SECHZIGMÜNCHEN.
 

Köllner vorm Derby: „Wir müssen in jedem Zweikampf präsenz zeigen!“

Trainer Michael Köllner (re.), hier mit Günther Gorenzel (v. li.), Stefan Lex und Sascha Mölders, setzt im Derby auf kämpferische Tugenden. 

Für Michael Köllner schließt sich ein Kreis. Sein erstes Spiel als Löwen-Trainer bestritt er gegen den FC Bayern München II (1:1). Nun steht am Mittwoch, 24. Juni 2020, Anpfiff 20.30 Uhr, das Rückspiel im Grünwalder Stadion an. Magenta Sport überträgt das Derby live.

Der 50-jährige Köllner will sich nicht lange mit Diskussionen aufhalten, ob es gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern überhaupt ein richtiges Derby sei. „Ich werde das im Leben nicht vergessen“, sagt er über seine Premiere als Löwen-Coach am 24. November 2019, als sein Team nach 0:1-Rückstand nach der Pause aufdrehte und durch Dennis Dressel noch zum hochverdienten Ausgleich kam. „Realität ist: Wir spielen gegen eine Mannschaft, die eigentlich für die 3. Liga überqualifiziert ist. Es ist eine brisante Partie, bei der viel auf dem Spiel steht“, charakterisiert der Oberpfälzer das neuerliche Duell. „Bayern will vorne bleiben und wir werden versuchen, mit einem Derbysieg nochmals vorne ranzukommen.“

Die kleinen Bayern konnten sich im Verlauf der Saison steigern, haben in den letzten 15 Spielen nur einmal verloren und führen souverän die Rückrundentabelle an. Auch im Gesamttableau nehmen sie die Pole-Position ein. Diese Steigerung empfindet Köllner als normal. „Das ist immer so bei einer zweiten Mannschaft.“ Kontinuierlich habe sich das Team weiterentwickelt, mehr Tiefe ins Spiel bekommen. „Es ist die stärkste Mannschaft der Liga. Uns erwartet ein extrem schweres Spiel, bei dem wir alles in die Waagschale werfen müssen.“

Köllner sieht durch die Geisterspiele nach dem Re-Start einen Vorteil bei der Bayern-Reserve. „Dass die Fans weg sind, ist sicher kein Nachteil. Dadurch haben sie keine äußeren Widerstände mehr. Für eine junge, technisch beschlagene Mannschaft ist es einfacher.“ Ein Blick auf die Statistik gibt ihm Recht. Seit Wiederaufnahme des Spielbetriebs nach dem Lockdown gab es für die kleinen Bayern keine Niederlage mehr bei fünf Siegen und zwei Remis. Dazu kam dem Team von Trainer Sebastian Hoeneß entgegen, dass in der U19-Bundesliga die Saison abgebrochen wurde, er dadurch aus einem Kader von rund 40 Spielern schöpfen kann.

„Jedes Spiel bisher war wichtig“, will Köllner das Derby nicht zu sehr hervorheben. „Es hat sicher einen anderen Charakter als das gegen Halle.“ Trotzdem kann die „Leidenschaft und Willensstärke“, die sein Team gegen die Saalestädter an den Tag gelegt hat, auch gegen den FCB der Schlüssel zum Erfolg sein. Von der Spielanlage, der Individualität und dem taktischen Repertoir sieht Köllner den Gegner überlegen. „Wir müssen in jedem Zweikampf präsenz zeigen. Es gewinnt nicht immer die fußballerisch bessere Mannschaft.“

Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel konnte vor dem Saisonfinale eine gute Nachricht verkünden. „In der ersten Juli-Woche steht uns der komplette Kader zur Verfügung. Das ist nicht selbstverständlich. Das spricht für den Charakter der Mannschaft.“ Schließlich hätten die Spieler, die nur auf Leihbasis bei den Löwen sind oder in der kommenden Saison für einen anderen Klub spielen werden, nicht mehr nach dem 30. Juni auflaufen müssen. Dabei stehen noch die Partien bei der SG Sonnenhof Großaspach (1. Juli) und zu Hause gegen den FC Ingolstadt (4. Juli) auf dem Programm.

