SECHZIGMÜNCHEN.
 

Köllner mit Respekt vorm Gegner: „In Meppen müssen wir zulegen!“

Löwen-Cheftrainer Michael Köllner (li.) bezeichnet Martin Pusic (re.) als ausgebufften Profi, „der uns mit seiner Schlitzohrigkeit sofort weiterbringen kann". 

Nach zwei Pflichtspielen im Pokal gegen höherklassige Teams starten die Löwen am Samstag, 19. September 2020, im Emsland in die Punkterunde der Saison 2020/2021. Anpfiff der Partie beim SV Meppen ist um 14.03 Uhr. Magenta Sport und das BR Fernsehen übertragen das Spiel live.

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Die Transferaktivitäten beim TSV 1860 München wurden kurz vor dem Saisonstart mit der Verpflichtung von Tim Linsbichler und Martin Pusic vorerst abgeschlossen. „Dank der Unterstützung von vielen Seiten konnten wir einen ausgewogenen Kader zusammenstellen“, zog Günther Gorenzel für den sportlichen Bereich ein positives Fazit der Transferaktivitäten. Die Struktur passe. „Wir haben viel Erfahrung gemischt mit jungen Wilden. Die Mischung macht’s. Wir sind von unserem Kader überzeugt“, so der Sport-Geschäftsführer, der volles Vertrauen in seinen Trainerstab und die Mannschaft hat. Jetzt fehle nur noch ein guter Start in die Punkterunde.

Seit Dienstag laufen die „unmittelbaren Vorbereitungen“, so Cheftrainer Michael Köllner, auf den Punktspielauftakt. Im Anschluss an die unglückliche Pokalniederlage gegen Eintracht Frankfurt (1:2) hatte er den Jungs zwei freie Tage gegeben. „Am Dienstag und Mittwoch haben wir extrem hart trainiert.“ Bereits am Freitagmorgen macht sich der Löwen-Tross dann auf die Reise nach Meppen.

Bis auf Ahanna Agbowo (Hand-OP) hat Köllner alle Mann an Bord. Auch Stefan Lex, der am Mittwoch wegen einer leichten Erkältung pausierte, ist dabei. Fraglich ist, ob die beiden Neuverpflichtungen Pusic und Linsbichler die Reise ins Emsland mitmachen werden. Während bei Linsbichler, der zuletzt für die TSG Hoffenheim II auflief, bei der Spielberechtigung keine Probleme auftauchen dürften, ist der Fall bei Pusic anders gelagert. Beim 30-Jährigen handelt es sich um einen internationalen Wechsel (Österreich), außerdem läuft bei seinem bisherigen Verein SV Mattersburg ein Insolvenzverfahren. „Wir sind dabei“, ist Köllner trotzdem optimistisch, dass es rechtzeitig klappt.

BR Fernsehen zeigt die ersten drei 1860-Drittliga-Spiele live.

Während der Löwen-Trainer den 20-jährigen Linsbichler aufgrund seiner Ausbildung im Hoffenheimer Nachwuchs schon einige Jahre kannte, musste er sich mit Pusic erst per Videomaterial auseinandersetzen. Der 50-Jährige betonte, dass es sich dabei nicht um einen „Highlight-Schnitt“ gehandelt habe. Die Eindrücke aus dem Spiel heraus, die Expertise anderer Trainer und natürlich die der eigenen Scouting-Abteilung hätten das Bild vom Spieler abgerundet. „Entscheidend ist dann der persönliche Kontakt“, beschreibt der Fußball-Lehrer den wichtigsten Punkt des Auswahlverfahrens. „Die Erwartungshaltung von Spieler und Verein müssen sich decken, es muss auch charakterlich passen.“ Mit dieser Akribie habe man alle Transfers vorbereitet. „Deswegen sind wir überzeugt, dass es Spieler sind, die uns weiterhelfen.“

Während Pusics Verpflichtung ein Transfer für die Gegenwart ist, liegt bei Linsbichler der Fokus eher auf der Zukunft. „Wie Günther Gorenzel es bereits gesagt hat: Wir haben im NLZ keinen Spieler mit einem ähnlichen Profil, deswegen wollen wir ihn entwickeln, damit er uns mittel- bis langfristig weiterhelfen kann.“ Dagegen hätte man Pusic schon gegen Frankfurt in der Schlussphase „gut gebrauchen können“, so Köllner. „Er ist ein ausgebuffter Profi, der uns mit seiner Schlitzohrigkeit sofort weiterbringen kann. Martin ist ein Performer im letzten Drittel.“

Auch für Köllner sind die Transfer-Aufgaben zunächst erledigt. „Wir haben einen ausgewogenen Kader, sind gut aufgestellt. Das heißt aber nicht, dass wir den Transfermarkt nicht weiterhin beobachten werden. Aber im Moment müssen wir nichts machen.“ Das Ziel sei es gewesen, eine entwicklungsfähige Mannschaft auf den Platz zu bringen. „Die Jungs letztes Jahr waren auch keine Blinden. Trotzdem hat es am Ende nicht gereicht.“ Das soll diesmal anders werden. „Wir wollen in der entscheidenden Phase nochmals zulegen können, deswegen müssen wir jeden einzelnen Spieler maximal herausfordern, über das Limit bringen“, lautet die Köllnersche Maxime.

