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Köllner vor Haching: „Beide Klubs brennen auf Wiedergutmachung!“

Michael Köllner & Günther Gorenzel mussten bei der Spieltagspressekonferenz vor Unterhaching nochmals auf die Partie gegen Saarbrücken eingehen. 

Für die Löwen geht es im S-Bahn-Derby am Montag, 26. Oktober 2020, zur SpVgg Unterhaching. Anpfiff im Sportpark ist um 18.60 Uhr. Derzeit sind 1.500 Zuschauer für das Spiel zugelassen. MAGENTA SPORT zeigt die Partie live.

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Zunächst fasste Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel in der Pressekonferenz die Ereignisse der letzten Tage in einem Wort zusammen: „Unnötig!“ Er schob noch ein „absolut“ hinterher. „Wir haben bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, die wir so nicht wollten“, erklärte der Österreicher. Auslöser war das Facebook-Live-Video von der Pressekonferenz mit Saarbrückens Coach Lukas Kwasniok, bei dem aus Versehen ein Filter über den eigentlichen Film gelegt worden war. Nach Bemerken des Fauxpas wurde es umgehend gelöscht. Trotzdem machte es in den Medien die Runde.

„Fakt ist, es war zu keinem Zeitpunkt eine Absicht oder Kalkül im Spiel“, stellte Gorenzel klar, der sich im Namen des Klubs bei den Verantwortlichen der Saarländer zeitnah entschuldigt hatte. Bei dem Handy-Video sei versehentlich der darunter liegende Filter aktiviert worden. „Es liegt mir fern, einen Mitarbeiter an die Wand zu nageln. Ich weiß, dass die Leute mit viel Herzblut dabei sind und versuchen, mit großem Engagement und minimaler technischer Ausrüstung dem digitalen Zeitalter gerecht zu werden.“ Es sei trotzdem vonnöten, so der 49-Jährige, „dass wir die Sinne wieder schärfen und in den kommenden Wochen unfallfrei über den digitalen Highway kommen“.

Genauso „unnötig“ sei die Niederlage gegen Saarbrücken gewesen, lenkte Gorenzel anschließend den Blick auf die sportliche Situation. „Wir laufen nach fünf Minuten zu zweit alleine aufs gegnerische Tor zu und gehen gefühlt nach einer halben Chance für den Gegner mit 0:2 in die Kabine.“ Auch hier gelte es, die Sinne zu schärfen. „Ich gehe davon aus, dass es zur richtigen Zeit der berühmte Schuss vor den Bug war und jeder weiß, wenn wir nur zwei, drei Prozent weniger auf den Platz bringen, dass wir jedes Spiel verlieren können.“ Der Sport-Geschäftsführer mahnte mehr Konsequenz „30 Meter vorm eigenen und 30 Meter vorm gegnerischen Tor“ an.

Auch Trainer Michael Köllner war im Austausch mit den Verantwortlichen von Saarbrücken, weil er die Szene, die zum Elfmeter durch Bone Uaferro führte, als doof bezeichnet hatte. „Ich wollte die Aktion gerade rücken. Das war nicht gegen den Spieler, sondern auf die Situation bezogen.“ Doof hätte sich sein Team angestellt, ließ er bereits kurz nach Abpfiff wissen. „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen. Wir waren spielbestimmend, haben wenig zugelassen, aber zweimal nicht konsequent verteidigt.“ Auf der anderen Seite habe man sich viele Chancen erspielt. „Aber wir waren in der letzten Zone nicht zwingend genug, deshalb ärgert mich das 1:2 extrem.“

Am Tag nach dem Spiel habe man sich „inhaltlich“ mit der Partie auseinandergesetzt. „Es gibt einige Themen, die wir gegen Unterhaching besser machen müssen.“ Den Start bezeichnet Köllner trotzdem als „gut“, auch wenn ihn die Niederlage gegen Saarbrücken wurmt. „Aber wir haben auch zu erkennen gegeben, dass wir in einigen Punkten nicht spitze sind.“ Daran gelte es zu arbeiten.

Gegen Unterhaching wird Phillipp Steinhart nach Gelb-Rot-Sperre zurückkehren. Seinem Vertreter Leon Klassen bescheinigte Köllner „ein gutes Spiel, doch man hat auch gesehen, dass Phillipp auf dieser Position in den letzten Wochen eine hohe Benchmark gesetzt hat. Er ist ein wichtiger Spieler für unser Übergangsspiel, der uns nach vorne viele Impulse verleiht.“

Verzichten muss der Löwen-Coach im Gegenzug auf Stefan Lex, für den es schon gegen Saarbrücken nach der 1. Halbzeit nicht mehr weiter ging. „Nichts schlimmes“ seien die muskulären Probleme, „aber es ist auch keine Bagatelle. Wir wollen kein Risiko eingehen.“ Köllner rechnet aber bereits gegen Duisburg wieder mit dem Stürmer. Als Alternativen für den Erdinger sieht der Trainer Martin Pusic, Fabian Greilinger und Johann Ngounou Djayo.

