SECHZIGMÜNCHEN.
 

Timo Gebhart: „Das war ein gefühlter Befreiungsschlag!“

Für Timo Gebhart (li.) war es eine doppelte Rückkehr: Zu den Löwen und in seine Heimatstadt Memmingen. 

1860-Trainer Daniel Bierofka trat nach dem 4:1-Erfolg die Euphoriebremse, während Memmingens Coach Stefan Anderl von einem tollen Event sprach. Für Timo Gebhart war es einfach eine Heimkehr mit sehr persönlichen Gefühlen. Christian Köppel machte trotz der Wahnsinnsstimmung Verbesserungspotential im spielerischen Bereich aus und Sascha Mölders jubelte mit den Fans.

Löwen-Cheftrainer Daniel Bierofka freute sich über den Sieg, für Euphorie sah er keine Gründe. „Es war ganz wichtig, dass wir mit einem Erfolgserlebnis in die Saison gestartet sind und so eine positive Stimmung erzeugen konnten. Das war heute aber erst der Anfang“, schränkte der 38-Jährige ein. „Wenn wir verloren hätten, wäre ich nicht in Depressionen verfallen. Aber umgekehrt ist es genauso. Wir haben nur ein Spiel gewonnen. Ich habe einige Dinge gesehen, die wir noch verbessern können.“ Trotzdem zeigt der Trainer für seine Mannschaft Verständnis. „Eins ist klar: Die Jungs können es nach dem Auslaufen am Freitag zwei Tage ruhiger angehen lassen, aber am Montag müssen sie wieder richtig Gas geben.“

Ein-Extralob bekam von ihm die Achse Jan Mauersberger, Timo Gebhart und Sascha Mölders. „Wir haben sie geholt, damit sie mit ihrer Erfahrung den jungen Spielern helfen. Diese Aufgabe haben sie gut erfüllt“, zeigte er sich zufrieden. „Sascha hält die Bälle vorne, Timo hat immer eine gute Idee parat und Jan räumt hinten mit seinem Kopfballspiel ab.“ Besonders freute sich Bierofka über den Auftritt von Gebhart in seiner Heimatstadt Memmingen, die der 28-Jährige mit einem Assist und einem Tor krönte: „Ich kenne Timo seit 2007, als ich zurück zu Sechzig kam. Er war damals ein ganz junger Kerl. Ich habe mich gleich gut mit ihm verstanden.“ Für ihn sei das, was war, vergessen. „Jeder Mensch macht mal Fehler in seinem Leben. Timo ist momentan auf einem guten Weg, er hat eine Freundin mit Kind und dadurch mehr Verantwortung. Die muss er jetzt bei uns auch auf dem Platz übernehmen.“ Für ihn und das ganze Team gelte: „Wir müssen auf dem Teppich bleiben. Noch haben wir nichts gewonnen. Im Gegenteil: Heute war nur der Anfang. Wir müssen Schritt für Schritt weitermachen wie bisher!“

SPIELBERICHT Traumstart: Löwen gewinnen 4:1 in Memmingen.

Memmingens Trainer Stefan Anderl war mit dem Auftritt seines Teams zufrieden. „Wir haben emotional und offensiv gespielt, wurden aber lange nicht mit einem Tor belohnt. Die Qualität der Sechzger hat sich heute durchgesetzt, so dass ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen kann.“ Vom eingeschlagenen Weg will sich der 52-Jährige nicht abbringen lassen. „Wir werden versuchen, wieder eine offensive Saison zu spielen. Für uns alle war es heute ein tolles Event. Das Allgäu darf sich auf weitere gute Spiele freuen.“

Ein glücklicher Timo Gebhart ließ sich in seiner Heimatstadt von den Löwen-Fans feiern. „Ich bin zurück bei meinem Verein. Heute waren so viele Leute von mir hier, es war sehr persönlich, einfach ein krasses Gefühl!“ Der U19-Europameister von 2009 lobte vor allem den Teamspirit. „Wir sind alle hier, um Sechzig nach vorne zu bringen und zu zeigen, dass wir Löwen sind. Natürlich war das heute ein gefühlter Befreiungsschlag nach den Vorkommnissen der letzten Wochen.“ Die Leistung gegen Memmingen habe gestimmt. „Aber jedes Spiel ist anders. Ich denke, wir können noch mehr aus uns herausholen. Der FCM war ein starker Gegner, ist gerade in der 1. Halbzeit sehr aggressiv aufgetreten. Aber wir haben zum richtigen Zeitpunkt die Tore erzielt.“ Ähnlich wie sein Trainer weiß auch Gebhart: „Wir müssen auf dem Boden bleiben.“

Linksverteidiger Christian Köppel, der mit seinem frühen und sehenswerten Tor den Sieg eingeleitet hatte, fand die Unterstützung einfach nur „Wahnsinn! Wir haben schon im Vorfeld viel positives Feedback von unseren Fans bekommen, haben dadurch nie Druck gespürt.“ Spielerisch sieht der gebürtige Münchner noch Verbesserungspotential. „Phasenweise haben wir zu wenig Fußball gespielt. Hier wollen wir noch eine Schippe drauflegen.“

Sascha Mölders, der nach Spielschluss auf den Zaun kletterte und sich feiern ließ, war einfach happy: „Ich freue mich unheimlich für die Jungs und Mädels in der Kurve. Sie hatten zuletzt eine schwere Zeit, stehen aber nach wie vor voll hinter der Mannschaft.“
 

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