SECHZIGMÜNCHEN.
 

Köllner ist ein Optimist, der anpackt.

Trotz der Niederlage gegen Würzburg haben Günther Gorenzel (v. li.), Michael Köllner und Co-Trainer Oliver Beer ihren Optimismus nicht verloren. 

Die Löwen müssen am Dienstag, 9. Juni 2020, Anpfiff 18.60 Uhr, beim KFC Uerdingen zum vierten Mal in neun Tagen seit dem Re-Start ran. Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel und Cheftrainer Michael Köllner standen vor dem Auswärtsspiel in Düsseldorf, wo Uerdingen seine Heimpartien austrägt, Rede und Antwort.

Günther Gorenzel gratulierte zunächst der U17 zum Aufstieg in die B-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest, nachdem der BFV-Vorstand die Saison bei den Junioren abgebrochen hat und die Junglöwen als souveränen Tabellenführer der U17-Bayernliga zum Aufsteiger erklärt hat. „Ich möchte mich bei den Spieler, dem Staff und dem Trainerteam, besonders bei Coach Jonas Schittenhelm und NLZ-Leiter Manfred Paula, für die gute Arbeit bedanken.“

Der 48-Jährige ging danach gleich zum Tagesgeschäft über, bezeichnete die Niederlage gegen Würzburg als „ärgerlich“ und „unnötig“. „Wir müssen uns für die tolle Spielanlage, für den Aufwand, den wir betreiben, auch belohnen“, fordert er. Derzeit mangle es an Effizienz und Effektivität. „Ich habe nach wie vor vollstes Vertrauen in die Fähigkeiten der Spieler, sie müssen aber das Momentum auf ihre Seite ziehen.“ Der Österreicher ist sich sicher, „dass keine Mannschaft den brutalen Rhythmus ohne Umfaller“ überstehen wird. „Deshalb dürfen wir nicht den Kopf in den Sand stecken!“

Trainer Michael Köllner wird gegen Uerdingen rotieren. Wegen der fünften Gelben Karte aus dem Würzburg-Spiel muss er auf Sascha Mölders verzichten. „Wir haben gute Spieler, die seine Rolle übernehmen können.“ Er zählt Noel Niemann, Nico Karger, Stefan Lex und Prince Owusu auf. Besonders Owusu scheint dafür prädestiniert. „Er schart mit den Hufen, wartet schon die ganze Zeit auf seine Chance.“ Wegen des Ausfalls seines Sturmführers lamentiert Köllner nicht, sondern gewinnt ihm sogar eine gute Seite ab. „Sascha kann sich jetzt erholen und am Samstag gegen Rostock wieder angreifen.“

Zumal der Trainer ansonsten aus dem Vollen schöpfen kann. Aaron Berzel kehrt wieder in den Kader zurück, auch der gegen Würzburg geschonte Timo Gebhart fliegt mit nach Düsseldorf. „Ich werde ein paar frische Spieler bringen“, kündigt er an. So dürfen sich beide Hoffnungen auf einen Einsatz von Beginn an machen.

Dass sowohl die Serie des Trainers von 14 ungeschlagenen Spielen und der Mannschaft von 16 Partien gerissen ist, ist für Köllner eine Randnotiz. „Es wäre ein Traum gewesen, als Trainer bei Sechzig kein Spiel zu verlieren, aber auch utopisch.“ Er zollte dem Gegner Respekt, der mit Disziplin und Leidenschaft die Punkte „nicht unverdient“ mitgenommen hätte.

Dabei wollte er die Niederlage nicht an Problemen im Umschaltspiel festmachen. „Das 0:1 kannst du nicht verteidigen. Wenn man die Gegentore anschaut, waren es individuelle Fehler. Wir hatten das Spiel bis zum Rückstand gut im Griff.“ Schließlich sei sein Team auch gegen Würzburg zurückgekommen. „Das 1:2 war dann schon ein Genickschlag.“

Denn danach machte die Mannschaft den Eindruck, dass sie kräftemäßig nichts mehr nachzulegen hatte. „Beim einen oder anderen Spieler war der Akku schon leer“, glaubt auch Köllner, sieht das aber eher in der Psyche als in der Physis begründet. „Das ist nicht einfach für den Kopf, wenn du ständig einem Rückstand hinterherlaufen musst.“ In allen drei Partien seit dem Re-Start lag sein Team mit 0:1 zurück, gegen Duisburg sogar 0:2.

