SECHZIGMÜNCHEN.
 

Köllner vor Türkgücü: „Wir brauchen defensiv ein stabiles Gerüst!“

Freuen sich auf die Rückkehr der Löwen ins Olympiastadion nach 16 Jahren (v. li.): Trainer Michael Köllner und Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel. 

Die Löwen kehren beim Auswärtsspiel gegen Türkgücü München am Samstag, 17. April 2021, erstmals nach 16 Jahren wieder ins Olympiastadion zurück. Anpfiff ist um 14.03 Uhr. Die Partie ist live bei MAGENTA SPORT sowie im BR Fernsehen zu sehen. Dazu wird das Spiel vom Löwen-Radio unter www.tsv1860.de/loewenradio/ ab 13.45 Uhr übertragen.

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Persönlich verbindet Löwen-Trainer Michael Köllner einiges mit dem Olympiastadion. Er hat dort sein erstes Profispiel gesehen. „Mein Vater war Lockführer, wir sind kostenlos nach München zum Oktoberfest gefahren, haben uns Bayern gegen Köln angeschaut.“ Auch viele Konzerte habe er live dort erlebt. Besonders gerne erinnert er sich an Rolling Stones und U2. „Das war ein geiles Erlebnis.“ Für Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel ist es dagegen eine Premiere. „Es wird mein erstes Erlebnis mit dem Olympiastadion sein. Aber es gehört zu den geschichtsträchtigsten Stadien in Europa“, weiß der Österreicher.

Kurz vor der Spieltagspressekonferenz erreicht die Beiden die Nachricht, dass Tabellenführer Dresden nach zwei weiteren positiven Corona-Befunde im Team in Quarantäne muss, dass die Spiele gegen Duisburg und Uerdingen abgesagt wurden. „Man sieht, wie extrem sensibel das Thema ist“, so der Löwen-Coach. „Wir müssen weiter wachsam sein, die Pandemie ist noch nicht überwunden.“ Deswegen schärfe er und Gorenzel immer wieder die Sinne. „Wir hoffen, dass der Kelch an uns vorüber geht. Die Spieler sind sehr diszipliniert, halten sich an alle Maßnahmen.“

Für die Partie gegen Türkgücü hat Köllner zwei zusätzliche Ausfälle neben den Langzeitverletzten zu beklagen. Während es sich bei Keanu Staude um eine Verletzung handelt, ist es bei Phillipp Steinhart eine Sperre wegen der 5. Gelben Karte. „Phillipp spielt eine bockstarke Saison. Sein Ausfall tut uns sehr weh. Die naheliegendste Lösung als Ersatz für ihn ist Maxim Gresler“, erklärt der Coach. Der 17-Jährige hatte den Linksverteidiger bereits beim mit 0:1 verlorenen Toto-Pokal-Spiel gegen Türkgücü vertreten. „Maxim wird auf alle Fälle im Kader stehen.“

Komplizierter ist die Lage bei Staude, der sich im Training eine Sehnenverletzung am Knie zuzog. „Für Keanu tut es mir leid. Er hat sich charakterlich super eingefügt, ist zuletzt auch mit unserer Spielweise immer besser klar gekommen“, sagt Köllner, der sich lange mit dem 24-jährigen Pechvogel unterhalten hat. „Im Moment können wir nicht abschätzen, wie lange er ausfallen wird.“

TV-Meister 1860 noch mindestens zwei Mal live im BR Fernsehen.

Aber egal, wer am Samstag aufläuft: Die Ausfälle muss die Mannschaft als Kollektiv kompensieren. „Wir brauchen defensiv ein stabiles Gerüst. Im Idealfall wollen wir zu Null spielen.“ Dafür müsse man defensiv nachschärfen und „ein Tor mehr als der Gegner schießen“. Das sei auch die Erkenntnis aus dem verlorenen Toto-Pokal-Spiel vor zweieinhalb Wochen. „Wir hatten die Spielkontrolle, waren überlegen, haben Türkgücü in die eigene Hälfte gedrängt.“ Aber eben im letzten Drittel nicht effektiv genug agiert.

Ohnehin stand für Köllner mehr die Liga als der Landespokal im Fokus, auch weil er von vorneherein skeptisch war, ob, wie von vielen erhofft, der Drittliga-Qualifikant am Ende ohne weitere Spiele für die Hauptrunde des DFB-Pokals nominiert wird. „Ich denke, da wird es noch weitergehen“, teilt er nicht die Hoffnung von Türkgücü. Auch deshalb habe er damals Spieler wie Steinhart, Dennis Erdmann und Semi Belkahia geschont.

