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Köllner verspricht: „Wir werden auch gegen Saarbrücken Gas geben!“

Löwen-Trainer Michael Köllner sieht die Tabellenführung als „Fluch der guten Tat“ und mahnt Realismus an. 

Es ist das Topspiel des 6. Spieltags: Die Löwen empfangen als Spitzenreiter am Mittwoch, 21. Oktober 2020, den Tabellenzweiten 1. FC Saarbrücken. Anpfiff im Grünwalder Stadion ist um 18.60 Uhr. Zuschauer sind aufgrund der Pandemiestufe Rot nicht zugelassen. MAGENTA SPORT zeigt die Partie live.

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Zunächst ergriff Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel die Möglichkeit, alle in der aktuellen Situation zu sensibilisieren. „Wir haben in den nächsten elf Tagen drei schwere Gegner vor uns“, erklärte der 49-Jährige, „aber der schwerste ist Covid-19. Wenn man einen Gegner unterschätzt, ist das ein schlechter Ratgeber und am Ende ist man nur zweiter Sieger“, spannte der Österreicher den Bogen vom Sport in die Gesellschaft. „Wir stehen alle in der Verantwortung. Jeder muss seinen Teil dazu beitragen, dass der Inzidenzwert wieder unter 35 kommt, damit endlich wieder Fans ins Stadion dürfen.“

Natürlich ist auch bei Gorenzel die Freude über die Tabellenführung groß, gleichzeitig stellte er klar: „Wir können die Situation gut einordnen, müssen schauen, dass wir über 90 Minuten mehr Konstanz reinbringen.“ Das Trainerteam arbeite daran sehr akribisch. „Wir können es nur gemeinsam schaffen, wenn sich jeder für jeden aufopfert: Ein Team – ein Weg!“

Der Österreicher brach auch eine Lanze für Dennis Erdmann, der trotz seiner Tores in Rostock in den Fokus der Medien geriet. „Es werden immer Spieler mit Ecken und Kanten gefordert. Wir brauchen solche Persönlichkeiten und werden ihn nicht fallen lassen nur wegen eines Torjubels, der vor Monaten in Anlehnung an eine Filmszene aufgenommen wurde und der jetzt im Zusammenhang mit den unglücklichen Ereignissen von Frankreich gestellt wird.“

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Ähnlich sieht es auch Trainer Michael Köllner. „Dennis ist für uns extrem wichtig, egal was die Presse schreibt“, verteidigt er seinen Spieler, weil er „Feuer gibt, Charakter zeigt.“ Das seien neben Teamgeist und Geschlossenheit die Basics. „Wir stehen nicht auf Platz Eins, weil wir die beste Mannschaft sind, sondern weil wir uns 90 Minuten ins Spiel reinbeißen, alles für den Erfolg tun. Natürlich brauchen wir auch Matchglück wie in Rostock. Jedes Spiel ist eine brutale Herausforderung!“

Der 50-Jährige Coach hatte vor mehr als zwei Jahren die beiden Relegationsspiele der Löwen gegen Saarbrücken nur im Fernsehen verfolgt. „Sechzig war nicht der Favorit, hat aber mit einer enormen Willensleistung den Aufstieg geschafft. Das hat mir schon damals Respekt abgefordert.“ An den anschließenden Feierlichkeiten hatte er ebenfalls indirekt Anteil. „Freunde, die in München leben, haben mir Videos geschickt. Ich war beeindruckt, wie die Fans den Aufstieg gefeiert haben.“

Die Saarländer ordnet Köllner „vom Kaliber“ ähnlich wie Rostock ein. „Nach mehreren Anläufen hat es endlich mit dem Aufstieg geklappt. Diese Euphorie und die von den erfolgreichen Spielen im DFB-Pokal in der vergangenen Saison bringen sie mit. Dazu ist Saarbrücken finanziell gut aufgestellt.“ Der Oberpfälzer spricht von einem „Top-Kader“, der sowohl in einem 4-3-3- als auch in einem 4-1-4-1-System spielen kann. „Sie kommen mit einer breiten Brust, versuchen die Dinge spielerisch zu lösen. Uns wird sicher nichts geschenkt, aber das sind die schönsten Spiele.“