Deswegen wäre es wichtig, gegen Uerdingen „die Null zu halten und vorne mehr Torgefahr auszustrahlen“. Der Gegner verfüge „von den Einzelspielern her über eine qualitativ gute Mannschaft“, sagt Köllner, die sowohl offensiv als auch defensiv viel Erfahrung mitbringt. Ohnehin fordert der Trainer eine „gewisse Demut und Respekt vor der Leistung des Gegners“ ein. „Wir sind keine Übermannschaft, die durch die Liga marschiert.“ Jedes Spiel in der 3. Liga sei ein „zähes Ringen“.

„Wir müssen uns alles hart erarbeiten und verdienen. Auf der anderen Seite steht ein Gegner, der vom Etat her höher angesiedelt ist“, sagt er mit Blick auf Uerdingen. „Wenn wir beim Finish noch vorne dabei sein können, dann muss ich sagen: Hut ab vor der Mannschaft! Das hat uns bei meinem Antritt sicher keiner zugetraut.“

Den Nimbus des Unbesiegbaren hat Köllner verloren, seine unerschütterliche Zuversicht nicht. „Mich als Optimist hinzustellen, ist sicherlich nicht falsch. Aber in erster Linie bin ich Realist, der versucht, die Situation richtig zu erkennen und anzupacken.“

Entsprechend seiner Mentalität überlässt der 50-Jährige nichts dem Zufall. Am Spieltag steht er an der Grünwalder Straße 114 um 10.30 Uhr mit den nicht berücksichtigten Spieler auf dem Platz, danach beschäftigt er sich mit dem 18er-Kader, der mit nach Düsseldorf reist. Am Nachmittag geht es per Charterflug via Flughafen Köln-Bonn in die nordrheinwestfälische Landeshauptstadt. Nach der Partie beginnt mit dem Auslaufen bereits die Regenerationsphase. Noch in der Nacht kehrt die Mannschaft zurück nach München. „Es ist gut, wenn die Jungs im eigenen Bett schlafen können.“ Denn bereits am Samstag geht’s zu Hause gegen Rostock. Spiel Nummer fünf am 13. Tag seit dem Re-Start.

MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN

KFC: 17 Vollath (Tor) – 15 Bittroff, 32 Maroh, 5 Lukimya, 7 Dorda – 8 Kinsombi, 31 Matuschyk, 10 Pflücke, 11 Rodriguez – 35 Boere, 9 Osawe.
Ersatz: 29 Paris, 33 Bachmeier (beide Tor) – 2 Girdvainis, 3 Gündüz, 12 Guenouche, 18 Evina, 19 Grimaldi, 20 Ibrahimaj, 22 Barry, 28 Konrad, 30 Daube.
Nicht dabei: 1 Königshofer (Bluterguss), 4 Kirchhoff (Muskelfaserriss), 6 Großkreutz (muskuläre Probleme), Mbom (Oberschenkelprobleme), 25 Kobiljar (Muskelfaserriss).

1860: 1 Hiller (Tor) – 17 Wein, 23 Rieder, 13 Erdmann – 25 Willsch, 20 Bekiroglu, 14 Dressel, 36 Steinhart – 10 Gebhart – 21 Owusu, 7 Lex.
Ersatz: 39 Bonmann, 40 Kretzschmar (beide Tor) – 2 Weeger, 3 Lang, 4 Weber, 5 Moll, 8 Seferings, 11 Greilinger, 16 Kindsvater, 18 Karger, 19 Niemann, 22 Berzel, 24 Ziereis, 28 Paul, 33 Klassen, 34 Böhnlein.
Nicht dabei: 9 Mölders (Gelb-Sperre), 27 Belkahia (Trainingsrückstand).

Schiedsrichter: Oliver Lossius (Bonn); Assistenten: Kevin Domnick (Mülheim a.d. Ruhr), Florian Visse (Ibbenbüren).

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