SECHZIGMÜNCHEN.
 

Auftaktpressekonferenz: Jugendstil als Chance.

Michael Köllner blickt optimistisch nach vorne, sieht aber die Zeit für Prognosen noch nicht gekommen. 

Im Anschluss an die zweite Trainingseinheit in der Vorbereitung auf die Saison 2020/2021 nahmen sich Cheftrainer Michael Köllner und Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel ausgiebig Zeit, um über die anstehende Spielzeit zu sprechen.

Cheftrainer Michael Köllner zeigte sich gut erholt, wenngleich die vierwöchige Pause schnell vorbei gewesen sei. „Wir haben die letzte Saison analysiert und die aktuelle vorbereitet. Bisher ist alles von der Organisation her nach Plan abgelaufen“, zeigte sich der 50-Jährige zufrieden. Wie immer hatte der Oberpfälzer die freie Zeit zum Heilfasten genutzt. „Ich habe einige Pfunde verloren, der Hüftspeck ist weg“, scherzte er. Auch in den kommenden Wochen wird er eher ab- als zunehmen. „Wir müssen arbeiten, arbeiten und arbeiten, um dem aktuellen Kader Struktur zu geben“, lautet die Marschroute.

Schade fand Köllner, dass auch zum Trainingsauftakt keine Zuschauer auf dem Trainingsgelände zugelassen waren. „Das ist eine schwierige Situation ohne Fans. Normalerweise hätten wir den Trainingsauftakt auf Samstag gelegt, damit viele an die Grünwalder Straße hätten kommen können.“ Für ihn ist das Ganze „suboptimal. Normalerweise tut es der ganzen Mannschaft gut, wenn die Fans sie zur neuen Saison willkommen heißen – besonders den neuen Spielern.“ Sein erster Eindruck war trotzdem positiv. „Die Jungs haben ihre Aufgaben zuhause gut erledigt, sind heiß auf die Saison.“

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Köllner ist Optimist. Deswegen kann er sich dem Lamento in den Socialen Medien, die den Löwen-Kader nicht für Drittligatauglich halten, nicht anschließen. „Es war von vorneherein klar, wie die Situation bei Sechzig ist. Wir haben den Kader mit den aktuell zur Verfügung gestellten Mitteln geplant.“ Der TSV 1860 sei für ihn immer ein Verein gewesen, „der jungen Spielern eine Bühne geboten hat“. So habe man mit den „Eckpfeilern“ verlängert und den Rest des Kaders mit jungen, talentierten Spielern aufgefüllt. „So haben wir den Abgang von Efkan Bekiroglu mit Erik Tallig kompensiert.“ Keinen Hehl machte Köllner jedoch daraus, dass er sich eine Weiterverpflichtung von Tim Rieder wünsche. „Ich denke, da ist noch nicht das letzte Wort gesprochen. Aber ich versteife mich nicht darauf. Wir hätten auch eine Lösung B.“

Ohnehin wollte der Löwen-Cheftrainer keine 30 Spieler mehr auf dem Trainingsplatz wie in der Vorsaison. Das mache für ihn und seine Arbeit wenig Sinn. „Wir geben jetzt den jungen Spielern die Chance, sich länger zu zeigen und prüfen dann, ob wir mit diesem Kader eine realistische Chance haben, eine gute Rolle in der 3. Liga spielen zu können“, erklärt er die Vorgehensweise. „Sollte es irgendwo Probleme geben, müssen wir nachsteuern.“ So weiß der Coach um die prinzipielle Bereitschaft der Verantwortlichen, „alles zu tun und nach Möglichkeiten zu suchen“, um eine konkurrenzfähige Mannschaft ins Rennen zu schicken.

Auch deshalb sei er „völlig entspannt. Ich weiß aber auch, dass die nächsten Wochen knüppelhart werden.“ Zum jetzigen Zeitpunkt mache es für ihn keinen Sinn, „den Aufstieg auf Gedeih und Verderb auszurufen. Wir müssen Schritt für Schritt gehen und sehen, wo die Reise hingeht.“ Erst nach den ersten Spielen könne er eine seriöse Einschätzung abgeben. „Ich habe immer ambitionierte Ziele“, stellt Köllner klar. „Aber wir sind in einem fortlaufenden Prozess, bei dem wir sehen müssen, was am Ende rauskommt.“

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Dass für einige verdiente Spieler kein Platz war, hat für Köllner nichts mit fehlender Identifikation oder Wertschätzung zu tun. „Die Verträge waren ausgelaufen und unser Handlungsspielraum eingeschränkt“, erklärt er. Deshalb habe man das „Grundgerüst“ mit Talenten aufgefüllt. Nun gelte es, deren Stärken auszuloten und zu sehen, an welchen Stellschrauben noch gedreht werden muss. „Auf dem Transfermarkt ist es noch relativ ruhig. Sicher werden noch Spieler wechseln wollen, die in der Ersten oder Zweiten Liga keine Perspektive sehen. Vielleicht ist das fehlende Puzzleteil für uns dabei“, verfällt er nicht in Hektik.

Ähnlich sieht es Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel. Der 48-Jährige hat auch bei Tim Rieder die Hoffnung nicht aufgegeben. „Ich bin in ständigem Austausch mit Stefan Reuter und dem FC Augsburg sowie mit Tims Berater Mathias Abel, den ich noch aus meiner Zeit aus Kaiserslautern als Spieler kenne. Die Kriterien für einen Wechsel sind klar definiert. Wir müssen sehen, dass wir die in den nächsten Tagen erfüllen können.“

Auch Gorenzel will nicht darüber jammern, dass der Etat aufgrund der Corona-Pandemie nochmals geschrumpft ist. „Wir sollten es als Chance sehen. Dadurch können wir die nächste Löwen-Generation massiv fördern.“ Er sei sich zusammen mit dem Trainer der Risiken bewusst. „Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich den Kader bis zum Ende der Transferperiode gerne noch verstärken würde, um ihm mehr Stabilität zu verleihen.“ Dazu benötige er aber den nötigen Handlungsspielraum. „Wir sind im ständigen Austausch mit den Gesellschaftern. Jede Etaterhöhung muss mit ihnen abgestimmt und von ihnen beschlossen werden. So ist die Geschäftsordnung.“

Helfen könnte dabei auch ein guter Start des Dauerkartenverkaufs, wenngleich noch nicht absehbar ist, ob und wieviel Zuschauer in der kommenden Saison in die Stadien dürfen. „Das liegt nicht in der Entscheidungsgewalt der Vereine, auch wenn es oft anders suggeriert wird. Letztendlich werden die Politik und die lokalen Gesundheitsbehörden darüber entscheiden. Wir können den Behörden nur Vorschläge unterbreiten“, so der Österreicher.

Gorenzel, der seit Ausbruch der Pandemie immer penibel auf die Einhaltung der Hygienevorschriften achtete, musste zum Schluss noch den ersten Corona-Fall eines Spielers der U19 öffentlich machen. Das komplette Nachwuchsteam sei sofort aus dem Trainingsbetrieb genommen worden, die Spieler mussten sich in häusliche Quarantäne begeben. Auswirkungen auf die Profis, die sich vor dem Trainingsstart einem freiwilligen Test unterzogen hatten, hat es keine, weil sie selbst auf dem Trainingsgelände konsequent von den anderen Teams und der Öffentlichkeit abgeschottet sind. „Ich möchte in diesem Zusammenhang nochmals auf die Sorgfaltspflicht aller verweisen und auch in diesem Atemzug unsere Fans bitten, sich an die Regeln zu halten.“

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