SECHZIGMÜNCHEN.
 

Interview Erik Tallig: „Bei Sechzig hat alles gestimmt!“

Erik Tallig hat schon mal seine Trainingskleidung bei den Löwen anprobiert. Farblich musste sich der Chemnitzer nicht umgewöhnen. 

Erik Tallig ist der erste externe Neuzugang der Löwen. Für den 20-Jährigen ist München absolutes Neuland. Trotz seiner Jugend weiß der Mittelfeldspieler genau, was er will. Was ihn letztlich überzeugt hat, zum TSV 1860 zu wechseln, welche Ziele er mit den Löwen hat und was er selbst von sich erwartet, erzählt der Youngster im Interview mit tsv1860.de.

Du hast Chemnitz in deinen bisher 20 Lebensjahren nie verlassen, wurdest dort geboren, hast beim SSV Textima Chemnitz mit dem Fußball spielen begonnen und bist mit neun Jahren zum CFC gewechselt. Wieso jetzt ausgerechnet München?
Erik Tallig: Es gab sehr gute Gespräche mit dem Trainer und dem Sport- Geschäftsführer. Beide haben ein ernstes Interesse an mir gezeigt. Das hat mich überzeugt. Ich habe einen Verein mit einem Trainer gesucht, der Fußball spielen lässt und junge Spieler weiterentwickeln will. Bei Sechzig hat alles gestimmt. Die Weltstadt München ist ein schöner Bonus obendrauf.

Auch Wohnungssuche ist für dich Neuland. Bisher hast du noch bei deinen Eltern gewohnt. Wann nimmst du das in Angriff?
Erik Tallig: Das ist bereits erledigt! Am Dienstag war ich in München, habe mir eine Wohnung angesehen und den Mietvertag unterschrieben. Seitens des Vereins und meines Beraters Karl Herzog wurde ich dabei bestens bei der Suche unterstützt. Ich bin froh, dass es so schnell geklappt hat. Schließlich ist es nicht leicht, in München eine gute Wohnung zu finden. Da hatte ich auch Glück!

Wie wichtig ist es dir, nicht im Hotel wohnen zu müssen, sondern in deinem eigenen Zuhause?
Erik Tallig: Ich hätte auch vorübergehend bei meinem Berater wohnen können. Aber ich denke, ich brauche Zeit und Ruhe für mich, deswegen bin ich froh, dass es so schnell ging.

Du wirst als introvertierter Typ, der auf dem Platz sein Ding macht und sich immer verbessern will, beschrieben. Fühlst du dich deshalb bei unserem Cheftrainer Michael Köllner gut aufgehoben?
Erik Tallig: Auf jeden Fall! Ich bin überzeugt, dass er mich taktisch und spielerisch mit seiner Art weiterentwickeln kann. Wir sind auf einer Wellenlänge, das ist eine gute Voraussetzung. 

Hattet ihr schon persönlichen Kontakt?
Erik Tallig: Wir haben uns vor zwei Wochen getroffen. Da war auch Günther Gorenzel dabei. Sie haben mir ihren Plan vorgestellt, wie sie spielen wollen und welches Projekt sie verfolgen. Das klang für mich alles sehr überzeugend.

In der Presse war zu lesen, dass mehrere Klubs ihre Fühler nach dir ausgestreckt hätten. Kannst du das bestätigen?
Erik Tallig: Es gab einige Anfragen von Drittliga-, aber auch Zweitliga-Mannschaften. Aber ich bin jetzt nicht auf Deutschlandreise gegangen, sondern habe gefiltert, was für mich Sinn macht. Mein Berater kennt den Verein, das hat mir bei der Entscheidung geholfen.