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Fehlen werden gegen den Aufsteiger Niklas Lang und Tim Linsbichler. Dagegen sieht es bei Leon Klassen, der am vergangenen Samstag wegen einer Mandelentzündung nicht die Reise an die Ostsee angetreten konnte, gut aus. Der 20-Jährige stieg am Montag wieder ins Training ein. Er könnte eine Alternativ für den gesperrten Phillipp Steinhart als Linksverteidiger sein, ebenso wie Maxim Gresler, „wenn wir die Position Eins-zu-Eins ersetzen wollen“, so Köllner. In Rostock stand das 17-jährige Talent erstmals im Profikader. „Da konnte er schon mal reinschnuppern, die Abläufe kennenlernen.“

Auf Daniel Wein kann Köllner ebenfalls zurückgreifen, der in Rostock einen Schlag auf den Oberschenkel abbekommen hatte, 20 Minuten weiterspielte, dann aber für Erdmann Platz machen musste. „Ich gehe davon aus, dass er spielen kann. Unsere medizinische Abteilung hat ihn gleich noch in Rostock behandelt. Bereits am Montag konnte er wieder mittrainieren.“

Köllner bezeichnete es als „Fluch der guten Tat“, dass er nach dem 1:1 in Rostock eine gewisse Unzufriedenheit mit dem Punkt und dem Auftritt der Löwen an der Ostsee feststellen musste. „Natürlich haben wir nicht hundertprozentig gut gespielt. Das wissen wir auch. Rostock hat mit den 7.500 Zuschauern im Rücken extrem Druck gemacht. Aber dass die Mannschaft auch nach dem 1:1 zusammengeblieben ist, zeichnet sie auf. Wir sind sicher nicht zu Unrecht seit fünf Spiel ungeschlagen.“

Vor einigen Wochen habe noch der Pessimismus überwogen, nachdem 16 Verträge nicht verlängert wurden und nur fünf Spieler von außerhalb kamen. „Aber wir haben die Themen gut abgearbeitet und sind froh, dass wir eine von drei ungeschlagenen Mannschaften in der Liga sind. Unsere Stärke ist, dass wir bei eigenem Ballbesitz gut Fußball spielen wollen und um jeden Meter kämpfen. Die Mannschaft zeigt extremen Willen und will immer gewinnen. Wir werden auch gegen Saarbrücken Gas geben, treffen aber auf einen Gegner, der auch weiß, wie es geht!“

Köllner und die Mannschaft machen keinen Hehl daraus, dass sie die Tabellenführung unbedingt verteidigen wollen. „Für jeden Sportler ist es das Größte, erfolgreich zu sein. Letztes Jahr mussten wir der Musik hinterherlaufen, das hat Kraft gekostet.“ Vorne gehe vieles leichter. „Die Punkte, die wir haben, nimmt uns keiner mehr. Wir sind eine verschworene Gemeinschaft. Das ist unser Trumpf. Wenn dann noch einzelne Spieler wie gegen Lübeck Highlights setzen, dann können wir auch gegen Saarbrücken gewinnen.“

MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN

1860: 1 Hiller (Tor) – 25 Willsch, 5 Moll, 6 Salger, 33 Klassen – 17 Wein – 31 Neudecker, 8 Tallig, 14 Dressel, 7 Lex – 9 Mölders.
Ersatz: 12 Szekely, 40 Kretzschmar (beide Tor) – 11 Greilinger, 13 Erdmann, 19 Pusic, 20 Agbowo, 21 Ngounou Djayo, 26 Durrans, 27 Belkahia, 28 Mannhardt, 30 Cocic, 32 Gresler.
Nicht dabei: 3 Lang (Sprunggelenksverletzung), 22 Linsbichler (Aufbautraining), 36 Steinhart (Gelb-Rot-Sperre).

FCS: 1 Batz (Tor) – 16 Barylla, 14 Uaferro, 3 Sverko, 23 Müller – 8 Zeitz – 25 Jänicke, 19 Froese – 11 Mendler, 7 Shipnoski – 24 Jacob.
Ersatz: 36 Castellucci (Tor) – 9 Vunguidica, 10 Fejzullahu, 13 Deville, 18 Bösel, 20 Teo, 22 Golley, 27 Breitenbach, 30 Schleimer, 32 Köhl.
Nicht dabei: 4 Schorch (Erkältung), 5 Zellner (Erkältung), 6 Bulic (Handbruch), 17 Perdedaj (Trainingsrückstand), 28 Gouras (Schlüsselbeinbruch), 31 Singer (muskuläre Probleme).

Schiedsrichter: Eric Müller (Bremen); Assistenten: Simon Rott (Bremen), Yannick Rath (Bremen).

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