Im erneuten Aufeinandertreffen sei es von der Belastung her ein ganz anderer Rhythmus. „Damals hatten wir drei Tage vorher das Spiel gegen Ingolstadt, was erst im Elfmeterschießen entschieden wurde, während Türkgücü eine Woche Pause hatte. Wir brauchen eine gute Vorbereitung auf die Spiele, um unsere maximale Leistung bringen zu können und um guten Fußball zu zeigen“, weiß Köllner.

Nun sind die Bedingungen für beide Teams auf einem „Top-Rasen“ gleich. In der Liga können die Löwen eine Serie von fünf ungeschlagenen Spielen vorweisen, dazu haben sie die letzten drei allesamt gewinnen können. „Wir haben einen richtig guten Lauf“, so Köllner, bei dem der Bart weiter sprießt. Rasieren will sich der 51-Jährige frühestens, wenn sein Team wieder verliert. Er hofft, dass dies noch lange dauert. „Vielleicht habe ich die Chance, als Laienschauspieler bei den Oberammergauer-Passionsspielen mitzumachen.“ Gleichwohl ein sehr ambitioniertes Unterfangen, finden doch die nächsten erst im Mai 2022 statt.

Wenig Gedanken macht sich dagegen Köllner, mit welchem Personal Türkgücü auflaufen wird und ob Sercan Sararer erneut pausieren muss. „Ich rechne beim Gegner immer mit der stärksten Aufstellung. Wir werden auf eine topmotivierte Mannschaft treffen, in der viele Spieler eine Sechzig-Vergangenheit haben.“

Ex-Löwe Alexander Schmidt, der den Gegner noch beim Hinspiel (2:2) im Grünwalder Stadion als Trainer betreute, rechnet fest mit dem Aufstieg der Sechzger in die 2. Bundesliga, wie er in einem Podcast wissen ließ. Köllner nimmt diese Aussage mit Humor. „Toll, dass Alex solche Dinge raushaut!“ Noch immer seien es vier Punkte Rückstand auf Platz drei und zwei sowie fünf Zähler auf Rang eins. „Wir tun gut daran, uns auf das nächste Spiel zu konzentrieren, unsere Dinge zu erledigen, weiterhin im Verein unaufgeregt zu arbeiten und unseren Weg zu gehen. Das ist letztlich der Schlüssel zum Erfolg.“

MÖGLICHE AUFSTELLUNGEN

TGM: 1 Vollath (Tor) – 17 Fischer, 13 Sorge, 36 Kusic, 15 Awoudja – 24 Erhardt, 8 Tosun – 11 Maier, 10 Sararer, 20 Niemann – 9 Röser.
Ersatz: 26 Flückiger, 39 Engl (beide Tor) – 2 Park, 3 Jakob, 5 Kirsch, 7 Laukart, 14 Bouziane, 18 Barry, 19 Kircicek, 21 Sijaric, 22 Berzel, 27 Mbaraka, 28 Kavuk, 29 Akkaynak, 33 Zant, 35 Zorba, 37 Gorzel, 38 Podunavac.
Nicht dabei: 23 Stangl (Adduktorenverletzung), 25 Sliskovic (Reizung der Fußsohle).

1860: 1 Hiller (Tor) – 25 Willsch, 6 Salger 27 Belkahia, 32 Gresler – 14 Dressel – 19 Biankadi, 31 Neudecker, 8 Tallig, 7 Lex – 9 Mölders.
Ersatz: 12 Szekely, 40 Kretzschmar (beide Tor) – 3 Lang, 11 Greilinger, 17 Wein, 18 Knöferl, 20 Agbowo, 21 Ngounou Djayo, 26 Durrans, 28 Mannhardt, 30 Cocic, 33 Klassen.
Nicht dabei: 5 Moll (Knieverletzung), 22 Linsbichler (Aufbautraining), 23 Staude (Sehnenverletzung), 36 Steinhart (5. Gelbe Karte).

Schiedsrichter: Patrick Alt (Illingen); Assistenten: Jan Dennemärker (Saarwellingen), Fabian Knoll (Bexbach).

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