Wie würdest du dich als Spieler beschreiben, was sind deine Stärken und woran musst du noch arbeiten?
Erik Tallig: Ich bin sehr laufstark, schnell und abschlussstark, kann auch mal den letzten Pass spielen. Als junger Spieler ist es aber wichtig, von älteren und erfahrenen Spielern zu lernen. Dafür muss man bereit sein, auch Kritik anzunehmen und sich Fehler einzugestehen. Ich kann mich noch überall verbessern, besonders beim Kopfballspiel und bei meinem rechten Fuß.

Hast du den rechten Fuß nur, damit du nicht umfällst?
Erik Tallig: Der linke ist ganz klar mein stärkerer Fuß, aber ich bekomme auch mit rechts einen Ball aufs Tor.

Du hast Abitur gemacht und mit einem Sportmanagement-Fernstudium begonnen. Hattest du Zweifel, ob es mit dem Profifußball was wird?
Erik Tallig: Zweifel hatte ich keine, aber ich habe an die Zeit nach dem Fußball gedacht. Darauf will ich mich jetzt schon vorbereiten. Das Studium ist mir bis jetzt nicht schwergefallen, sondern ein guter Ausgleich zur körperlichen Belastung im Trainingsalltag. Es schult den Geist.

Wann hast du damit angefangen?
Erik Tallig: Vor einem Jahr. Ich muss sechs Semester absolvieren, eins habe ich bereits geschafft. Ich bin flexibel, wahrscheinlich lasse ich mir acht Semester Zeit bis zum Abschluss. Die Prüfungen kann ich an verschiedenen Orten schreiben. Mal schauen, ob es auch in München möglich ist.

Dein Bruder spielt im Nachwuchs des Chemnitzer FC. Welche Rolle nimmt Fußball in der Familie ein?
Erik Tallig: Bei uns hat sich schon früh in der Familie herausgestellt, dass Fußball für uns Tallig-Brüder eine große Rolle spielt. Mein Bruder Christian kommt jetzt in die A-Jugend. Ich habe mit fünf Jahren im Verein begonnen, mein Bruder hat es mir dann nachgemacht. Unsere Eltern haben uns immer unterstützt. Ich denke, sie sind stolz darauf, dass wir so weit gekommen sind. 

Wie haben deine Eltern auf den Wechsel nach München reagiert?
Erik Tallig: Da ich ja bis jetzt immer in Chemnitz gespielt habe, ist der Wechsel zu 1860 für meine Eltern eine große Umstellung. Dennoch denke ich, dass sie sehr stolz auf mich sind und sich freuen. Sie würden mich immer unterstützen, egal, wohin es geht. Sicherlich werden sie viele Spiele von mir angucken, auch in München. Aber es muss auch mit meinem Bruder passen, weil sie bei ihm natürlich auch zuschauen.

Mit welchen Erwartungen startest du bei den Löwen?
Erik Tallig: Ich hoffe, dass wir als Mannschaft gut zusammenwachsen und entsprechend auf dem Platz performen. Wir wollen auf jeden Fall eine gute Rolle in der 3. Liga spielen. Persönlich möchte ich mich weiterentwickeln, an die letzte Saison anknüpfen, meine Scorer-Bilanz noch weiter ausbauen und Stammspieler sein. 

Efkan Bekiroglu spielte bei den Löwen zuletzt deine bevorzugte Position. Hast du ihn dir mal angeschaut?
Erik Tallig: Letzte Saison habe ich zweimal gegen ihn gespielt, habe mir Tore von ihm und seine Spielweise angeschaut. Wir sind uns sehr ähnlich. Ich denke, Sechzig wollte mich auch als Ersatz für diesen Spielertyp haben. Ich werde versuchen, diese Position so gut wie möglich auszufüllen und meinen eigenen Spielstil mit reinzubringen. 

Kennst du schon Mannschaftskollegen? 
Erik Tallig: Persönlich kenne ich niemand. Ich bin ja auch erst seit einem Jahr so richtig im Profi-Fußball dabei. Aber als mein Wechsel feststand, haben mich einige Mitspieler über Social Media kontaktiert und beglückwünscht. 

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