Das geht nur über eine gesunde Konkurrenzsituation. Schon im Training muss sich jeder Spieler beweisen. „Keiner kann in der Nase bohren und sagen: ich spiele am Wochenende sowieso. Wer seine Leistung nicht bringt, ist raus aus der Nummer“, formuliert der Oberpfälzer. „Wenn ich mehrere Spiele verliere, dann schmeißt doch keiner die Nummer 4 oder 6 raus, sondern den Trainer.“ Darum müsse er die Situation ständig neu bewerten. Darum sei es auch nur eine Momentaufnahme, dass zuletzt Daniel Wein, in den letzten Jahren immer gesetzt, mit der Ersatzbank vorlieb nehmen musste.

Einer, der sich in der Vorbereitung zurück ins Team gekämpft hat, ist Quirin Moll – wenn auch auf ungewöhnlicher Position in der Viererkette für Dennis Erdmann, der dafür auf die Sechs rückte. „Die Rochade Moll/Erdmann tut unserem Spiel gut“, begründet der Trainer das Wechselspiel. Erdmann sei im defensiven Mittelfeld wertvoller. „Ich mag seine provokante Art und dass er immer gewinnen will. Er ist auf dieser Position wertvoller für die Mannschaft, ist besser im Spiel. Aber jeder muss sich strecken, damit er einen Platz im Team kriegt.“ Selbst ein Stephan Salger, der von Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld zu den Löwen kam, spüre den Atem von Niklas Lang oder Semi Belkahia.

In Bezug auf ein Startelf-Debüt von Richard Neudecker zeigt sich Köllner eher pessimistisch. „Das war ein Quantensprung für Richy, der sich erst an die Trainingsintensität gewöhnen musste. In der halben Stunde gegen Frankfurt hat er aber gezeigt, dass es ein guter Transfer war.“ Der Trainer fordert eine höhere „Aktionsdichte“ vom 23-Jährigen. „Er gibt Gas im Training, hat momentan jedoch nur 45 bis 60 Minuten Drittliga-Fußball im Tank.“

Ungern erinnert sich der Löwen-Cheftrainer an die Reise im Februar zum SV Meppen, als sein Team nicht über ein 1:1 hinaus kam. „Da haben wir uns nicht mit Ruhm bekleckert!“, sagt er rückblickend. Zwar haben die Emsländer mit Deniz Undav, Marius Kleinsorge und Marco Komenda drei Stammspieler verloren, „die das Gesicht der Mannschaft waren“, aber der Rest sei zusammengeblieben. „Deswegen sehe ich Meppen nicht als Wundertüte. Es ist ein unangenehmer Gegner, der über eine eingespielte Mannschaft verfügt. Von den Testspielergebnissen darf man sich nicht blenden lassen.“

Zwar haben die Emsländer mit Christian Neidhardt auch ihren Erfolgstrainer verloren, doch mit Torsten Frings wurde prominenter Ersatz gefunden. Köllner kennt den früheren Nationalspieler aus einigen Treffen. „Er verkörpert Fußball“, so seine Einschätzung, „und hat eine starke Mannschaft, die sich über Ballbesitz definiert. Deshalb dürfen wir sie nicht zur Entfaltung kommen lassen.“ Wie ernst er den Gegner nimmt, unterstreicht eine weitere Aussage. „Der Fußball, den wir gegen Frankfurt gespielt haben, wird in Meppen nicht reichen. Das habe ich der Mannschaft im Training gesagt, da müssen wir zulegen!“

MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN

SVM: 32 Domaschke (Tor) – 15 Ballmert, 22 Puttkammer, 19 Bünning, 7 Amin – 16 Egerer, 6 Andermatt – 17 Hemlein, 14 Evseev, 27 Rama – 33 Bozic.
Ersatz: 1 Plogmann (Tor) – 3 Jesgarzewski, 4 Osee, 5 Grevink, 10 Tankulic, 11 Piossek, 18 Guder, 21 Bredol, 23 Krüger, 25 Al-Hazaimeh, 26 Düker, 29 El-Helwe, 30 Tattermusch.
Nicht dabei: 8 Leugers (Trainingsrückstand nach Fersen-Operation), 12 Harsman (Lauftraining nach Fingerbruch).

1860: 1 Hiller (Tor) – 25 Willsch, 5 Moll, 6 Salger, 36 Steinhart – 13 Erdmann – 8 Tallig, 31 Neudecker, 14 Dressel – 9 Mölders, 7 Lex.
Ersatz: 12 Szekely, 40 Kretzschmar (beide Tor) – 3 Lang, 11 Greilinger, 17 Wein, 19 Pusic, 21 Ngounou Djayo, 22 Linsbichler, 26 Durrans, 27 Belkahia, 28 Mannhardt, 30 Cocic, 32 Gresler, 33 Klassen.
Nicht dabei: 20 Agbowo (Mittelhandbruch).

Schiedsrichter: Robin Braun (Wuooertal); Assistenten: Kevin Domnick (Mülheim a.d. Ruhr), Florian Visse (Ibbenbüren).

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