SECHZIGMÜNCHEN.
 

1860-FuSSballabteilung gründet neue Sparte

Für die neue Sparte Blindenfußball im  e.V. suchen die Löwen Torhüter, Guides und Feldspieler. 

Die Fußballabteilung des TSV München von 1860 e.V. gewinnt eine neue Sportart: In Zukunft wird bei den Löwen auch Blindenfußball gespielt.

Die Blindenfußball-Mannschaft findet sich aktuell im Aufbau. Teammanager Herbert Grillenbeck und Spielertrainer Ramon Pryssok freuen sich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Münchener Traditionsverein. „Wir waren auf der Suche nach einem starken Partner, der uns auf unserem langen Weg in die Blindenfußball-Bundesliga unterstützt, weshalb wir sehr froh und vor allem dankbar sind, ab sofort unter dem Dach des TSV 1860 kicken zu dürfen", wirft Pryssok bereits den Blick voraus. Der Trainingsbetrieb startet schon in der kommenden Woche auf dem Kunstrasen-Kleinfeld an der Grünwalder Straße, der sogenannten AHD-Arena.

Roman Beer, der Stellvertretende Fußballabteilungsleiter des TSV 1860, freut sich über die neue Sparte: „Wir wollen bei den Löwen neben dem Profifußballbetrieb ein möglichst breites fußballerisches Angebot etablieren. Dass wir nun nach der III. und IV. Mannschaft auch blinde Sportler in unseren Reihen haben, freut uns sehr. Wir wollen damit auch ein Zeichen für die Inklusion von behinderten Menschen im Sportbereich setzen." Mittelfristig will 1860 an der Blindenfußball-Bundesliga teilnehmen und würde dort nach aktuellem Stand die zweite bayerische Mannschaft stellen.

Was ist Blindenfußball?

Blindenfußball, international auch football 5-a-side genannt, ist eine paralympische Sportart für blinde, sehbehinderte und sehende Spieler. Gespielt wird auf einem 20x40 Meter großen Spielfeld. Zur Orientierung begrenzen 1 Meter hohe Banden auf den Längsseiten das entsprechende Rechteck. Es wird Fünf gegen Fünf auf 2x3 Meter große Tore gespielt. Alle vier Feldspieler/Innen müssen sehbehindert oder blind sein. Um allen die gleichen Bedingungen zu gewährleisten, werden alle Spieler, mit Ausnahme der Torhüter, mit Dunkelbrillen und Eyepads ausgestattet. Die Keeper haben dafür neben dem Abwehren von Torschüssen, wofür sie sich nur in einem kleinen Raum von 2 Metern bewegen dürfen, die Aufgabe, ihre Verteidiger zu dirigieren.

Das wichtigste Element dieser inklusiven Facette des Fußballs ist aber natürlich das Runde, dass am Ende eben auch nur ins Eckige muss. Der futsalähnliche Ball hat ein vermindertes Sprungverhalten und Rasseln im Inneren, damit er akustisch wahrnehmbar ist. Die taktische Steuerung des Spiels übernimmt der Trainer an der Seitenbande. Um den Torerfolg zu gewährleisten, steht hinter dem gegnerischen Kasten der sogenannte Torguide. Dieser instruiert seine Stürmer und gibt Kommandos bei Frei- und Strafstößen. Um das Verletzungsrisiko möglichst gering zu halten, gibt es die Voy-Regel. Nähert sich ein Spieler dem Ball, muss dieser spätestens 3 Meter zuvor Voy (spanisch für „Ich gehe") rufen. Hiermit wird dem ballführenden Spieler signalisiert, wo seine Kontrahenten stehen. Der dribbelnde Spieler ist mithilfe des speziellen Spielgerätes hörbar.

Mitspieler gesucht

„Unser Team sucht noch nach sehbehinderten, blinden und sehenden Mitgliedern, um eine schlagkräftige Mannschaft für die Blindenfußball-Bundesliga in naher Zukunft zu stellen", berichtet Spielertrainer Ramon Pryssok. Gefragt sind Torhüter, Guides und Feldspieler, die sich beim Spielertrainer melden können.

Ansprechpartner:
Ramon Pryssok
Mobil: 0160 94447393

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