„Die Konstellation ist einfach“, sagt Köllner mit Blick auf das S-Bahn-Derby. Seine Löwen haben bisher einen Punkt aus der Englischen Woche geholt, Unterhaching ist gänzlich leer ausgegangen. „Fußballerisch ist Haching gut unterwegs. In Saarbrücken haben sie den Sieg in der Schlussphase hergeschenkt, im Heimspiel gegen Duisburg waren sie die bessere Mannschaft. Beide Klubs brennen auf Wiedergutmachung. Deshalb erwarte ich ein heißes Montagabendspiel, ein heißes Derby!“

Köllner hat gute Erinnerungen an Unterhaching. Das erste Auswärtsspiel als Löwen-Trainer wurde durch einen Treffer von Sascha Mölders in der Nachspielzeit mit 3:2 gewonnen. „Das wär‘ der Idealfall, wenn wir dieses Ergebnis wiederholen könnten. An dieses Spiel werde ich mich ewig erinnern. Aber das war letztes Jahr.“

Die Hachinger Mannschaft habe heuer ein anderes Gesicht. „Ein neuer Trainer, personell sind sie jünger geworden und auch in ihrem Spiel haben sie eine andere Achse“, zählt Köllner auf. „Aber von der Art und Weise, wie sie Fußball spielen, hat sich nicht viel geändert.“

Den Coach des Gegners, Arie van Lent, lernte Köllner bei einem gemeinsamen Pressetermin mit allen Drittliga-Trainern aus München und Umgebung vor dem Saisonstart kennen. „Sympathisch und fachlich kompetent“, so das Urteil über den Kollegen, „als Spieler hat er Spuren hinterlassen.“ Vom Charakter und der Art des Fußballs passe er hundertprozentig zu Haching. „Wir werden auf einen Gegner treffen, der perfekt eingestellt ist“, prophezeit der Oberpfälzer.

Köllner warnt eindringlich vor dem „sehr guten Flügelspiel“ des Kontrahenten. „Da müssen wir wachsam sein. Letztlich geht es darum, unsere Leistung auf den Platz zu bringen und die Unnötigkeiten in der Defensive zu vermeiden. Je besser wir spielen, umso weniger kommt der Gegner zur Entfaltung“, lautet sein Credo. „Ich erwarte gegen Unterhaching die Konsequenz, die uns gegen Saarbrücken gefehlt hat. Dann werden wir die Punkte holen können.“

MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN

UHG: 1 Mantl (Tor) – 23 Schwabl, 4 R. Müller, 33 Ehlich, 8 Dombrowka – 35 Fuchs, 25 Grauschopf – 27 Heinrich, 10 Hufnagel, 30 Marseiler – 11 Hasenhüttl.
Ersatz: 22 Kroll (Tor) – 7 Stroh-Engel, 14 Göttlicher, 16 Mensah, 17 Bandowski, 18 Anspach, 19 Krauß, 24 Kaltner, 26 Stierlin, 28 Turtschan, 29 Schröter, 31 F. Müller, 37 Richter.
Nicht dabei: 5 Welzmüller (Kreuzbandriss), 6 Endres (Verrenkungsbruch des Sprunggelenks), 9 Hain (Knieprobleme), 15 Greger (Gehirnerschütterung), 20 Stahl (Kreuzbandriss).

1860: 1 Hiller (Tor) – 25 Willsch, 5 Moll, 6 Salger, 36 Steinhart – 17 Wein – 31 Neudecker, 8 Tallig, 14 Dressel, 11 Greilinger – 9 Mölders.
Ersatz: 12 Szekely, 40 Kretzschmar (beide Tor) – 13 Erdmann, 19 Pusic, 20 Agbowo, 21 Ngounou Djayo, 26 Durrans, 27 Belkahia, 28 Mannhardt, 30 Cocic, 32 Gresler, 33 Klassen.
Nicht dabei: 3 Lang (Sprunggelenksverletzung), 7 Lex (muskuläre Probleme), 22 Linsbichler (Aufbautraining).

Schiedsrichter: Dr. Robert Kampka (Mainz); Assistenten: Lothar Ostheimer (Beratzhausen), Tobias Wittmann (Wendelskirchen).

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