Gorenzel nahm die Gelegenheit wahr, sich bei „45.000 Fans“ zu bedanken, die bisher „Geistertickets“ gekauft oder ihre Dauerkarten gewandelt haben. „Das ist eine Hausnummer. Ein Traum wäre, wenn wir das Stadion auch noch in den letzten beiden Heimspielen virtuell füllen könnten.“

Ohnehin lobte der 48-Jährige die Fans, die sich bei Heimspielen bisher sehr diszipliniert verhalten hätten. „Bitte bleibt auch beim Derby zu Hause, kommt nicht ans Grünwalder Stadion und verfolgt das packende Spiel am Fernsehen“, so der Appell des Österreichers. Damit könne man der Mannschaft und dem Klub am meisten helfen.

Für das Derby stehen bis auf Semi Belkahia und Eric Weeger, der sich im Training am Sprunggelenk verletzt hat, alle Spieler zur Verfügung. Zwar klagen einige aus dem Kader über diverse Wehwehchen. Das sei bei den vielen Englischen Wochen aber normal, findet Köllner. „Aber wenn es ans Eingemachte geht, sind sie dabei.“

Die Konzentration liegt auf der eigenen Mannschaft und den eigenen Stärken. „Wir müssen auf uns schauen, denn es ist unerheblich, wer bei Bayern auf dem Platz steht.“ Bisher kamen bereits 36 Spieler zum Einsatz, darunter so Hochkaräter wie Alphonso Davies, Michael Cuisance, Fiete Arp oder Joshua Zirkzee, die einzeln einen höheren Marktwert als die komplette Löwen-Mannschaft haben. Um gegen eine solche Ansammlung an Talenten bestehen zu können, „muss jeder sein Potential ausschöpfen“, sagt Köllner, egal ob einer wie Sascha Mölders als „Alphatier“ vorangeht oder ein anderer mit einer „Laufarbeit und Schnelligkeit“ Lücken reißt. „Jeder muss sich mit seinen Stärken einbringen, einer muss für den anderen kämpfen. Nur dann haben wir eine realistische Chance.“

MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN

FCB II: 1 Hoffmann (Tor) – 2 Yilmaz, 5 Feldhahn, 28 Richards, 27 Köhn – 29 Kern – 38 Stiller, 31 Singh – 21 Jeong, 10 Wriedt, 25 Batista Meier.
Ersatz: 12 Wagner, 22 Netolitzky (beide Tor) – 3 Mayer, 4 Stanisic, 6 Will, 7 Dajaku, 8 Rochelt, 11 Kühn, 13 Senkbeil, 14 Scott, 17 Tillman, 18 Zaiser, 19 Welzmüller, 24 Nollenberger, 30 Rhein, 33 Zylla, 37 Musiala, 42 Booth, 43 Daniliuc, 44 Waidner.
Nicht dabei: 9 Arp (angeschlagen), 15 Mai, 32 Zirkzee, 36 Früchtl (alle Profis).

1860: 1 Hiller (Tor) – 22 Berzel, 17 Wein, 13 Erdmann – 25 Willsch, 23 Rieder, 14 Dressel, 36 Steinhart – 20 Bekiroglu – 9 Mölders, 7 Lex.
Ersatz: 39 Bonmann, 40 Kretzschmar (beide Tor) – 3 Lang, 4 Weber, 5 Moll, 8 Seferings, 10 Gebhart, 11 Greilinger, 16 Kindsvater, 18 Karger, 19 Niemann, 21 Owusu, 24 Ziereis, 28 Paul, 33 Klassen, 34 Böhnlein.
Nicht dabei: 2 Weeger (Sprunggelenksverletzung), 27 Belkahia (muskuläre Probleme).

Schiedsrichter: Christian Dingert (Lebecksmühle); Assistenten: Tobias Christ (Münchweiler an der Rodalb), Arno Blos (Deizisau).

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