Taktisch müsse er noch dazulernen. „Wir spielen kein einfaches System.“ Dressel sei da schon einen Schritt weiter. „Er ist in einem anderen Stadium.“

Den Erfolg gegen Unterhaching stufte Köllner als „enorm wichtig“ ein. „Wir sind nach der Derbyniederlage zurückgekommen, waren sehr effizient und haben eine gute läuferische Leistung gezeigt.“ Eine ähnlich konzentrierte Vorstellung erwartet der Oberpfälzer in Aspach. „Von der Papierform ist das eindeutig. Großaspach steht bereits als Absteiger fest.“ Doch die Realität stellt sich für den Löwen-Trainer anders dar. „Die Mannschaft spielt ohne Druck.“ Zuletzt hat das der 1. FC Magdeburg zu spüren bekommen, der sein Heimspiel gegen die Schwaben mit 0:1 verlor.

Unter Hans-Jürgen Boysen habe das Team eine gute Entwicklung genommen. Seit Ende Februar ist der 63-Jährige Trainer der Großaspacher. „Er lässt 4-4-2 flach spielen mit klaren Abläufen“, lobt Köllner den Kollegen. „Sie lassen wenige Torchancen zu. Wir brauchen eine konzentrierte Leistung, um bei hohen Temperaturen zu bestehen.“

Natürlich wurde Köllner gefragt, wie er die Chancen beziffere, doch noch den Relegationsplatz zu erreichen. „Ich weiß, dass ich nichts weiß“, zitierte er Cicero und machte deutlich, dass er nichts von Rechenspielen halte. „Wir schauen auf uns. Alles andere können wir ohnehin nicht beeinflussen.“ Das habe der letzte Spieltag gezeigt. „Da waren viele Ergebnisse, die man so nicht erwarten konnte. Unser Ziel ist es, Großaspach zu schlagen. Wir tun gut daran, unser Spiel auf den Platz zu bringen, eine ähnlich konzentrierte Leistung wie gegen Unterhaching abzurufen und die Fehler zu minimieren.“

Köllner erinnert sich ungern an das Hinspiel im Grünwalder Stadion gegen den selbsternannten Dorfverein. „Wir haben beim 1:1 mit einem Mann mehr ein miserables Spiel abgeliefert.“ Deswegen weist er alle Spekulationen von sich, dass seine Löwen die Partie nutzen könnten, um etwas fürs Torverhältnis zu tun. „Großaspach hat gegen Magdeburg zu Null gespielt. Für uns geht es einzig ums Gewinnen. Die Tordifferenz wird am Ende keinen Ausschlag geben“, ist er überzeugt. Sein Team habe im Training am Dienstag einen „guten, frischen Eindruck“ gemacht. Es gelte jetzt, alles andere auszublenden: „Wir haben noch zwei herausfordernde Spieltage vor uns.“

Für Günther Gorenzel beginnt dann die Arbeit erst richtig. Der Sport-Geschäftsführer erwartet sich von der Aufsichtsratssitzung am Vorabend des Großaspach-Spiels „Lösungen, damit wir den Kader planen können. Wenn die Verhandlungen abgeschlossen sind, werden die Gesellschafter die Ergebnisse kommunizieren.“ Doch eins weiß der 48-jährige Österreicher schon jetzt: „Es wird nur unter Beteiligung aller funktionieren – Gesellschafter, Sponsoren und Fans.“ Helfen würde dabei, wenn noch viele ihre Dauerkarten umwandelt bzw. Geistertickets gekauft werden würden. „Es wäre ein Traum, wenn wir die 60.000 vollmachen könnten.“

Auch das würde die Planungen für die kommende Saison erleichtern. Noch sei man zeitlich im Rahmen, zumal viele andere Klubs in einer vergleichbaren Lage sind. Außerdem bewertet der Geschäftsführer positiv, dass durch die Corona-Pandemie das Transferfenster bis Anfang Oktober geöffnet ist. „Das war abzusehen“, sagt Gorenzel. „Es verschiebt sich alles nach hinten. Für uns ist das ein Vorteil, weil wir dadurch mehr Zeit bekommen.“

MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN

SGA: 1 Reule (Tor) – 2 Sommer, 5 Leist, 15 Slamar, 21 Behounek – 34 Jüllich, 6 Bösel – 19 Hingerl, 7 Vlachodimos – 10 Gerezgiher, 13 Brünker.
Ersatz: 35 Nreca-Bisinger (Tor) – 3 Gipson, 4 Burger, 8 Ünlücifi, 11 McKinze Gaines II, 14 Krasniqi, 17 Meiser, 22 Martinovic, 24 Häusl, 25 Gehring, 30 Poggenberg, 36 Sadler.
Nicht dabei: 9 Hottmann (Reha), 18 Röttger (Knöchelverletzung), 20 Morys (Adduktorenprobleme), 23 Sverko (Sprunggelenkverletzung), 26 Dem (Reha), 27 Vitzthum (Hüftverletzung), 29 Frommann (Leihende).

1860: 1 Hiller (Tor) – 25 Willsch, 17 Wein, 13 Erdmann, 36 Steinhart – 23 Rieder – 20 Bekiroglu, 14 Dressel – 7 Lex – 9 Mölders, 11 Greilinger.
Ersatz: 39 Bonmann, 40 Kretzschmar (beide Tor) – 2 Weeger, 3 Lang, 4 Weber, 5 Moll, 8 Seferings, 16 Kindsvater, 18 Karger, 19 Niemann, 21 Owusu, 24 Ziereis, 28 Paul, 33 Klassen, 34 Böhnlein.
Nicht dabei: 10 Gebhart (muskuläre Probleme), 22 Berzel (10. Gelbe Karte), 27 Belkahia (muskuläre Probleme).

Schiedsrichter: Jonas Weickenmeier (Frankfurt/Main); Assistenten: Timo Wlodarczak (Bebra-Weiterode), Dennis Meinhardt (Fulda).

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