SECHZIGMÜNCHEN.
 

Köllner: „Wir haben die einfachen Dinge nicht gut erledigt!“

Für Michael Köllner wachsen die Bäume nicht in den Himmel. 

Für Großaspach war der Punktgewinn in Unterzahl ein gefühlter Sieg, während für Löwen-Coach Michael Köllner „die Bäume nicht in den Himmel wachsen“. Ärgerlich fand der 49-Jährige den wegen angeblicher Abseitsstellung nicht gegebenen regulären Treffer von Prince Owusu. Für Gästecoach Oliver Zapel war die Partie ein Stück weit Vergangenheitsbewältigung.

Löwen-Chefcoach Michael Köllner war mit der Anfangsphase zufrieden. „Da haben wir richtig gut gespielt. Leider hat sich dann Tim Rieder verletzt.“ Im Ausfall seines Mittelfeldspielers sah er einen Knackpunkt. „Für uns war es schwer, vor der Pause zu reagieren.“ Die 2. Halbzeit begannen die Löwen nach dem Platzverweis von Jonas Behounek in Überzahl, trotzdem war sein Team nicht mehr so dominant wie zu Beginn der Partie. „Wir wollten bei eigenem Ballbesitz mit dem Kopf durch die Wand.“ Zudem monierte der 49-Jährige fehlende Rhythmuswechsel. Zu allem ärgerte sich Köllner über das nichtgegebene Tor von Prince Owusu in der 57. Minute. „Schade, dass uns das reguläre Tor weggepfiffen wurde. Es hätte Prince sicherlich gutgetan“, so der Löwen-Coach, der aber auch dem Gegner Respekt zollte. „Großaspach hat sich den Punkt aufgrund der kämpferischen Leistung verdient.“ Bei allem Ärger über den verpassten Sieg sieht Köllner das Glas halbvoll: „Wir sind weiterhin ungeschlagen. Jetzt müssen wir schauen, dass wir in den beiden ausstehenden Spielen in diesem Jahr noch punkten, um ein ruhiges Weihnachtsfest zu feiern.“ Für Rieder, dessen Knieverletzung bei einer MRT-Untersuchung genauer diagnostiziert werden muss, tat es Köllner leid. „Es ist schade für den Jungen. Er hat in den letzten Wochen richtig gut gespielt.“ Positiv strich der Coach die Leistung von Startelf-Debütant Noel Niemann hervor. „Ich bin zufrieden. Er hat das in ihn gesetzte Vertrauen zurückgegeben und war in der 2. Halbzeit richtig gut. Leider wurden seine Aktionen nicht vollendet.“ Köllner musste aber eingestehen, dass „die Bäume nicht in den Himmel wachsen, wir nicht jede Woche eine Schippe drauflegen können. Heute haben wir die einfachen Dinge nicht gut erledigt“, lautete sein Resümee.

SPIELBERICHT Serie hält, aber nur 1:1 gegen Sonnenhof Großaspach.

Großaspachs Trainer Oliver Zapel, der vor einem halben Jahr als Coach von Fortuna Köln im Grünwalder Stadion mit dem Drittliga-Abstieg einer der schwersten Momente seiner Karriere erlebte, sah ein „sehr intensives und für neutrale Beobachter interessantes Spiel mit allem, was dazu gehört.“ Für seine Mannschaft sei es wichtig gewesen, etwas Zählbares aus München mitzunehmen. „Wir hatten uns viel vorgenommen, gute Kombinationen gespielt und waren sehr ballsicher“, fand er. „Dann sind wir durch einen Schuss auf den Allerwertesten in Rückstand geraten“, beschrieb er das abgefälschte Freistoßtor. „Die Reaktion darauf war so, wie wir es besprochen hatten. Danach hatten wir eine Riesenchance durch Kai Gehring.“ Diese blieb aber ungenutzt. „Der dritte Tiefschlag kam dann durch die Gelb-Rote Karte.“ Sein Team hätte aber eine gute Antwort darauf in der Kabine gefunden. „Die Jungs haben sich nicht aufgegeben, haben bedingungslos auf den Ausgleich gespielt.“ Als dieser gelungen war, sah Zapel eine „Abwehrschlacht. Trotzdem hatten wir durch Gehring nochmals die Chance zum zweiten Treffer.“ Doch er begnüge sich mit dem einen Punkt. „Den nehmen wir als Bestätigung und Motivation mit in die nächsten Spiele.“

Daniel Wein, der den Freistoß zum 1:0 geschossen hatte, war im ersten Moment nicht bewusst, dass er nicht der Schütze des Treffers war. „Ich habe versucht, den Ball aufs Torwarteck zu bringen. Anscheinend hat ihn noch irgendjemand berührt, ein Gegenspieler oder Tim.“ Letztlich war ihm das egal. Nicht egal war dem Münchner, dass es am Ende nicht zum Dreier gereicht hatte. „Wir wollten das Unterhaching-Spiel vergolden. Das ist uns nicht gelungen!“ Man habe gut angefangen, dann aber den Faden verloren. „Nach dem Ausgleich von Großaspach haben wir alles versucht, das Spiel zu drehen. Die Chancen dazu hatten wir.“ Die Gründe, dass es trotzdem nicht zum Sieg gereicht hat, sah der 25-Jährige darin, „dass wir den Ball nicht gut laufen ließen, die Räume nicht fanden und in Überzahl die Tore nicht machten. Wir sind mit viel Selbstvertrauen ins Spiel gegangen. Deshalb tut das Unentschieden weh.“ Auch er lobte seinen Mitspieler Noel Niemann, der den Freistoß vorm 1:0 herausgeholt hatte. „Noel hatte viele gute Aktionen. Man hat gesehen, welches Talent in ihm steckt.“

Der so hervorgehobene Noel Niemann war nach seiner ersten Drittliga-Partie von Beginn an „etwas gespalten“, wie er anmerkte. „Ich bin glücklich, dass ich von Anfang an spielen konnte. Auf der anderen Seite war aber mehr als der eine Punkt drin.“ Mit seinem Startelf-Debüt sei er zufrieden. „Ich war sehr nervös“, gab der 20-Jährige zu. „Es geht sicher noch besser.“ Für Niemann schloss sich ein Kreis. Aufgrund eines Kreuzbandrisses fiel er lange aus. „Ich war schon einmal ganz nah dran. Dann war ich wegen der Verletzung ein Jahr draußen. Mental war das eine schwere Zeit.“ Normalerweise kommt Niemann über die linke Außenbahn, Köllner hatte ihn aber auf die zentrale Position hinter den Spitzen für den verletzten Stefan Lex aufgestellt. „Die Zehn ist nicht meine Position, aber ich bin froh, wenn ich überhaupt spiele. Der Trainer hat gesagt, dass er mir das zutraue, also hab‘ ich mein Bestes gegeben.“ So einfach ist das! Außerdem hätten ihn die anderen unterstützt. „Für einen jungen Spieler ist es eine Hilfe, wenn du einen so erfahrenen Spieler wie Sascha vorne hast.“ Sein Blick ging direkt nach dem Großaspach-Spiel schon wieder zur nächsten Partie „Unser Anspruch war zu gewinnen. Wenigstens haben wir nicht verloren. Jetzt fahren wir am Montag nach Ingolstadt, um dort die Punkte zu holen.“

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